Das ETA bleibt aber für Europäer für die Einreise nach UK verpflichtend
Das Authorisation?
*/klugscheiss*
Der Einwand ist nachvollziehbar, aber sprachwissenschaftlich ist die Sache etwas komplizierter.
Das Genus von nicht assimilierten Lehnwörtern ist im Deutschen häufig noch nicht festgelegt und kann daher schwanken. Erst wenn ein Lehnwort vollständig ins Deutsche integriert ist, wird sein Genus in der Regel stabil. Ein gutes Beispiel ist „Autorisierung“: Hierbei handelt es sich um ein bereits aus dem Lateinischen bzw. Französischen assimiliertes Lehnwort. Hier bestimmt das Suffix -ung eindeutig das Genus.
Allerdings sollte man auch bei Suffixen vorsichtig sein. So tragen französische Lehnwörter auf -e im Deutschen im Allgemeinen das feminine Genus, allerdings nur, wenn das -e stimmhaft ausgesprochen wird: die Etage, die Garage – selbst wenn diese Wörter im Französischen maskulin sind. Ist das -e dagegen nicht stimmhaft (wie bei Baguette), setzt sich im Deutschen meist das Neutrum durch: das Baguette.
Authorisation ist dagegen noch kein assimiliertes deutsches Lehnwort. Deshalb lässt sich sein Genus nicht einfach ableiten, sondern es unterliegt genau dieser für unassimilierte Lehnwörter typischen Schwankung, selbst wenn die Endung das feminine Genus nahezulegen scheint.
Hinzu kommt ein weiterer Faktor: Abkürzungen werden im Deutschen – insbesondere im Verwaltungs-, Behörden- und Technikbereich – sehr häufig als Neutra verwendet, oft unabhängig vom Genus der Langform. Man denke an das PDF, das WLAN, das GPS oder eben das ETA. Dahinter steht häufig eine implizite Interpretation als „das Dokument“, „das System“, „das Verfahren“, „das Programm“ oder ganz allgemein „das Kürzel“.
Deshalb sind bei ETA sowohl die ETA (nach die Einreisegenehmigung bzw. die Autorisierung) als auch das ETA durchaus begründbar. Da ETA als unassimiliertes Lehnwort und zugleich als Akronym verwendet wird, ist ein schwankendes Genus sprachlich zu erwarten – und genau diese Schwankung lässt sich auch im tatsächlichen Sprachgebrauch beobachten.