Ist Deutschland noch eine Sportnation?

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Mr.Tequila

Erfahrenes Mitglied
21.05.2025
2.635
1.269
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Fankulturen sind so etwas wie ein Familienersatz
und hat mit der Frage, ob Deutschland noch eine Sportnation ... allgemeiner: eine Leistungsnation ... sei, nur am Rande zu tun

Statistiken zeigen, dass vor allem in (Groß)Städten die Einsamkeit immer mehr zunimmt
kein Wunder, dass Fankulturen Zulauf haben

sie sind so etwas wie ein Familien- und Einsamkeitsersatz
 

Mr.Tequila

Erfahrenes Mitglied
21.05.2025
2.635
1.269
Was dann eher ein Zeichen deines ziemlich engen Horizonts ist
oder, dass sie einfach medial oder aufmerksamkeitstechnisch nicht ganz oben sind

ich kenn ja auch Marco Odermatt, oder Luke Littler, oder Lindsey Vonn, oder Johannes Tignes Boe, oder Max Verstappen
Patrick Mahomes, Josh Allen, Lamine Yamal ... oder oder oder ... das geht in die Hunderte
aber man muss ja noch nicht mal die jeweiligen Topstars ihrer Zunft kennen, oft kennt man auch Ranglistenposition 10 noch irgendwie

nur tauchen unter den ersten 10 halt oft oder allermeist keinerlei Deutsche mehr auf
 

Mr.Tequila

Erfahrenes Mitglied
21.05.2025
2.635
1.269
die KI spuckt auf die Frage, wer der derzeit weltweit bekannteste deutsche Sportstar sei, Thomas Müller aus

Thomas Müller ... ernsthaft

naja, witziger, sympatischer und ironischer kann nicht mal die KI diese Antwort geben
damit ist eigentlich alles gesagt
 

Turbo-Lenz

Reguläres Mitglied
31.12.2025
63
94
Der vermutlich bekannteste deutsche Sportler bzw. Ex-Sportler ist Timo Boll. Weil fast 2 Milliarden Asiaten ihn kennen und schätzen. Da hilft dir auch keine KI, sondern nur Allgemeinwissen…
 

KnallaufFall

Aktives Mitglied
23.02.2023
243
226
Frodeno kannte ich auf Anhieb

Rest: Fehlanzeige
Patrick Lange ist halt auch dreifacher Ironman-Weltmeister...
Eigentlich sagst du damit doch nur aus, dass es nicht um den Sport geht, sondern darum, bekannt zu sein.

Wußtest du denn, dass wir derzeot einen überaus erfolgreichen 400m Freistilschwimmer haben? So Olympiasieger und Weltmeister?
Es kommt halt auch immer auf die Popularität einer Sportart an (und da dann auch noch auf die Disziplin).
 

Mr.Tequila

Erfahrenes Mitglied
21.05.2025
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Patrick Lange ist halt auch dreifacher Ironman-Weltmeister...
Eigentlich sagst du damit doch nur aus, dass es nicht um den Sport geht, sondern darum, bekannt zu sein.

Wußtest du denn, dass wir derzeot einen überaus erfolgreichen 400m Freistilschwimmer haben? So Olympiasieger und Weltmeister?
Es kommt halt auch immer auf die Popularität einer Sportart an (und da dann auch noch auf die Disziplin).
Darts ist auch irgendwo nur ne Randsportart
wenns überhaupt n Sport ist

aber selbst im hintersten Winkel in einer Bar in einem Dschungeldorf auf Java kennt man Luke Littler
ist halt so

von Martin Schindler oder Max Hopp hingegen hat kaum je jemand was gehört
eher noch von Max Hopp, als von Martin Schindler, obwohl der seit Jahren schon viel weiter hinten in der Rangliste steht
 

KnallaufFall

Aktives Mitglied
23.02.2023
243
226
die bekanntesten deutschen Sportler, die dir vermutlich auch 50% der Asiaten auf Anhieb nennen können, sind:
Gerd Müller, Boris Becker, Michael Schumacher
vielleicht noch Franz Beckenbauer
Immer dieser Sexismus, dass nicht eine Frau mit aufgezählt wird.
Was ist mit Steffi Graf? Magdalena Neuner? Katharina Witt (auch halt, die kennen die Leute nur wegen dem Playboy :p )?
Beitrag automatisch zusammengeführt:

aber selbst im hintersten Winkel in einer Bar in einem Dschungeldorf auf Java kennt man Luke Littler
ist halt so
Wer? Siehste, das Spiel kann man auch andersrum spielen :D
 

Mr.Tequila

Erfahrenes Mitglied
21.05.2025
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Immer dieser Sexismus, dass nicht eine Frau mit aufgezählt wird.
Was ist mit Steffi Graf? Magdalena Neuner? Katharina Witt (auch halt, die kennen die Leute nur wegen dem Playboy :p )?
Beitrag automatisch zusammengeführt:


Wer? Siehste, das Spiel kann man auch andersrum spielen :D
wenn 99% der Menschheit Luke Littler (oder Lionel Messi) kennen, bleibt immer noch 1%, die nicht

Steffi Graf kennen in Asien wohl heutzutage nur noch Insider
Neuner und Witt, nicht mal mehr messbar
 

Femminello

Erfahrenes Mitglied
08.05.2012
9.123
5.755
ich muss schon lange nachdenken, damit mir überhaupt ein deutscher Weltsportstar einfällt
Vielleicht liegt's am Tequila, vielleicht daran dass du die Hallu-KI von Google als Informationsquelle nutzt, vielleicht bist du als Kind zu heiß geröntgt worden, man weiss es nicht.

Jeder Brite, jeder Spanier kann mir sofort zig bekannte deutsche Sportler verschiedener Disziplinen nennen, da sind wir echt bekannt. Kommt regelmäßig als Gesprächsthema in Pubs o.ä. auf, wenn man da Leute trifft.
 

Femminello

Erfahrenes Mitglied
08.05.2012
9.123
5.755
Meist Männer aus Fußball, Formel 1, Tennis.
Je nach Interessenlage und was grade so los ist auch welche aus anderen Sportarten oder mal ne Frau.
 

Mr.Tequila

Erfahrenes Mitglied
21.05.2025
2.635
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die deutschen Sportstars aus Fußball, Formel 1 oder Tennis sind um die 60 oder weit weit älter
der letzte, der noch genannt wird ist Thomas Müller ... kein wirklicher Sportstar in dem Sinne, aber eben das noch aktiv Bekannteste, was wir zu bieten haben
sagt schon alles, zumal der auch schon um die 40 ist

ja, kommt mir bekannt vor, dass sich dieses Land zunehmend auf den alten Erfolgen ausruhen will

man wird aber nicht Weltmeister, weil man vor vielen Jahren mal Weltmeister war
sondern weil man sich jeden Tag neu anstrengt

gilt übrigens auch für den Ex-Titel: Exportweltmeister
 

Femminello

Erfahrenes Mitglied
08.05.2012
9.123
5.755
Nö. Im Fußball sind zum Beispiel Musiala, Woltemade, Kimmich oder natürlich Toni Kroos sehr bekannt.
Formel 1 wären zum Beispiel Vettel und Rosberg zu nennen, auch wenn die nicht mehr aktiv sind.
Tennis: Alexander Zverev, Angelique Kerber.

Und dann gibt es zum Beispiel noch Basketball mit Dennis Schröder, davor Dirk Nowitzki. Und so weiter...
 

Poppy

Erfahrenes Mitglied
19.06.2021
366
412
ich muss schon lange nachdenken, damit mir überhaupt ein deutscher Weltsportstar einfällt
Moritz und Franz Wagner Basketball
Dennis Schröder Basketball
A. Zwerev Tennis
Mihambo Weitsprung
Isabell Werth Dressur
Leo Neugebauer 10 Kampf
Florian Wellbrock Schwimmen
Darja Varfolomeev Rhythmische Sportgymnastik
das sind ein paar die mir eingefallen sind. Und dann sind da ja noch die, die bereits verstorben sind.
 

Langstrecke

Erfahrenes Mitglied
31.08.2013
12.178
11.744
LEJ
Bildung ist ganz sicher kein nachrangiges Thema, darin liegt die Zukunft rohstoffarmer Volkswirtschaften. Sport dagen ist privates Hobby, sofern er nicht der Gesundheit der Bevölkerung dient.

Menschen die für "ihren Fußballverein" grölend durch die Straßen ziehen werde ich nicht verstehen. Bringt einer Volkswirtschaft Null komma Nix ob Hans Meier ein Tor schießt. Und modernes Olympia und Co sind ohnehin nur Kommerzveranstaltungen für Funktionäre und die Futtertöpfe der Organisatoren.
Lesen bildet, insbesondere das vollständige lesen eines kurzen Beitrages.
 

Mr.Tequila

Erfahrenes Mitglied
21.05.2025
2.635
1.269
Naja, laut Medaillenspiegel schon😀
so, ist das so?

der Medaillenspiegel von 1992:
Deutschland Platz 3: 33xG 21xS 28xB bei 259 Wettbewerben

der Medaillenspiegel von 1996:
Deutschland Platz 3: 20xG 18xS 27xB bei 271 Wettbewerben

der Medaillenspiegel von 2020 (ausgetragen 2021, Grund bekannt):
Deutschland Platz 9: 10xG 11xS 16xB bei 340 Wettbewerben

der Medaillenspiegel von 2024:
Deutschland Platz 10: 12xG 13xS 8xB bei 328 Wettbewerben

also
ich seh da was, so eine Richtung und eine Tendenz
so ein Muster
siehst du das auch ??!
 
Zuletzt bearbeitet:

KnallaufFall

Aktives Mitglied
23.02.2023
243
226
Olympische Sommerspiele 1988:

1 Sowjetunion (URS)553146132
2 DDR (GDR)373530102
3 Vereinigte Staaten (USA)36312794
4 Südkorea (KOR)12101133
5 BR Deutschland (FRG)11141540

Kann es sein, dass das gute Abschneiden 1992 und 1996 noch einer vermutlich stark vom staatlichen Doping geprägten Sportlergeneration zu "verdanken" ist?
Und btw. China ist da noch ziemlich weit hinten, mittlerweile aber nach vorne gesprungen. Naja, es gibt halt immer nur einen besten und die theoretische Chance, dass es dann ein Chinese oder Inder ist, liegt ja eigentlich bei über 1/3 (wenn man den Anteil an der Gesamtbevölkerung der Welt betrachtet). Deutschland ist da mit seiner schrumpfenden Bevölkerung eigentlich noch gut dabei. Die "Kleinen" haben da eben aufgeholt!

Btw. was ist eigentlich mit Trumpland? Die stecken doch überall Unmengen an Geld rein und haben deutlich mehr Einwohner als wird. Warum werden die eigentlich nie Fussball-WM? Oder China? Werden sich doch elf Spieler finden, die die anderen Nationen locker in die Tasche stecken.
 

Piw

Erfahrenes Mitglied
15.10.2015
1.611
3.667
FRA
Mal ab vom Leistungssport. Haben wir nicht generell ein Mentalitätsproblem mit Sport in Deutschland? Ein Großteil hier ist einfach nur unsportlich und hat auch kein Interesse daran. Bewegung gilt oft nur dann als sinnvoll, wenn sie organisiert, anstrengend oder "richtiges Training" ist. In Skandinavien gibt es mehr Vorbilder für lockere Alltagsbewegung. Erwachsene gehen raus, laufen, radeln, spielen, ohne dass es komisch wirkt oder erklärt werden muss. In Skandinavien (und vielen anderen Ländern) betreibt fast jeder regelmäßig (also ~3-4 Woche) mindestens irgendeine Sportart. Deutschland ist vielleicht stark im Vereins und Leistungssport, aber schwach darin, Bewegung als etwas Normales, Unperfektes und Alltägliches für Jedermann vorzuleben.

Will mich jetzt nicht festlegen was Auslöser oder nur Symptom ist, aber wenn ich nach Skandinavien oder in die Niederlande schiele kann ich nur neidisch auf deren öffentliche Sportinfrastruktur sein. Outdoorgyms, beleuchtete Loipen und Laufstrecken, frei zugängliche Sportanlagen und Parks. Mehr Breitensport und Alltagsbewegung. Sport wird dort als Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge gesehen. Über unsere hunderten maroden Sporthallen und meist saumäßig schlechte Heranführung an Bewegung durch den Schulsport brauchen wir gar nicht sprechen.

Es gibt ja historisch zwei gewachsene Definitionen von Sport. Einmal die "Britische", die vor allem den Leistungs- und Wettbewerbsgedanken in den Vordergrund stellt, unabhängig von einer intensiven körperlichen Aktivität. Nach dieser Definition ist selbstverständlich auch das Werfen von Pfeilen auf eine Korkscheibe Sport oder das Fahren mit einem Auto im Kreis. Dann gibt es die "Deutsche" inspiriert von Turnvater Jahn, die vor allem die körperliche Ertüchtigung in den Mittelpunkt stellt, egal ob sich nun daraus ein Wettbewerb machen lässt oder nicht. Entgegen der Behauptung der Schnapsdrossel hat sich auch in Deutschland, wie in den meisten anderen Ländern, der Fokus auf den Leistungs- und Wettbewerbsgedanken verschoben. Die wenigen populären Sportarten, wo die Leistungsdichte und der Konkurrenzdruck ohnehin schon enorm sind, haben weiterhin regen Zulauf sowohl an passiven Zuschauern und Sponsoren als auch an aktiven Sportlern. Der DFB verzeichnet trotz katastrophaler Demographie einen Mitgliederrekord nach dem nächsten. Dies geht zu Lasten von Randsportarten so wie Sport im Sinne von Jahn allgemein. Die Turnbewegung ist zwar nicht tot, aber wurde größtenteils privatisiert. Will man sich heutzutage fit halten ohne Leistungsgedanken, dann geht man halt ins Gym.

Mir fällt ausser R. Federer kein Schweizer Tennisspieler ein und der ist im Ruhestand.

Wawrinka sei noch zu nennen und nicht zu vergessen, die vielleicht talentierteste Tennisspielerin aller Zeiten, Martina Hingis, die nur ein Jahr älter ist als Federer, aber verletzungsbedingt 20 Jahre früher zurückgetreten ist. Und aktuell hat man mit Bencic immerhin eine Olympiasiegerin. Das ist natürlich schon enorm für so ein kleines Land in einem Sport mit hoher Leistungsdichte. Aber grundsätzlich verzerren Superstars das Gesamtbild. Deren Karrieren sind in der Regel Ergebnis außergewöhnlicher Biographien und nicht systematischer Erfolge einer Sportnation. Ein Blick in die Breite wie bspw. auf den Medaillenspiegel ist da schon aussagekräftiger. Aber auch der verzerrt mitunter das Bild gewaltig. In den populären Mannschaftssportarten, wo die Konkurrenz am größten ist, gibt es nur je zwei Goldmedaillen zu gewinnen. In so Randsportarten wie Ringen oder Gewichtheben bis zu 20. Beim Schwimmen reicht mitunter ein Ausnahmeathlet, der 7-8 Goldmedaillen holt. Bei Olympia gibt es sehr viele low hanging fruits, wo fast ausschließlich Amateure antreten. Setzt eine Nation gezielt den Fokus auf solche Sportarten kann sie mit paar Millionen Euro Aufwand (kombiniert gegebenfalls mit systematischen Doping), schnell alles abräumen und den Medaillenspiegel dominieren. Macht China aktuell, haben die Ostblockstaaten früher gemacht. Wobei die Erfolge in der Spitze zumindest zum Teil auf einer breiten Basis beruhten, in China sehe ich nicht mal das momentan.