Kontinent Nummer 7 - Neuseeland

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Icecreamman

Erfahrenes Mitglied
04.07.2022
3.101
3.399
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Tag 21

Der Wecker reißt uns um 05.30 Uhr aus unserem Schlaf. Heute haben wir keine Zeit zu trödeln. Um 07.00 Uhr geht der Shuttle zum Tongariro Crossing Startpunkt und bis zum Parkplatz fahren wir auch noch gute 20 Minuten.
Wir machen uns schnell fertig, schmeißen uns in unsere multifunktionalen Wanderoutfits und machen uns nebenbei noch Frühstück. Es gibt den Rest griechischen Joghurt, Banane, Müsli und je einen halben Apfel. Dazu noch ein Glas O-Saft.

Pünktlich um halb 7 sitzen wir im Auto. Wir sind beide ziemlich gespannt darauf, was uns heute erwartet. Der Parkplatz ist für große Massen ausgelegt und generell ist alles professionell organisiert. Bei der Einfahrt wird unser Name auf einer Liste abgehakt und ein paar Meter weiter, wird Auto neben Auto eingewiesen.
Mit unserem gepackten Rucksack steigen als vorletzte in den Bus ein und bekommen auch keine Plätze mehr nebeneinander. Beim Einsteigen fragt der nette Busfahrer jeden Gast, wo er herkommt. Bei „Germany“ geht ein kleines Raunen/Lachen durch den Bus.
Zusammengefasst sitzen in diesem Bus ausschließlich Deutsche und Australier.
Und auch später auf der Wanderung hören wir fast permanent die deutsche Sprache.

Nach gut 25 Minuten kommen wir am Startpunkt der Wanderung an. Durch unsere vorderen Sitzplätze haben wir das Glück mit die ersten an den Toiletten zu sein. Auf der Wanderung wird es insgesamt 4 Toiletten geben, weshalb zumindest S. ihrem Motto nachgeht "better save than sorry".

Und dann geht es auch schon los, 20,2km liegen vor uns, aktuelles Wetter: strahlender Sonnenschein und blauer Himmel.

Anhang anzeigen 291989

Die erste Strecke bis zu den Blue Springs verläuft gut. Man hat einen ganz leichten Anstieg, also absolut machbar.
Die Blue Springs sind ein kleiner Wasserfall, wenig spektakulär, aber den nehmen wir natürlich dennoch mit

Anhang anzeigen 291990

Im Anschluss geht es dann ein kleines Stückchen steiler bergauf, man kommt schon etwas außer Atem. Oben wird man mit einem Schild begrüßt, dass das der leichte Part war und es ab jetzt anstrengend wird. Wer sich jetzt nicht fit genug fühlt, sollte umdrehen und den Shuttleservice rufen.

Anhang anzeigen 291991

Mein Blick geht zu meiner Frau, insbesondere zu ihrem Knie. Da sich dieses aber bisher noch nicht gemeldet hat, heißt es weiter geht’s. Vor uns liegen die s.g. Devil Staircase - 2km und insgesamt 370 Stufen. Wie üblich auf den vielen Wanderwegen in Neuseeland, ist auch dieser Weg extrem gut ausgebaut. Jede Treppenstufe hat ein in den Boden integriertes Gitter, das es fast unmöglich macht auszurutschen. Als einzige Schwierigkeit bleibt der Höhenunterschied von etwa 200 Höhenmeter, der auf einer relativ kurzen Strecke zu überwinden ist.

Wir kommen das erste Mal ordentlich ins Schwitzen. S. macht etwas mehr Pausen als ich, am Ende kommen wir aber beide oben an. Noch ein kurzer Anstieg und wir erreichen den Rand des South Craters.

Anhang anzeigen 291992

Der anschließende Part ist wiederum sehr schön. Flach geht es durch die weite Ebene des Kraters. Hier können wir etwas entspannen und verschnaufen. Je näher wir dem Ende der Ebene kommen, desto mehr können wir erahnen, was da noch so vor uns liegt.

Anhang anzeigen 291993

Anhang anzeigen 291994

Der Ausblick auf den Mt. Ngauruhoe ist atemberaubend. Und was haben wir für ein Glück mit dem Wetter. Nicht eine Wolke stört den Anblick und so haben wir einen grandiosen Blick auf den berühmten Schicksalsberg aus Herr der Ringe.

Die karge Landschaft bietet dabei einen nicht alltäglichen Anblick. Und auch eine kurze Ablenkung von dem, was da noch vor uns liegt: der steile und anstrengende Aufstieg zum Red Crater. Der steinige, gewundene Pfad zum Kraterrand lässt einen bereits ordentlich schwitzen, aber der Ausblick dabei ist genial. Immer wieder machen wir hier den Abschnitten eine kurze Pause und genießen die Aussicht.

Anhang anzeigen 291996

Wie geht's eigentlich dem Knie oder den Knien? Ziemlich gut - na wie vor keine Beschwerden. Es wäre gelogen zu sagen, wir merken den Aufstieg nicht in den Beinen, aber das Wichtigste ist, dass +1 keine Schmerzen bestehen.

Über Geröll und lose Steine wandern wir ziemlich genau eine Stunde weiter hoch zum Red Crater.

Anhang anzeigen 292007

Nun ist er endlich erreicht, der höchste Punkt des Tongariro Alpine Crossing. 1886m und das um ziemlich genau 11.00 Uhr, also gute 3 Stunden nach Beginn unserer Tour. Ganz schön frisch und windig hier oben, besonders wenn man vom Aufstieg auch noch geschwitzt ist.

Die Aussicht von hier oben ist atemberaubend schön. Unter uns erstreckt sich eine faszinierende Landschaft aus Geröll, Asche und Berggipfeln, welche mit den 3 türkisblauen Emerald Lakes den Höhepunkt findet.

Anhang anzeigen 291998

Eine gemütliche Pause ist schier unmöglich. Zum einen sind wir nicht die einzigen Menschen hier oben und zum anderen weht der Wind recht ordentlich und es ist ungemütlich. Der Ausblick ist dennoch so schön, dass wir eigentlich gar nicht mehr so schnell gehen wollen.

Wir machen uns an einen ersten Abstieg, der es aber in sich hat. Der Hang runter zu den Seen ist steil. Sehr steil. Es geht rapide bergab und wir sehen, wie schwer sich die anderen Wanderer mit dem weichen Untergrund tun. Viele rutschen und stolpern auf dem Gemisch aus Sand, Asche und losen Steinen, welches einen sofort knöcheltief einsinken lässt. Nur langsam mühen sich die Menschen um uns herum den Hang hinab.

Wir hingehen haben wenig Probleme. Mit unseren stabilen Wanderschuhen laufen meist seitlich runter. Damit haben wir einen sicheren Halt und entlasten auch die Knie.

Der Blick nach oben lässt uns etwas schmunzeln, wie eine Ameisenstraße wirkt der Anblick.

Anhang anzeigen 292000

Direkt vor den Ufern der schimmernden Emerald Lakes, die ihre auffällige Farbe den im Wasser gelösten Mineralien verdanken machen wir unsere erste ausgiebigere Pause und gönnen uns eine Banane sowie ein Riegel. Wir sind zwar wieder etwas tiefer, der Wind ist trotzdem weiterhin nicht zu unterschätzen. Sonne und blauer Himmel sind aber nach wie vor unsere treuen Begleiter. Wir legen deshalb auch nochmal etwas Sonnencreme nach.

Wir bahnen uns unseren Weg wieder etwas hinauf in Richtung Blue Lake. Der letzte Anstieg dieser Tour und in Windeseile erreichen wir den Rand des North Craters. Der Blue Lake ist riesig. Auch sehr schön, kann aber mit den Seen in der chilenischen Atacama-Wüste nicht ganz mithalten.

Anhang anzeigen 292001

Ab jetzt geht es nur noch bergab.

Aktuelles Fazit: der Anstieg ist nicht zu unterschätzen und man kommt ordentlich außer Puste und die Oberschenkel merkt man auch. Der Ausblick und das Gesehene machen jedoch alles wett.
Bei uns war die Freude darüber, dass wir zwei Untrainierte, das bisher gemeistert haben, einfach riesig.

Der Abstieg beginnt recht entspannt mit einem gleichmäßig bergabgehenden Pfad, der in Serpentinen nach unten führt.

Anhang anzeigen 292002

Leider ändert sich der Weg jedoch nach kurzer Zeit und aus dem gleichmäßigen Pfad, werden Treppenstufen, hunderte Treppenstufen und dann auf einmal sind die da. Die Knieschmerzen bei +1. Schon nach den ersten Stufen, humpelt sie Stufe für Stufe den Weg runter. Auf den Wegen zwischendurch hat sie überhaupt keine Probleme, es sind wirklich nur die Stufen. Und leider sind es wirklich viele Stufen.
Hinzukommt, dass bei uns beiden mittlerweile die Beine ganz schön schwer sind. Bei mir sind es die Oberschenkel, S. merkt die Kilometer dann doch eher in den Füßen.

Der letzte Abschnitt des Weges führt uns zu unserer eigenen Verblüffung durch dickten Regenwald. Damit haben wir nicht gerechnet.

Anhang anzeigen 292003

Insgesamt sind allein der Abstieg gute 10km und dauert nochmal etwas mehr als 3h.

Als wir am Ende des Tracks ankommen, sind wir erleichtert und gleichzeitig unfassbar stolz.

Anhang anzeigen 292004

Der letzte Kilometer die Straße entlang bis zum Parkplatz dauert eine gefühlte Ewigkeit, die Beine sind so schwer und müde geworden und jeder Schritt zieht sich. Aber davon wollen wir uns das tolle Erlebnis nicht verderben lassen. Wir kommen schlussendlich nach ca. 22 km erschöpft, aber auch extrem stolz und beeindruckt von den Eindrücken des Tages wieder am Shuttle Car Park an.

Ziemlich genau 8h haben wir gebraucht. Dabei einkalkuliert viele kleine Pausen beim Anstieg, jede Toilettenmöglichkeit und auch einfach mal die Ansicht genießen und nicht direkt weiterhetzen.

Anhang anzeigen 292005

Wir fahren zurück zur Unterkunft.
Wir wissen auch diesen Abend nicht, was wir essen sollen. Die ortseigenen Restaurants überzeugen uns alle nicht. Da wir erst ca. 16 Uhr haben, verschieben wir die Entscheidung auf später.

Wir parken das Auto und zu unserer Ferienwohnung müssen wir ungefähr 7 Stufen zur Haustür laufen. Die ersten Schritte sind eine Qual, wir können uns kaum bewegen und die wenigen Stufen, kommen uns vor wie hunderte 😅

Angekommen legen wir uns erstmal kurz auf die Couch. S. geht recht zügig duschen, ich hingegen kann mich nur schwerlich aufraffen.
Nachdem wir uns beide etwas besser fühlen, können wir uns recht schnell auf ein Abendessen einigen. Wir holen uns im Supermarkt eine Tiefkühlpizza und bei Burger King nebenan noch Burger. Das wird wohl für lange Zeit die teuerste TK-Pizza gewesen sein mit umgerechnet etwa 6€. Zusätzlich haben wir zu Hause auch noch einen Rest von den gestrigen Nudeln über.

Wir haben kurz Probleme, den Ofen auf Temperatur zu bringen. Deshalb starten wir mit den Burgern an. Nach den ersten Bissen wissen wir auch wieder warum wir zu Hause Fastfood-Burger meiden. Sie schmecken einfach nicht, sind lieblos zusammengeklappt und meistens kalt. Immerhin ist die Bestellung vollständig und das aber auch nur, weil +1 beim Kontrollieren festgestellt hat, dass ein Burger fehlt.

Mittlerweile nimmt auch die Pizza ihre Farbe an, aber um ehrlich zu sein, sind wir schon satt. Die Augen waren eindeutig größer als der Magen.

Jedes Aufstehen, jeder Schritt - wir jammern und lachen zugleich! Es tut uns alles weh! Ich sage noch zu +1 "Wenn ich wieder mal auf die Idee komme eine Tageswanderung zu machen, halte mich davon ab und erinnere mich an die aktuellen Schmerzen.“ 😜

Apropos Schmerzen: mit Ende der Treppenstufe haben auch S. Knie wieder Ruhe gegeben. Was ein Glück.

Wir sind fix und fertig, müssen aber trotz alle dem noch etwas Zeit in die Reiseplanung der nächsten beide Tage stecken. Im gestrigen Podcast über die Nordinsel wurden Glühwürmchen-Höhlen erwähnt. Und tatsächlich haben wir beide diese Aktivität auch bei Maps gespeichert. Von Rotorua, unserem nächsten Ziel, aus sind es ca. 2h Fahrt. Daher überlegen wir die Höhle morgen auf dem Weg einzubauen. Leider haben aber alle Anbieter keine Plätze mehr.
Tja das kommt davon, wenn man sich nicht früher darum kümmert. Ich schreibe einem Anbieter noch eine Mail bzgl. Verfügbarkeiten in den nächsten beiden Tagen, setze aber wenig Hoffnung rein. Eine grobe Idee für morgen und übermorgen steht, schauen wir einfach was kommt.

Gleichzeitig buchen wir noch recht kurzentschlossen eine 2-stündige Bootstour auf der Coromandel-Halbinsel für 16 Uhr am Sonntag. Immerhin diesen Planungspunkt hätten wir damit abgehakt.

Wir stellen uns den Wecker etwas später für morgen und schlafen beide innerhalb weniger Minuten ein.
Interessant zu lesen, scheint sich einiges geändert zu haben. Anfang 2017 war das TC noch 19,4 km lang und am Devil's Staircase gab es keine Metallgitterstufen. Ich erinnere mich an einen Geröllhang mit Stahlketten an heiklen Stellen. Am ätzendsten war tatsächlich der untere Teil des Abstiegs, wo es im Dschungel auf einmal wieder hoch geht. Weiß nicht ob das immer noch so ist. Aber die Stufen scheinen ja geblieben zu sein.
 
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SDanie

Erfahrenes Mitglied
24.03.2013
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3.024
Interessant zu lesen, scheint sich einiges geändert zu haben. Anfang 2017 war das TC noch 19,4 km lang und am Devil's Staircase gab es keine Metallgitterstufen. Ich erinnere mich an einen Geröllhang mit Stahlketten an heiklen Stellen. Am ätzendsten war tatsächlich der untere Teil des Abstiegs, wo es im Dschungel auf einmal wieder hoch geht. Weiß nicht ob das immer noch so ist. Aber die Stufen scheinen ja geblieben zu sein.

Die Änderung der Länge kommt, wenn wir es noch richtig in Erinnerung haben, dadurch, dass nach einem Geröllrutsch der erste Teil des Abstiegs angepasst und "entschärft" wurde. Müsste der Teil zwischen den beiden Toiletten sein.
 
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24.03.2013
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Gibt es eigentlich immer noch so viele tote Opossums auf den Straßen? @SDanie

Mir ist Anfang des Jahres bei einer ähnlichen Route mit ca. 2.500km Autofahrt nicht besonders viel totes Getier auf den Straßen der Nordinsel aufgefallen.

Entschuldigt bitte die späte Rückmeldung.

Wir empfanden es schon als sehr viel. Um ehrlich zu sein, mussten wir zunächst googeln, um welche Tiere es sich handelt, da wir uns über die Vielzahl wunderten.
 
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Icecreamman

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04.07.2022
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Entschuldigt bitte die späte Rückmeldung.

Wir empfanden es schon als sehr viel. Um ehrlich zu sein, mussten wir zunächst googeln, um welche Tiere es sich handelt, da wir uns über die Vielzahl wunderten.
Damals lagen die teilweise haufenweise am Straßenrand oder auf dem Mittelstreifen
 

SDanie

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24.03.2013
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Tag 22

Es ist 8:30 Uhr als wir so langsam versuchen aufzustehen. Es steht die Frage im Raum, wer als erstes aufsteht, um zu schauen wie sich Knochen, Füße und Muskeln heute anfühlen. +1 wagt den ersten Schritt. Erstaunlich gut klappt das sogar. Bis auf etwas Muskelkater in den Waden hat sie sonst keine Beeinträchtigungen. Und auch als ich mich aus dem Bett traue, merke ich nur etwas die lahmen Oberschenkel. Das hätten wir uns beide gestern Abend wesentlich schlimmer vorgestellt.

Wir frühstücken noch den Rest von gestern und schmeißen anschließend die Spülmaschine im Schnellprogramm an. Damit sollte sie noch bis zur Abreise fertig sein. Im Anschluss packen wir zusammen und machen uns fertig für den Tag.

Da mir die Glühwürmchen-Höhle seit gestern Abend nicht aus dem Kopf geht, schauen ich nochmal rein und entdecke, dass mittlerweile bei einem Anbieter für morgen doch noch eine Kombi-Tour buchbar ist. Die Seite ist aber ziemlich blöd gemacht. Sobald man die Tour im Warenkorb hat, sieht man, dass die Höhlentour morgen wäre, aber die Glühwürmchen-Tour erst einen Tag später. Und somit zu spät. Bevor wir jetzt noch weiter Zeit verschwenden, hake ich das Thema ab und wir steigen ins Auto.

Heute sind wir beim Check-Out etwas spät dran und statt eigentlich 10 Uhr kommen wir erst gegen 10:40 Uhr los. Da unsere Stops bzw. natürlich auch die Fahrtstrecken heute deutlich überschaubarer ist, macht uns das überhaupt nichts aus.

Unser erstes Ziel heute sind die Aratiatia Rapids in gut einer Stunde Entfernung.
Vier Mal am Tag wird in der Nähe von Taupō die Überlaufrinne des Waikato River geöffnet. Bis zu 90.000 Liter Wasser pro Sekunde stürzen dann turbulent durch eine schmale Schlucht und fluten die Aratiatia Rapids. Circa 15 Minuten später schließen sich die Dammtore wieder, so dass der Fluss erneut zu einem friedlichen Bächlein wird. Der Wandel von schwachem zu starkem Wasserfluss und zurück ist ein echtes Schauspiel der Naturgewalten.

Wir lachen noch, weil wir bereits um 11:30 Uhr am Parkplatz ankommen und viel zu früh sind für die nächste Schleusenöffnung um 12 Uhr. Schnell merken wir aber wie sich sowohl der Parkplatz als auch die Aussichtsplattform füllt. So haben wir immerhin noch einen guten Platz bekommen.

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Wenn man in der Nähe ist, kann man die Schleusenöffnung auf jeden Fall mitnehmen. Schon erstaunlich in welch kurzer Zeit sich das „Tal“ füllt und in gletscherblauem Wasser erstrahlt. Von der Aussichtsplattform sind es nur 6 Minuten zurück an den Parkplatz und so sitzen wir recht schnell wieder im Auto und steuern unseren nächsten Halt an.

Die ca. 10 Minuten entfernten Huka Falls. Die Huka Falls bei Taupō in Neuseeland beeindrucken durch ihr schieres Volumen. 220.000 Liter Wasser rauschen pro Sekunde den Wasserfall hinunter. Durch das Tempo und die große Menge werden viele Luftblasen erzeugt, die das Wasser unheimlich schön blau erscheinen lassen.

Der Aussichtspunkt selbst ist voller Touristen und flach angelegt. Raus aus dem Auto, 1 Minute gehen und schon steht man auf der Brücke über den reißenden Strom.

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Die Falls sind wirklich schön anzusehen und auch hier sind die Wassermassen wieder beeindruckend. Trotzdem merken wir hier recht schnell, dass alles auf die Art Touristen aufgelegt ist, die nur kurz aus dem Auto aussteigen wollen, ein Bild machen und wieder zurück ans Auto laufen.

Überraschenderweise erhalte ich während unseres Halts eine Antwort vom Touranbieter für die Glühwürmchen-Höhle. Und tatsächlich, sie können uns morgen Mittag um 15:15 Uhr noch zwei Plätze anbieten. Online ist die Tour nach wie vor nicht buchbar, aber man schickt mir zeitgleich noch einen Zahlungslink mit.
Wir möchten darüber nochmal in Ruhe nachdenken. Einerseits wissen wir morgen nicht, wie wir den Tag füllen sollen, andererseits sind natürlich 4h Fahrt für eine 1-ständige Tour auch nicht außer Acht zu lassen. Wir wollen auf dem Hinweg zwar so oder so die Blue Springs anschauen (von dort sind es dann zumindest beim Hinweg "nur" noch 1,5h Fahrt), aber wir bewundern hier so sehr die Natur und fahren dann doch in Summe 300km durch die Gegend. Darüber möchten wir deshalb gerne nochmal nachdenken. Aber: die Plätze hätten wir.

Wir fahren weiter in den Ort Taupo und entscheiden uns spontan für ein kleines Mittagessen im Cafe Baku. Seit langem freuen wir uns mal wieder auf einen Salat.Den gbt es hier mit crunchy Asia Noodles und Chicken. Dazu bestellen wir noch einen Teller mit Humus, Joghurt, Pita und Halloumi Käse sowie 2 Coke Zero. Alles sehr lecker und anschließend sind wir pappsatt.

Wir schlendern noch vor an die nächste Ecke, denn da habe ich vorab noch etwas entdeckt: den coolsten McDonald's der Welt, wie er sich selbst nennt.

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Wir machen machen noch ein Bild von der DC-3 und laufen weiter entlang der Seepromenade bis zum Hole in One, einer Driving Range am Ufer. Hier kann man viele Menschen beobachten, die versuchen Golfbälle auf eine Plattform im Meer mit drei Zielen zu schlagen.

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Unser kleines Fazit zu Taupo: das Städtchen ist süß angelegt, bietet aber ansonsten nicht viel. An der Uferpromenade kann man ganz schön spazieren, sie lädt aber nicht zum Verweilen ein.

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In der Ferne erblicken wir noch unser gestriges Ziel.

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Als nächstes haben wir noch den Besuch eines Geothermalfeldes geplant. Wir haben uns gestern bereits intensiv eingelesen und uns dann an einem Erfahrungsbericht aus dem Internet orientiert. Für uns kommen nur der Orakei Korako Geothermal oder Wai-O-Tapu in Frage.

Es ist mittlerweile kurz vor 15 Uhr und mit Blick auf die Uhr und einem kurzen Blick in Google Maps nach den entsprechenden Fahrzeiten, entscheiden wir uns für den gut 30 Minuten entfernten Orakei Korako Geothermal Park & Cave. In der Region gibt es insgesamt 3 Thermalfelder, wir haben aber gelesen, dass dieser hier der kleinste und damit aber auch der am wenigsten frequentierte sein soll. Das ist ja eher unser Ding.

Orakei Korako, auch bekannt als Hidden Valley, weist die meisten aktiven Geysire aller geothermischen Parks in Neuseeland auf. Ein unberührtes Thermaltal, umgeben von beeindruckenden Farben, sprudelnden heißen Quellen, Schlammpools und Geysiren.

Wir kommen gegen halb 4 vor Ort an und können direkt die Tickets kaufen. Als einzige Gäste sitzen wir in dem kleinen Motorboot, welches uns in unter 5 Minuten auf die andere Seite zum Thermalgebiet fährt.

Es ist ein schöner Rundgang, wenig besucht und gleichzeitig sehr gut beschildert.

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Insgesamt ist für die Strecke von 2,5km ca. 1h veranschlagt. Und damit ist der Rundgang realistisch kalkuliert.
Kurz vor Ende des Rundwegs überholen wir noch zwei deutsche Mädels und wir sind uns sicher, dass wir die beiden auch bei der gestrigen Wanderung gesehen haben. Zumindest kommen sie uns vom Abstieg gestern bekannt vor.

Nach gut einer Stunde stehen wir wieder am Jetty und warten auf das Boot. Auch zurück sind wir wieder die einzigen Gäste im Boot.

Jetzt geht es noch gute 50 Minuten zum nächsten Hotel dem Pullman Rotorua.

Wir checken schnell ein und lehnen den Parkplatz für 60$ pro Nacht dankend ab. Dafür können wir auf der Straße günstiger parken. Zumal man ab 17 Uhr nichts mehr zahlt und vor 9:00 Uhr am nächsten Tag auch nicht. Und so parken wir für rund 4€ ca. 300m vom Hotel entfernt. Samstags ab 12:00 Uhr parkt man ebenfalls kostenfrei und sonntags ganztägig. Von daher reicht uns ein Ticket bis zum nächsten Tag 11 Uhr völlig aus.

Das Zimmer ist schön geräumig und wir fühlen uns wohl.
Während wir es uns kurz gemütlich machen, suchen nach einem geeigneten Abendessen.

Zur Auswahl stehen am Ende das poco. oder der Mexikaner El Mexicano Zapata Cantina. Beides ist sehr gut bewertet, aber leider voll besetzt. Also muss eine Alternative her. Bei der Einfahrt in Rotorua haben wir in der Straße des Hotels das Black Label Barbecue gesehen. Es gibt dort genau das, was der Name verspricht - Barbecue. Die Bewertungen bei Google Maps sind gut und auch das Essen sieht ansprechend aus. Also versuchen wir spontan unser Glück in Restaurant Nummer 3. Und wir bekommen tatsächlich einen Platz draußen auf der Terrasse. Ich bestelle mir ein Bier und +1 eine Coke Zero. Auch in der Wahl des Essens selbst, sind wir uns schnell einig. Wir teilen uns die Texas Platter für 139$, also gute 72 €. Das Essen kommt sehr schnell. Geschmacklich richtig gut, es könnte nur etwas heißer sein.

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Zurück im Hotel schalten wir seit Tagen mal wieder den TV an und bleiben auf einem Maori-Sender hängen, der gerade eine Haka Meisterschaft ausstrahlt. Total spannend, dennoch schreiben wir nebenbei noch etwas Reisebericht und planen weiter.

Gute Nacht Rotorua!
 
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ftl789

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26.02.2025
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Tag 21

Der Wecker reißt uns um 05:30 Uhr aus unserem Schlaf. Heute haben wir keine Zeit zu trödeln. Um 07 Uhr geht der Shuttle zum Tongariro Crossing Startpunkt und bis zum Parkplatz fahren wir auch noch gute 20 Minuten.
Wir machen uns schnell fertig, schmeißen uns in unsere multifunktionalen Wanderoutfits und machen uns nebenbei noch Frühstück. Es gibt den Rest griechischen Joghurt, Banane, Müsli und je einen halben Apfel. Dazu noch ein Glas O-Saft.

Pünktlich um halb 7 sitzen wir im Auto. Wir sind beide ziemlich gespannt darauf, was uns heute erwartet. Der Parkplatz ist für große Massen ausgelegt und generell ist alles professionell organisiert. Bei der Einfahrt wird unser Name auf einer Liste abgehakt und ein paar Meter weiter, wird Auto neben Auto eingewiesen.
Mit unserem gepackten Rucksack steigen als vorletzte in den Bus ein und bekommen auch keine Plätze mehr nebeneinander. Beim Einsteigen fragt der nette Busfahrer jeden Gast, wo er herkommt. Bei „Germany“ geht ein kleines Raunen/Lachen durch den, fast ausschließlich, mit Deutschen und Australiern besetzen Bus.
Und auch später auf der Wanderung hören wir immer wieder die deutsche Sprache.

Nach gut 25 Minuten kommen wir am Startpunkt der Wanderung an. Durch unsere vorderen Sitzplätze haben wir das Glück mit die ersten an den Toiletten zu sein. Auf der Wanderung wird es insgesamt 4 Toiletten geben, weshalb zumindest S. ihrem Motto nachgeht "better save than sorry".

Und dann geht es auch schon los, 20,2km liegen vor uns, aktuelles Wetter: strahlender Sonnenschein und blauer Himmel.

Anhang anzeigen 291989

Die erste Strecke bis zu den Blue Springs verläuft gut. Man hat einen ganz leichten, konstanten Anstieg zu bewältigen, absolut machbar.
Bei den Blue Springs handelt es sich um einen kleineren Wasserfall, wenig spektakulär, aber den nehmen wir natürlich dennoch mit.

Anhang anzeigen 291990

Im Anschluss geht es dann ein kleines Stückchen steiler bergauf, man kommt schon etwas außer Atem. Oben wird man mit einem Schild begrüßt, dass das der leichte Part war und es ab jetzt anstrengend wird. Wer sich jetzt nicht fit genug fühlt, sollte umdrehen und den Shuttleservice rufen.

Anhang anzeigen 291991

Mein Blick geht zu meiner Frau, insbesondere zu ihrem Knie. Da sich dieses aber bisher noch nicht gemeldet hat, heißt es weiter geht’s. Vor uns liegen die s.g. Devil Staircase - 2km und insgesamt 370 Stufen. Wie üblich auf den vielen Wanderwegen in Neuseeland, ist auch dieser Weg extrem gut ausgebaut. Jede Treppenstufe hat ein in den Boden integriertes Gitter, das es fast unmöglich macht auszurutschen. Als einzige Schwierigkeit bleibt der Höhenunterschied von etwa 200 Höhenmeter, der auf einer relativ kurzen Strecke zu überwinden ist.

Wir kommen das erste Mal ordentlich ins Schwitzen. S. macht etwas mehr Pausen als ich, am Ende kommen wir aber beide oben an. Noch ein kurzer Anstieg und wir erreichen den Rand des South Craters.

Anhang anzeigen 291992

Der anschließende Part ist wiederum sehr schön. Flach geht es durch die weite Ebene des Kraters. Hier können wir etwas entspannen und verschnaufen. Je näher wir dem Ende der Ebene kommen, desto mehr können wir erahnen, was da noch so vor uns liegt.

Anhang anzeigen 291993

Anhang anzeigen 291994

Der Ausblick auf den Mt. Ngauruhoe ist atemberaubend. Und was haben wir für ein Glück mit dem Wetter. Nicht eine Wolke stört den Anblick und so haben wir einen grandiosen Blick auf den berühmten Schicksalsberg aus Herr der Ringe.

Die karge Landschaft bietet dabei einen nicht alltäglichen Anblick. Und auch eine kurze Ablenkung von dem, was da noch vor uns liegt: der steile und anstrengende Aufstieg zum Red Crater. Der steinige, gewundene Pfad zum Kraterrand lässt einen bereits ordentlich schwitzen, aber der Ausblick dabei ist genial. Immer wieder machen wir hier den Abschnitten eine kurze Pause und genießen die Aussicht.

Anhang anzeigen 291996

Wie geht's eigentlich dem Knie oder den Knien? Ziemlich gut - nach wie vor keine Beschwerden. Es wäre gelogen zu sagen, wir merken den Aufstieg nicht in den Beinen, aber das Wichtigste ist, dass +1 keine Schmerzen hat.

Über Geröll und lose Steine wandern wir - mit Pausen um die Aussicht zu genießen - ziemlich genau eine Stunde weiter hoch zum Red Crater.

Anhang anzeigen 292007

Nun ist er endlich erreicht, der höchste Punkt des Tongariro Alpine Crossing. 1886m und das um ziemlich genau 11:00 Uhr, also gute 3 Stunden nach Beginn unserer Tour. Ganz schön frisch und windig hier oben, besonders wenn man vom Aufstieg auch noch geschwitzt ist.

Die Aussicht von hier oben ist atemberaubend schön. Unter uns erstreckt sich eine faszinierende Landschaft aus Geröll, Asche und Berggipfeln, welche mit den 3 türkisblauen Emerald Lakes den Höhepunkt findet.

Anhang anzeigen 291998

Eine gemütliche Pause ist schier unmöglich. Zum einen sind wir nicht die einzigen Menschen hier oben und zum anderen weht der Wind recht ordentlich und es ist ungemütlich. Der Ausblick ist dennoch so schön, dass wir eigentlich gar nicht mehr so schnell gehen wollen.

Wir machen uns an einen ersten Abstieg, der es aber in sich hat. Der Hang runter zu den Seen ist steil. Sehr steil. Es geht rapide bergab und wir sehen, wie schwer sich die anderen Wanderer mit dem weichen Untergrund tun. Viele rutschen und stolpern auf dem Gemisch aus Sand, Asche und losen Steinen, welches einen sofort knöcheltief einsinken lässt. Nur langsam mühen sich die Menschen um uns herum den Hang hinab.

Wir hingehen haben wenig Probleme. Mit unseren stabilen Wanderschuhen laufen wir meist seitlich in Schlangenlinien hinunter. Damit haben wir einen sicheren Halt und entlasten auch die Knie.

Der Blick nach oben lässt uns etwas schmunzeln, wie eine Ameisenstraße wirkt der Anblick.

Anhang anzeigen 292000

Direkt vor den Ufern der schimmernden Emerald Lakes, die ihre auffällige Farbe den im Wasser gelösten Mineralien verdanken, machen wir unsere erste ausgiebigere Pause und gönnen uns eine Banane sowie einen Riegel. Wir sind zwar wieder etwas tiefer, der Wind ist trotzdem weiterhin nicht zu unterschätzen. Sonne und blauer Himmel sind aber nach wie vor unsere treuen Begleiter. Wir legen deshalb auch nochmal etwas Sonnencreme nach.

Wir bahnen uns unseren Weg wieder etwas hinauf in Richtung Blue Lake. Der letzte größere Anstieg dieser Tour und in Windeseile erreichen wir den Rand des North Craters. Der Blue Lake, auch sehr schön, kann aber mit den Seen in der chilenischen Atacama-Wüste nicht ganz mithalten.

Anhang anzeigen 292001

Ab jetzt geht es bis auf kürzere Anstiege zwischendurch nur noch bergab.

Aktuelles Fazit: der Anstieg ist nicht zu unterschätzen und man kommt ordentlich außer Puste und die Oberschenkel merkt man auch. Der Ausblick und das Gesehene machen jedoch alles wett. Bei uns war die Freude darüber, dass wir zwei doch recht Untrainierte, das bisher gemeistert haben, dennoch groß.

Der Abstieg beginnt recht entspannt mit einem gleichmäßig bergabgehenden Pfad, der in Serpentinen nach unten führt.

Anhang anzeigen 292002

Leider ändert sich der Weg jedoch nach kurzer Zeit und aus dem gleichmäßigen Pfad, werden Treppenstufen, hunderte Treppenstufen und dann auf einmal sind sie da. Die Knieschmerzen bei +1. Schon nach den ersten Stufen, humpelt sie Stufe für Stufe den Weg hinunter. Auf den Wegen zwischendurch hat sie überhaupt keine Probleme, es sind nur die Stufen. Und leider sind es wirklich viele Stufen.
Hinzukommt, dass bei uns beiden mittlerweile die Beine recht schwer sind. Bei mir sind es die Oberschenkel, S. merkt die Kilometer dann doch eher in den Füßen.

Der letzte Abschnitt des Weges führt uns zu unserer eigenen Verblüffung durch dichten Regenwald.

Anhang anzeigen 292003

Insgesamt hat der Abstieg eine Länge von gut 10km und dauert nochmal etwas mehr als 3h. Tendenziell geht es deutlich schneller, wir lassen uns aber Zeit.
Als wir am Ende des Tracks ankommen, sind wir erleichtert und gleichzeitig stolz.

Anhang anzeigen 292004

Der letzte Kilometer die Straße entlang bis zum Parkplatz dauert eine gefühlte Ewigkeit, die Beine sind so schwer und müde geworden und jeder Schritt zieht sich. Aber davon wollen wir uns das tolle Erlebnis nicht verderben lassen. Wir kommen schlussendlich nach ca. 22 km erschöpft, aber auch extrem stolz und beeindruckt von den Erlebnissen des Tages wieder am Parklatz an.

Ziemlich genau 8h haben wir gebraucht. Dabei einkalkuliert viele kleine Pausen beim Anstieg, jede Toilettenmöglichkeit und auch einfach mal die Ansicht genießen und nicht direkt weiterhetzen.

Anhang anzeigen 292005

Am Auto angekommen, fahren wir zurück in Richtung Unterkunft.
Wir wissen auch diesen Abend nicht, was wir essen sollen. Die ortseigenen Restaurants überzeugen uns alle nicht. Da wir erst ca. 16 Uhr haben, verschieben wir die Entscheidung auf später.

Wir parken das Auto und zu unserer Ferienwohnung müssen wir ungefähr 7 Stufen zur Haustür laufen. Die ersten Schritte nach der Autofahrt sind recht mühsam. 😅

Angekommen legen wir uns erstmal kurz auf die Couch.
Nachdem wir uns beide etwas ausgeruht haben, können wir uns recht schnell auf ein Abendessen einigen. Wir holen uns im Supermarkt eine Tiefkühlpizza und bei Burger King nebenan noch Burger. Das wird wohl für lange Zeit die teuerste TK-Pizza gewesen sein mit umgerechnet etwa 6€. Zusätzlich haben wir zu Hause auch noch einen Rest von den gestrigen Nudeln über.

Wir haben kurz Probleme, den Ofen auf Temperatur zu bringen. Deshalb starten wir mit den Burgern. Nach den ersten Bissen wissen wir auch wieder warum wir zu Hause Fastfood-Burger meiden. Sie schmecken einfach nicht, sind lieblos zusammengeklappt und meistens kalt. Immerhin ist die Bestellung vollständig. Das aber auch nur, weil +1 noch beim Kontrollieren vor Ort festgestellt hat, dass ein Burger fehlte.

Jedes Aufstehen, jeder Schritt - wir jammern und lachen zugleich!
Aber immerhin hat mit dem Ende der Treppenstufe auch das Knie von S. wieder Ruhe gegeben. Was ein Glück.

Wir sind fix und fertig, müssen aber trotz alle dem noch etwas Zeit in die Reiseplanung der nächsten beide Tage stecken. Im gestrigen Podcast über die Nordinsel wurden Glühwürmchen-Höhlen erwähnt. Und tatsächlich haben wir beide diese Aktivität auch bei Maps gespeichert. Von Rotorua, unserem nächsten Ziel, aus sind es ca. 2h Fahrt. Daher überlegen wir die Höhle morgen auf dem Weg einzubauen. Leider haben aber alle Anbieter keine freien Plätze mehr.
Tja das kommt davon, wenn man sich nicht früher darum kümmert. Ich schreibe einem Anbieter noch eine Mail bzgl. Verfügbarkeiten in den nächsten beiden Tagen, setze aber wenig Hoffnung darauf. Eine grobe Idee für morgen und übermorgen steht, schauen wir einfach was kommt.

Gleichzeitig buchen wir noch recht kurzentschlossen eine 2-stündige Bootstour auf der Coromandel-Halbinsel für 16 Uhr am Sonntag. Immerhin diesen Planungspunkt hätten wir damit abgehakt.

Wir stellen uns den Wecker etwas später für morgen und schlafen beide innerhalb weniger Minuten ein.
Traumhafte Bilder, da hattet ihr echt super Wetter. Gerade auf unseren Fotos geschaut, der Trail war damals nur 19,4 km, und wir hatten damals leider Nebel und Null Grad am höchsten Punkt, die Seen kaum zu erkennen.
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24.03.2013
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Tag 23

Gestern Abend ist noch die Entscheidung für die Glühwürmchen-Höhle gefallen. Wir machen die Tour.
Wir haben für den Tag keine wirklichen Alternativen mehr gefunden, die uns ansprechen. Auf dem Plan standen noch ein weiteres Geothermalfeld oder ein Maoridorf inkl. Show, aber solche Vorführungen sind nicht so unser Ding.

Und so sitzen wir gegen kurz nach 9 Uhr in einem süßen Café direkt neben dem Hotel. Das „Citron Café and Bar“ haben wir gestern Abend auf dem Heimweg vom Abendessen noch entdeckt und eine Google Bewertung von 4,9 sollte hoffentlich nicht enttäuschen.
Wir bekommen einen Tisch zugewiesen und geben unsere Bestellung auf. Für S. gibt es neben einem Cappuccino einen Beerensmoothie sowie ein Egg-Benedict auf Sauerteigbrot. Ich entscheide mich ebenfalls für einen Cappuccino sowie ein gegrilltes Croissant mit Avocado und pochierten Eiern.

Es kommen zwei sehr üppige Portionen, die nebenbei noch super lecker sind. Hier kommen wir morgen früh auf jeden Fall nochmal hin.

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Nach dem Frühstück gehen wir nochmal kurz aufs Zimmer und verlassen das Hotel so, dass wir um Punkt 11 Uhr an unserem Auto sind. Was für ein Timing.

Erster Halt des heutigen Tages: die Blue Springs.
Weil der Track gerade renoviert wird, ist nur der Zugang an der Leslie Road geöffnet. Das haben wir in den neuesten Google Bewertungen gelesen und man erkennt den Eingang auch schon von weitem. Der kleine Parkplatz reicht nicht für den Besucherandrang und so parken wir am Straßenrand, wie viele andere Autos auch.

Nach einem etwa zweiminütigen Fußweg können wir auf einer Brücke schon einen ersten Blick erhaschen.
Wahnsinnig schön schmiegt sich das glasklare Wasser über die Unterwasserpflanzen, sodass diese sich ganz sanft bewegen. Hinzu kommt eine extreme Farbwelt in sämtlichen Grün- und Blautönen. Das sieht sehr unwirklich aus, aber gleichzeitig auch traumhaft schön.

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Noch etwa 500m geht der Weg, bis er durch einen Bauzaun und einem großen Hinweisschild zu den Bauarbeiten endet.
Wir können es nicht verstehen, aber andere Besucher zwängen sich tatsächlich durch den kleinen Schlitz, um noch ein paar Meter hinter der Absperrung Bilder machen zu können.

Generell fragen wir uns hier, wie man in Zukunft solche Naturschätze wahren kann. Denn obwohl es viele Hinweisschilder gibt, dass man den Track nicht verlassen und auch nicht das Wasser berühren soll, sehen wir diverse Mitmenschen, die alle Bitten und Regeln missachten. Am Ende meist nur um das beste Bild zu bekommen.

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Wir haben noch Zeit bis zur Bootstour und so genießen wir einfach nur den Anblick dieser Naturschönheit und versuchen die Massen an Menschen auszublenden.

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Neben den Huka Falls ist das bisher der gefüllteste Ort. Aber es ist absolut noch in Ordnung und man findet seinen Platz, an dem man etwas seine Ruhe hat.

Die meisten Besucher machen ohnehin nur ein Bild und suchen sich dann wieder ihren Rückweg. Dass wirklich mal jemand länger stehen bleibt und sich das Naturschauspiel anschaut, können wir eigentlich nicht erkennen.

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+1 steht fasziniert von all dem am Rande des Tracks und sagt auf einmal zu mir, dass dieser Ort hier gerade in ihre Top 3 der schönsten "Sehenswürdigkeiten" aufgestiegen ist. Platz 1 ist die Antarktis und Platz 2 Perrito Moreno in Patagonien. So etwas freut mich immer sehr, denn nach all den vielen gemeinsamen Reisen wird es mittlerweile natürlich schon schwer immer die gleiche Begeisterung auszulösen.

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Mit diesen tollen Eindrücken gehen wir zurück ans Auto, denn wir müssen uns langsam auf den Weg zur Glühwürmchenhöhle machen.
100 km und 90 Minuten Fahrt sagt uns Google Maps.

Auf ungefähr der Hälfte der Strecke halten wir nochmal kurz an einem Woolworth, weil wir hoffen eine Kleinigkeit zum Essen zu bekommen, aber leider werden wir nicht fündig. Im Auto haben wir noch etwas Obst, Riegel und Proteinballs. Das sättigt uns ebenfalls bis zum Abendessen.

Wir erreichen gegen 15 Uhr den Check-In der Spellbound Glowworm and Cave Tour. Es ist ein kleines Familienunternehmen. Offizieller Start der Tour ist 15:15 Uhr. Am Ende wird es etwa halb 4 und wir werden mit 10 anderen Gästen zum Beginn der Höhle gefahren. Der Fahrer erzählt uns während der 15-minütigen Fahrt ein bisschen was zur Geschichte, Geologie und Natur der Region.

Nach einem kurzen kleinen Weg bergab erreichen wir den Eingang der Höhle. Wir werden mit einem Helm und einer Stirnlampe ausgestattet und anschließend steigen wir ins Innere der gut ausgebauten Höhle ein.

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Man erkennt schon einzelne leuchtende Punkt an der Deckenhöhle. Irgendwann erreichen wir eine Stelle, an der wir von unserem Guide gebeten werden die Stirnlampen auszuschalten. Und nach wenigen Metern sehen wir sie: abertausende Glühwürmchen an der Höhlendecke. Ein toller Anblick.

Kurze Zeit später sitzen wir in einem Boot und fahren unterhalb der vielen leuchtenden Punkte entlang. Das Boot fährt ohne Motor. In der Höhle sind Seile gespannt und unser Guide zieht uns und das Boot an diesem Seil entlang.
Der Guide hat uns vorher darüber informiert, dass er an 2-3 Spots halten wird, damit wir ausreichend Bilder machen können. Er selbst macht auch noch welche, die er uns am Ende der Tour kostenlos per Airdrop zur Verfügung stellen wird.

Und dann bittet er alle die Handys wegzulegen und die restliche Fahrt einfach zu genießen. Das finden wir klasse, denn so kann man einfach mal in eine andere Welt abtauchen und die Bilder auf dem Smartphone unterscheiden sich in der Kulisse ohnehin nicht voneinander. Damit können wir die Tour tatsächlich genießen.

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Die Tour hat sich in jedem Fall absolut gelohnt und wir sind froh, dass es doch noch geklappt und wir die beiden Plätze bekommen haben.

Zurück am Parkplatz steigen wir ins Auto und treten unsere zweistündige Fahrt ins Hotel an.

Wir haben Glück und bekommen direkt vorm Hotel einen kostenlosen Parkplatz. Wir gehen schnell aufs Zimmer und machen uns ganz kurz frisch, denn für 19:30 Uhr haben wir heute eine Reservierung im poco. Nachdem wir gestern keinen Platz bekommen haben, haben wir gestern Abend noch online einen Tisch reserviert.

Nach nur vier Gehminuten kommen wir bereits an, nehmen Platz und bestellen eine Auswahl an Gerichten zum Teilen. Das Konzept des Restaurants ist auf Sharing ausgelegt. Insgesamt bestellen wir 5 Gerichte und 4 Gläser Wein. Das war eine tolle Erfahrung und wir können ein Abendessen im poco. wärmstens empfehlen.

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Am Ende zahlen wir rund 120€ und laufen die wenigen Minuten zurück zum Hotel. Dort packen wir noch unsere Koffer, da wir morgen Rotorua wieder verlassen werden.
 
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SDanie

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24.03.2013
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Traumhafte Bilder, da hattet ihr echt super Wetter. Gerade auf unseren Fotos geschaut, der Trail war damals nur 19,4 km, und wir hatten damals leider Nebel und Null Grad am höchsten Punkt, die Seen kaum zu erkennen.

Ja da hatten wir tatsächlich sehr viel Glück.
Mein Kollegen, den wir ursprünglich in Queenstown treffen wollten, hat mir ebenfalls Bilder gezeigt. Er ist die Wanderung ein paar Tage zuvor gelaufen und hat den Vulcan nicht einmal gesehen.
 
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SDanie

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24.03.2013
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Tag 24

Der Wecker klingelt um 7:15 Uhr. Heute steht die 2,5-stündige Fahrt auf die Coromandel Halbinsel an. Wir haben vorab lange überlegt, ob wir diesen Teil der Nordinsel einplanen sollen oder nicht. Am Ende haben wir uns dazu entschieden, die Halbinsel als eine Art Zwischenstopp auf unserem Weg nach Auckland einzuplanen.

Wir machen uns fertig und gehen wie angekündigt in dasselbe Café wie am Vortag (Citrus Café). Wir sind heute später dran und das merkt man auch direkt an der Auslastung. Dennoch bekommen wir einen Platz. Heute gibt es für uns beide Egg Benedict.

Zurück im Hotel erhalte ich noch während dem Fertigmachen eine SMS vom Touranbieter unserer für heute Nachmittag geplanten Bootstour. Die Tour kann vermutlich aufgrund stärkeren Windes nicht wie geplant stattfinden. Die finale Entscheidung steht jedoch noch aus. Wir entscheiden uns erst einmal unseren Tag wie geplant zu gestalten. Die vorgeschlagene Alternative um 13:30 Uhr wäre nur mit sehr großer Eile zu schaffen und darauf haben wir beide keine Lust.

So packen wir unsere Koffer, checken aus und verladen alles im Auto. Da wir vom Städtchen Rotorua selbst noch nicht wirklich etwas gesehen haben, laufen wir eine kleine Runde durch den nahegelegenen Government Garden, ein hübsch angelegter Park mit eigenen Thermalquellen. Schade, dass das Hauptgebäude gerade renoviert und damit von einem großen Vorhang verdeckt wird.

Wir laufen ein Stück am Ufer des Rotorua Sees entlang. Auch hier ist wieder alles sehr hübschen angelegt. Viele Sitzmöglichkeiten, Spielplätze für Kids und dazu noch kleine Streetfood Stände, die u.a. Eiscreme verkaufen. Wir beobachten noch einen Moment lang einen Helikopter beim Start, ehe wir zum Auto laufen.

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Im Hotel suchen wir nochmal die Toilette auf und dann brechen wir auf in Richtung Whangamata Beach. Ein Strand, der ohnehin auf dem Weg zur Coromandel Halbinsel liegt und für seine Surfer bekannt ist.

Während wir auf Toilette sind, erreicht mich auch die finale Info, dass die Tour heute Mittag nicht stattfinden kann. Bereits jetzt sei der Wind zu stark. Wir entscheiden uns daher auf die vorgeschlagene Alternative am nächsten Tag um 10:30 Uhr auszuweichen. Wir müssen zwar um 15.30 Uhr den Mietwagen in Auckland abgeben, aber unseren Rechnungen zufolge dürften wir das ziemlich genau schaffen. Und wenn wir diese Tour nicht machen, dann war die Einplanung der Halbinsel auch ein bisschen für die Füße bzw. einfach auch ein großer Umweg nach Auckland.

Am Stadtrand von Rotorua halten wir noch einmal bei einem Woolworth und kaufen ein paar Mitbringsel für zuhause.

Am Whangamata Beach angekommen, holen wir uns in einem Café zwei Eiscafé und setzen uns am Strand einige Zeit in die Sonne. Die Stadt ist teilweise auch noch weihnachtlich geschmückt.

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Ein paar mutige Menschen sind tatsächlich im Wasser. Wir frieren schon allein beim Anblick.

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Anschließend brechen wir auf in Richtung des Grand Mercure Puka Park Resort. Das ist unser Ziel für die heutige Nacht.
Der Check-In verläuft reibungslos und da das Hotel sehr weitläufig über diverse Hügel angeordnet ist, müssen wir nochmal kurz ins Auto steigen und zum Zimmer fahren. Dort laden wir die Koffer aus und ich bringe das Auto zurück auf den kostenfreien hoteleigenen Parkplatz.

Auf dem Hotelzimmer angekommen, nutzen wir die Zeit, unsere Koffer, umzupacken und für die Rückreise vorzubereiten. Zudem packen wir in unseren Rucksack ein paar Dinge für unsere morgige Nacht auf Waiheke Island. Zu diesem Zeitpunkt werden wir kein Auto mehr haben und da wir keine Koffer über die kleine Insel schleppen möchten, geben wir unsere Koffer bereits einen Tag eher im Hotel in Auckland ab. Das hatten wir vorab per Mail abgeklärt.

Zum Abendessen fahren wir ins Ort in das Restaurant "The Local". Wir teilen uns ein paar Chickenwings, einen Garnelen-Toast sowie Baos. Wir werden satt, aber definitiv war das bisher das schwächste Essen unserer Reise. Nicht schlecht, aber definitiv auch nichts Besonderes.
In der kommenden Nacht wird S. sogar aufwachen und mit flauem Magen an das Essen zurückdenken. Mehr zum Glück aber nicht.

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Anschließend fahren wir noch an den Strand im Ort, beobachten die untergehende Sonne sowie den aufgehenden Mond. Der Strand und der Sonnenuntergang bzw. der Mondaufgang sind wunderschön und kurz überlegen wir, was wohl da hinten am Horizont als nächstes kommt, wenn wir jetzt einfach drauf losschwimmen. Am Ende würde es irgendetwas zwischen Ecuador und Chile werden. Diese Weite lässt uns träumen und zeitgleich auch glücklich zurück.

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Zurück im Hotel angekommen spielen wir noch eine Runde „Mensch Ärger dich nicht“ auf dem Bett. Schon im Schlafanzug stellen wir uns nochmal auf die Veranda, denn heute ist der erste Tag, an dem der Nachthimmel völlig klar zu sehen ist. Wir haben jede Nacht rausgeschaut, zumindest dann, wenn wir nicht in einer Stadt geschlafen haben. Wir entdecken direkt über uns das Kreuz des Südens. Anschließend legen wir uns ins Bett und schlafen schnell ein.

Wahnsinn wie schnell die Zeit vergeht, morgen müssen wir schon den Mietwagen abgeben.
 

SDanie

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24.03.2013
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Tag 25

Wieder einmal klingelt der Wecker um 7 Uhr, denn um 10:30 Uhr müssen wir schon wieder im gut eine Stunde entfernten in Whitianga sein.
Dort startet der Ausflug zu den Highlights der Coromandel Halbinsel, welcher gestern Nachmittag aufgrund starker Winde abgesagt werden musste.

Wir machen uns fertig und schnappen uns unsere Koffer, die wir gestern bereits für den Rückflug sowie die letzten beiden Tage gepackt haben. Wir verladen sie in den Kofferraum des Mietwagens und fahren gegen 8:30 Uhr los.

In Tairuha halten wir noch bei einem Bäcker, da wir im Hotel kein Frühstück gebucht hatten. Generell haben wir dieses Mal vom Hotel nichts gesehen, außer dem Rezeptionsbereich. Es gibt zwei Cappuccino, einen kleinen Breakfast-Muffin und einen Schoko Muffin mit Karamellfüllung für S. sowie einen Pie mit Beef and Mushroom für mich.

Gut gestärkt sitzen wir wenige Minuten später wieder im Auto, um die restliche knapp 40 Minuten lange Fahrt hinter uns zu bringen.
Gegen kurz nach 10 Uhr kommen wir in Whitianga an, parken und laufen in Richtung Jetty von Ocean Leopard Tours.

Pünktlich um 10:30 Uhr geht die Tour los und wir fahren entlang der Küste, vorbei an verschiedenen Felsformation sowie diversen Stränden. Wir erfahren einiges über die Geologie vor Ort, halten an der berühmten Cathedral Cove und fahren noch in eine andere Höhle, in der sich, angelockt durch etwas Futter, einige Snapper Fische wohlfühlen.

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Die 2 Stunden der Tour verfliegen gerade so. Die Tour hat Lust auf mehr gemacht. Bei einem erneuten Besuch würden wir hier wohl etwas mehr Zeit einplanen um die ein oder andere Tour entlang der Küste wandern.

Pünktlich um 12:30 Uhr sind wir wieder zurück am Pier. Nach einem kurzen Boxenstopp auf der Toilette, steigen wir direkt wieder in den Mietwagen, um die restliche Route nach Auckland anzutreten.

In zweieinhalb Stunden fahren wir die restlichen Kilometer bis nach Auckland. Unser Ziel ist das voco Hotel, in welchem wir morgen schlafen werden. Dort deponieren wir schnell unsere Koffer und fahren anschließend unseren Mietwagen an die Mietwagenstation von Mode Rentalcars.

Auf dem Weg dorthin halten wir noch an der Tankstelle und befüllen den Mietwagen zum letzten Mal. Angekommen, räumen wir die letzten Sachen aus dem Mietwagen und suchen einen Mitarbeiter, dem wir den Schlüssel übergeben können. Leider können wir vor Ort niemanden der Mietwagen Firma finden. Ein zufällig vorbeikommender Herr erklärt uns, wir sollen die Mietwagenfirma anrufen. Als ich dies mache, wird mir erklärt, wir sollen den Mietwagen auf der Rückseite des Gebäudes parken. Dort befände sich auch eine Schlüsselbox. Mist, da ich es nicht mag einen Mietwagen zurückzugeben ohne von einem Mitarbeiter direkt bestätigt zu bekommen, dass alles in Ordnung ist. Leider habe ich erst vor wenigen Wochen mal wieder negative Erfahrung mit einem Mietwagen in den USA machen müssen und warte noch immer auf die finale Klärung.

Als wir den Mietwagen auf der Rückseite des Gebäudes abgestellt haben, suche ich vergebens die Schlüsselbox. Erneut rufe ich etwas genervt die Hotline an und frage, wo ich die Schlüsselbox denn nun finden kann, denn rund um die Parkplätze finden wir natürlich keine Schlüsselbox. Erneut erklärt mir der Mitarbeiter alles, was ich nicht wissen möchte. Bis er mir erklärt, dass diese wiederum in dem Gebäude zu finden sei, in dem wir zuvor keinen Mitarbeiter angetroffen haben.

Gerade als wir in Richtung des Gebäudes zurücklaufen möchten, kommt eine Dame angefahren in einem Mode Mietwagen, die auch eine Mode Rentalcars Jacke trägt. Wir sprechen sie an, ob sie den Schlüssel entgegennehmen kann und uns ein Übergabeprotokoll aushändigen kann. Sie kann den Schlüssel zwar annehmen, aber sie kann uns keinerlei Protokoll oder ähnliches übergeben. Somit bleibt uns nichts anderes übrig, als nur mit unseren Videos des Mietwagen sowie einigen Fotos von dannen zu ziehen. Schnell ist das Thema abgehakt, und wir hoffen, dass es dieses Mal ohne Probleme abläuft.

Am Ende ist es das auch und ich erhalte die korrekte Bestätigung am nächsten Tag. Allgemein können wir Mode absolut empfehlen. Allein dafür, dass man sich aufgrund unseres umgeleiteten Flugs in Queenstown so gekümmert hat, sind wir sehr dankbar.

Als Nächstes laufen wir in Richtung des Hafens und suchen dort nach einem Büro der Firma Fullers360.
Diese bieten eine Kombination aus Fährticket nach Waiheke Island sowie einem HopOn-HopOff-Bus rund um die Insel an.

Wir hätten die Tickets auch online gebucht, jedoch war dort nicht ersichtlich, ob man die Fähre auch an unterschiedlichen Tagen nutzen kann. Die HopOn-HopOff-Tickets sind in der Regel für ein und denselben Tag gedacht. Wir wollen jedoch noch an diesem Nachmittag mit der Fähre nach Waiheke übersetzen, dort eine Nacht schlafen und den Bus sowie das Return Ticket erst am morgigen Tag nutzen.

Von der Firma Fullers 360 gibt es im Hafen, mehrere Offices, von denen am heutigen Tag einige geschlossen sind. Als wir dann nach mehrmaligem Durchfragen das richtige und geöffnete Büro finden, kann uns eine Dame genau das gewünschte Ticket für insgesamt 188$ verkaufen. D.h. wir können die Fähre heute auf die Insel nutzen und morgen dann die Bustour sowie das Return Ticket nach Auckland. Praktischerweise fährt die nächste Fähre auch in weniger als 10 Minuten ab.

Beim Ablegen aus dem Hafen können wir schöne Blicke auf die Skyline von Auckland werfen.

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Die Sonne scheint, die Temperaturen sind angenehm - das ist in diesem Urlaub temperaturmäßig die angenehmste Bootsfahrt bisher. Nach gut 35 Minuten kommen wir auf Waiheke Island an.

Ich versuche zunächst ein Uber zu unserer Unterkunft zu rufen, jedoch wird die Suche nach einiger Zeit abgebrochen und wir steigen auf ein normales Taxi um. Die Strecke ist zwar nicht weit (etwas über 2 km). Jedoch geht es vom Hafen ein gutes und steiles Stück bergauf. Dies wollen wir uns bepackt mit unserem Rucksack sparen.

In unserer Unterkunft, dem Cable Bay Views angekommen, ruhen wir uns kurz aus und stellen leider ein penetrantes, alle 5 Sekunden ertönendes Piepen fest. Da es an der Unterkunft keine direkten Ansprechpartner gibt, mache ich mich auf die Suche nach der Herkunft des Geräuschs. Nach kurzer Suche stelle ich fest, dass das Geräusch aus dem Wasserfiltersystem beziehungsweise der Wasseraufbereitung kommen muss. Da hier jedoch auch Gasflaschen angeschlossen sind, möchte ich nicht selbst aktiv werden. Daher schreibe ich dem Besitzer der Unterkunft eine WhatsApp Nachricht, in der ich ihm das Problem erkläre, und darum bitte, dass man sich darum kümmert. Denn auch wenn uns das Geräusch jetzt noch nicht stört, möchten wir ungern, dass es uns die komplette Nacht über begleitet. Kurze Zeit später erhalten wir bereits eine Rückmeldung der Besitzer, man habe bereits eine Vermutung, woher das Geräusch komme. Man werde sich zeitnah darum kümmern.

Der Ausblick aus der Unterkunft macht jedoch schon Lust auf den morgigen Tag.

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Gegen 19:15 Uhr laufen wir wieder los in Richtung des Weinguts Mudbricks.
Es befindet sich nur gut 300m von unserer Unterkunft entfernt. Auf dem Weg dorthin können wir noch einen Blick auf die weit entfernte Skyline im Hintergrund werfen.

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Im Weingut angekommen, sehen wir uns zuerst etwas um. Die Anlage ist im toskanischen Stil angelegt und wirklich schön. Am nächsten Tag werden wir erfahren, dass das Weingut auch eine sehr beliebte Hochzeitslocation ist, bei der es aber eine Warteliste von 2,5 Jahren gibt. Wirklich ein tolles Anwesen, auch von hier kann man einen Blick auf die Skyline von Auckland im Hintergrund werfen.

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Beim Betreten des Restaurantbereiches werden wir freundlich begrüßt und an einen Tisch ins Innere begleitet. Wir bekommen kurz das Menü erklärt, und entscheiden uns für das 3-Gänge-Menü.
Vorab teilen wir uns die Focaccia. Für S. gibt es zur Vorspeise Short Ribs und für mich die Jakobsmuscheln. Zum Hauptgang wählt S. die Ente. Für mich gibt es Lamm. Als Nachtisch gibt es für S. ein Eis aus Deermilk sowie eine Pawlowa für mich. Wir probieren uns durch diverse Weine und genießen einfach einen schönen Abend.

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Von einer größeren Geburtstagsgesellschaft abgesehen verlassen wir als Letztes an diesem Abend das Weingut und laufen die 300m unter dem Sternenhimmel zurück an unsere Unterkunft.

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Dort angekommen, machen wir uns bettfertig und schreiben noch einige Zeilen dieses Reiseberichts.
Das penetrante Piepen wurde zwischenzeitlich auch behoben. Laut Rückmeldung der Besitzer war es tatsächlich der Wasserfilter, der ankündigen wollte, dass er in einem Monat gewechselt werden möchte.
 

SDanie

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24.03.2013
361
3.024
Tag 26

Wir stellen keinen Wecker und schlafen aus.
Hauptprogrammpunkt heute ist der Hop-On Hop-Off Bus, der ohnehin erst ab 10 Uhr startet. Von daher haben wir keinen Stress.
Gegen 10:15 Uhr verlassen wir die Wohnung und laufen gute 20 Minuten nach Oneroa, dem Hauptort der Insel.
Meine Güte ist das heute um die Uhrzeit schon warm. Das erste Mal hat auch +1 das Bedürfnis nur im T-Shirt rumzulaufen und das hat etwas zu heißen.
Der Weg geht an der Straße entlang und kurz darauf kommt uns auch die erste Tour des Busses entgegen.

Im Ort angekommen schlendern wir noch etwas an den Schaufenstern entlang und gehen in einen Bio-Laden, der einige außergewöhnliche und vor allem regionale Produkte anbietet. Da wir aber keinen Platz mehr im Rucksack haben und sich auch unsere Lust, den ganzen Tag etwas in einer Tüte mitzuschleppen, in Grenzen hält, verlassen wir den Laden ohne Souvenir für zu Hause.

Kurze Zeit später gibt es für uns ein spätestes Frühstück im Restaurant Fenice, in welchem wir uns langsam aber sicher auch wieder akklimatisieren.
Für +1 gibt es Focaccia mit Creamy Mushrooms, ich bleibe beim wohlbekannten Egg Benedict.
Das Essen war in Ordnung, reiht sich aber auch eher auf den hinteren Rängen der bisherigen Mahlzeiten ein.

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Nachdem wir bezahlt haben, laufen wir zur Bushaltestelle des Hop-On Hop-Off Busses und drehen zunächst eine gesamte Runde der Tour bis zurück zum Hafen, um uns einen Überblick zu verschaffen. Der Bus ist schön klimatisiert und leer.

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Am Hafen angekommen müssen wir den Bus wechseln, da die Mitarbeiter des vorherigen Busses in Pause gehen. Der nächste Bus fährt wenige Minuten später bereits ab und wir fahren bis zum Onetangi Beach. Um diese Uhrzeit ist der Bus schon deutlich voller, wir bekommen gerade noch so zwei Plätze nebeneinander und auch die Guides an Bord spielen hier eher den Entertainer.

Da die Sonne immer stärker vom Himmel knallt und es am Strand leider keine Schattenplätze gibt, entscheiden wir uns im nebenanliegenden Restaurant Charlie Farley‘s etwas Kühles zu trinken.

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Anschließend stellen wir uns noch eine Weile an den Strand und warten auf den nächsten Bus. Mit diesem fahren wir ins so genannte Vineyard Valley. Dieses ist bekannt für seine besonderen klimatischen Bedingungen und kalkhaltige Böden. Hier gibt es vier Weingüter, die fußläufig von der Bushaltestelle erreicht werden können. Als ersten Stopp steuern wir das Soho Family Vineyard Cellar Door an. Das ist ein eher modernes Weingut mit Loungemöbel, Loungemusik und Foodstand. Wir entscheiden uns für eine Weinprobe für 25$ pro Person. Es werden zwei unterschiedliche Proben angeboten. S. entscheidet sich für die Probe mit drei Weißweinen sowie einem Rosé, ich nehme die Weinprobe mit zwei Weiß- und zwei Rotweinen.

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Die Weinprobe ist in Ordnung, bisschen amateurhaft vielleicht oder vielleicht sind wir auch einfach die Falschen, bedingt durch unsere Heimat in Deutschlands größer Weinregion. Es gibt keinen Spuckkübel, keine Weingläser und für alle Proben wird ein und dasselbe Glas verwendet. Die Dame, die uns durch die Weinprobe führt, erzählt gerne von sich und macht wahrhaftig den Eindruck, dass sie sich gerne mal selbst das ein oder andere Gläschen gönnt.

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Da uns keiner der Weine wirklich überzeugt und auch die Atmosphäre nicht einem Weingut gleicht, wie wir es mögen, laufen wir von dort aus noch zu einem der anderen drei Weingüter in Fußläufigkeit. Wir entscheiden uns für das Wild Estate - The Untamed Winery und trinken jeweils noch ein Glas Wein. Wir beobachten die asiatischen Gäste, die zwischen den Weinreben shooten und aus der Faszination gar nicht mehr rauskommen. Uns wird mal wieder klar, was wir zu Hause eigentlich haben. Für uns eine absolute Selbstverständlichkeit, die wir über all die Jahre vermutlich vergessen haben wertzuschätzen.

Wir trinken unsere beiden Gläser aus und fahren mit dem Bus wieder zum Fähranleger, von welchem in den nächsten 10 Minuten wieder die Fähre zurück nach Auckland gehen soll. Leider lesen wir auf den Anzeigetafeln, dass die 17 Uhr Fähre ausfällt und wir bis 17:30 Uhr warten müssen. Aufgrund der ausgefallenen Fähre ist die Schlange recht lang und die Fähre am Ende recht voll. Dennoch können wir uns schöne Plätze auf dem Außendeck des Schiffes sichern. Nach gut 35 Minuten erreichen wir bei strahlendem Sonnenschein wieder den Hafen im Zentrum Aucklands .

Vom Hafen aus laufen wir den knappen Kilometer zu unserer Unterkunft, dem voco Hotel.

Wir werden freundlich von der Dame begrüßt, bei der wir gestern bereits unsere Koffer abgegeben haben. Wir erhalten ein Zimmer im 30. Stock, nehmen unser Gepäck entgegen und fahren hinauf aufs Zimmer.

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Von unserem Zimmer aus hat man einen wunderschönen Blick auf den SkyTower sowie den Yachthafen in der Ferne. Wir ruhen uns auf dem Zimmer kurz aus und überlegen, was es heute zum Abendessen sein soll. Nachdem wir uns kurz frisch gemacht haben, entscheiden wir uns für das East Restaurant. Uns steht heute der Sinn nach asiatischem Essen. Erst als wir an dem Restaurant ankommen, merken wir, dass dies im Erdgeschoss eines Sudima Hotels liegt - direkt werden Erinnerungen an unsere Zwangsnacht in Christchurch wach. Das East ist ein Restaurant, in dem 75% der Speisen vegan und alle anderen Gerichte vegetarisch sind.

Zur Vorspeise teilen wir uns zwei unterschiedliche Arten Dim Sum, ein veganes Lab sowie Sommerrollen. Zum Hauptgang gibt es noch Nudeln mit Tofu und Pilzen. Wirklich gut, bis auf die großen Stücke Avocadoschale in den Sommerrollen.

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Alle Gerichte schmecken sehr lecker, insbesondere die Dim Sum.

Nach dem Essen laufen wir in Richtung Hotel vorbei am SkyTower und drehen noch eine Schleife durch die Einkaufsstraße, ehe wir wieder zurück im Hotel sind.

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Wir fahren noch kurz in den 38. Stock da wir noch einen Drink in der Skybar zu uns nehmen wollen. Dort angekommen stellen wir jedoch fest, dass die Atmosphäre nicht wirklich einladend ist und alle schönen Tische bereits belegt sind. Zudem geht der Ausblick in dieselbe Richtung wie unser Zimmer.
Das können wir also auch gemütlicher haben und so entscheiden wir uns wieder zurück in den 30. Stock in unser Zimmer zu gehen. Dort räumen wir noch etwas unser Gepäck um, schreiben etwas Reisebericht und planen den morgigen, letzten Tag.

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Gegen 0:30 Uhr liegen wir im Bett und schlafen ein.
 

SDanie

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24.03.2013
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Tag 27

Heute steht die Heimreise an. Zumindest so halb. Um 23:55 Uhr geht unser Flieger von Auckland nach Shanghai.

Einen Late-Check-out hatten wir zunächst bis 14 Uhr angeboten bekommen. Aufgrund eines T-Shirts, welches ich noch gereinigt bekommen haben wollte, dies aber erst am Nachmittag fertig werden sollte, bot man uns dann sogar 15:30-16:00 Uhr an. Super (y)

Frühstück gibt es bis 10 Uhr, daher stellten wir den Wecker erst auf 8:30 Uhr. Ich war jedoch bereits gegen kurz nach halb acht wach.

Gegen kurz nach 9:00 Uhr fahren wir gemütlich hinunter in das Erdgeschoss, wo das Frühstück serviert wird. Hier herrscht bereits reichlich Betrieb. Insbesondere eine Reisegruppe aus dem Großartigsten Land aller Länder fällt hierbei durch lautes Reden, wildes Umherlaufen und wenig Rücksichtnahme auf.

Leider kann aber auch die Auswahl und Qualität nicht wirklich überzeugen. Daher bleibt es bei ein paar süßen Sachen für S., sowie einer Scheibe Brot mit Käse sowie Joghurt mit Granola für mich.

Einem Nachbartisch, welcher gemütlich und seelenruhig immer wieder Speisen und Obst zunächst in Tupper und anschließend in einer Tüte verschwinden lässt, wünschte ich dann noch ein schmackhaftes Mittagessen, ehe wir uns auf unser Zimmer zurückziehen. Wir gewinnen leider immer stärker den Eindruck, dass es immer mehr Menschen gibt, die eine andere Definition von Anstand haben als wir.

Auf dem Zimmer machen wir uns schnell fertig und starten kurz darauf unsere Tour durch die Stadt.

Wir starten bei der Saint Patricks Cathedral, welche wir auch aus unserem Zimmer bereits am Fuße des Voco von oben betrachten konnten, und schlendern weiter in Richtung Hafen. Vorbei am Maritim Museum, kommen wir an einen Teil des Hafens, in dem einige Segelboote für den SailGP am 18.&19. Januar liegen. In diesen Tagen finden wohl nur Trainings statt. Auf allen Booten ist die Crew bereits dabei Vorbereitungen zu treffen. Nur das deutsche Boot wankt verweist mit den Wellen.

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Wir beobachten das Treiben eine Weile, ehe wir in Richtung des Haupthafens, in dem wir gestern aus Weiheke ankamen, aufbrechen.

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Dort liegt auch das Kreuzfahrtschiff La Soleil, welches wir vorgestern vor Weiheke liegen hatten sehen.

Wir schwelgen etwas in Erinnerung an die Hanseatic Inspiration sowie in freudiger Erwartung auf die Hanseatic Spirit im kommenden Sommer.

Da uns ein kleiner Hunger überkommt, überall laufen Personen mit ihrem Mittagslunch umher, entscheiden wir uns dazu eine Kleinigkeit im Commercial Bay Einkaufszentrum zu essen. Dort gibt es im zweiten Stock eine Foodcourt mit diversen Restaurants.
Wir entscheiden uns für Dim Sum, Ban Mih sowie ein paar Nudeln.

Gut gestärkt schlendern wir über die Haupteinkaufsstraße (Queen Street) in Richtung Hotel, um uns nochmal zu duschen und die letzten Dinge zu verstauen.

Kurz ruhen wir uns nochmal aus, ehe wir gegen 16 Uhr in der Lobby stehen um unser Gepäck nochmal für ein paar Stunden bis 19:30 Uhr einzulagern.
Beim Check-out wird mir auch stolz berichtet, mein T-Shirt sei vor wenigen Minuten auch eingetroffen.
Na perfekt, auch das noch schnell verstaut und ein Uber in die Westfield Mall bestellt. Aufgrund der Temperaturen haben wir es vorgezogen etwas klimatisiert durch die Mall zu schlendern, anstatt erneut auf Tour in der Stadt zu gehen.

Das Uber kommt innerhalb von wenigen Minuten und rund 20 Minuten durch dichter werdenden Verkehr später, kommen wir an der Mall an. Wir schlendern durch ein paar Läden, einen asiatischen Supermarkt und einen Woolworth. Bis auf eine Mini-Zimtschnecke, welche wir uns teilen, kaufen wir jedoch nichts.

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Gemütlich schlendern wir noch etwas die Straße in Richtung Innenstadt entlang. Da jedoch alle Geschäfte bereits geschlossen haben (es ist 18:30 Uhr) entscheiden wir uns ein Uber zurück zum Hotel zu bestellen.

Unser vorbestellter Fahrer zum Flughafen hatte sich kurz zuvor ebenfalls gemeldet, er sei bereits etwas früher bereit.
Daher trinken wir im Hotel angekommen noch ein Coke Zero sowie ein Wasser, ehe wir um 19:15 Uhr endgültig das Hotel verlassen.

Eine gute halbe Stunde später kommen wir am Flughafen an. Wir schlendern zum Check-in von Air New Zealand, welcher für Business und Statuskunden hier in einem gesonderten Bereich stattfindet.
Wir geben unsere drei Koffer auf, fahren mit dem Fahrstuhl an die Ausreise sowie die anschließende Sicherheitskontrolle. Der gesamte Prozess dauert nur wenige Minuten.

Da wir noch viel Zeit haben, laufen wir auch hier nochmal kurz durch die Läden. Der Flughafen macht einen nahezu gespenstisch leeren Eindruck. Inklusive unserer Maschine gehen heute (bis kurz vor 1 Uhr nachts) aber auch nur noch fünf internationale Maschinen raus.

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Um kurz nach halb neun sind wir dann in der fast leeren Lounge. Handgezählte drei andere Personen sind zu diesem Zeitpunkt mit uns hier Gäste.

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Wir vertreiben uns die Zeit mit etwas Essen, zwei Runden Mensch Ärger dich nicht und Rummikub.

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Pünktlich um 23:15 Uhr machen wir uns auf ans Gate, wo wenigen Augenblicke später das Boarding für unseren Flug nach Shanghai startet.

Ich war um ehrlich zu sein sehr gespannt auf den Sitz, der uns hier erwartet. Zumindest auf den Bildern sieht das Ganze doch sehr nach Schlafraum aus. Immerhin konnten wir Plätze in der A-Reihe reservieren, in der man nicht auch noch direkt in das Gesicht der Person im Gang gegenüber schaut, sondern auf die Rückseite der Sitze des Mittelblocks. Heute Mittag war mit bereits aufgefallen, dass sich unsere Sitznummern geändert hatten. Dies wurde uns beim Check-in auch nochmal proaktiv mitgeteilt. Grund ist, dass der Tisch des ursprünglichen Sitzes von S. (8A) defekt war. Nun hatten wir 5A und 6A erhalten. Sitz 8A blieb dann auch tatsächlich leer.

Am Platz angekommen bestätigte sich mein Eindruck etwas. Der Kopf des Sitznachbarn bzw. der Sitznachbarin ist schon sehr nah. Zudem starrt einem jeder andere Passagier während des Boardings fast unvermeidlich ins Gesicht.
Größter Nachteil des Sitzes ist aus meiner Sicht jedoch der fehlende Stauraum. Es gibt keine wirkliche Ablagefläche.

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Meine Sitznachbarin (Neuseeländerin) macht sich ebenfalls etwas lustig über den Sitz – ist aufgrund ihres ersten Flugs in C aber auch positiv aufgeregt. :giggle:

Ich muss jedoch gestehen, dass ich tatsächlich ganz gut schlafen konnte. Und das ist am Ende die Hauptsache. Wenn der Sitz und die Fußablage etwas breiter wären, wäre es bei meiner Größe noch besser.

Aber nun erstmal zurück zum Flug selbst. Wir werden freundlich begrüßt und unsere Essenswünsche abgefragt. Wir passen jedoch beide und wollen schnellstmöglich schlafen. Man bietet uns direkt an, man solle sich gerne jederzeit, auch nachts, melden, falls man doch Hunger bekomme.

Überpünktlich rollen wir vom Gate los und 5 Minuten nach geplantem Start heben wir in den Nachthimmel von Auckland ab. Auf Wiedersehen Neuseeland – wir kommen wieder!

Nachdem die Anschnallzeichen ausgehen, machen wir uns kurz bettfertig und lassen den Sitz in ein Bett umbauen. Hierfür wird, ähnlich wie bei manchen Sitzen bei SQ, die Lehne umgeklappt.

Ich mache mir einen Film an, bei dem ich nach etwa 40 Minuten einschlafe. Als ich nochmal wachwerde, ziehe ich nur die Kopfhörer aus und die Schlafmaske an. Anschließend schlafe ich mehr oder weniger gut bis ca. 2,5 Stunden vor Landung in Shanghai. Auch bei S. läuft es nahezu identisch ab. 😅
 

ftl789

Erfahrenes Mitglied
26.02.2025
276
297
Ich muss jedoch gestehen, dass ich tatsächlich ganz gut schlafen konnte. Und das ist am Ende die Hauptsache. Wenn der Sitz und die Fußablage etwas breiter wären, wäre es bei meiner Größe noch besser.
Ja die Sitze sind in der Tat etwas "schräg", ich konnte aber erstaunlicherweise auch gut schlafen. Was aber auch daran lag, dass wir bereits einen Nachtflug von ZRH nach SIN hinter uns hatten und dann der geplante Tagflug statt um neun Uhr in der Früh um 17 Uhr erst startete, und wieder zum Nachtflug wurde :ROFLMAO:
 
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Reaktionen: Pegasos und SDanie

SDanie

Erfahrenes Mitglied
24.03.2013
361
3.024
Tag 28

Trotz des recht schmalen Sitzes schlafe ich, von einigen kurzen Unterbrechungen abgesehen, doch recht gut. Nachdem ich aufwache, döse ich noch etwas vor mich hin. Draußen ist es noch immer dunkel. Der Mond leuchtet am Himmel.

Rund eineinhalb Stunden vor Landung gibt es Frühstück. Wir entscheiden uns beide, aufgrund des ausgelassenen Abendessens sowie der Alternativen, für die gebratenen Nudeln. Dazu gibt es etwas Obst, Orangensaft und für mich noch ein Croissant.
Die gebratenen Nudeln sind am Ende 4 Dim Sum mit Pak Choi sowie einer kleinen Portion Nudeln. Schmeckte ganz lecker.

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Die restliche Zeit verbringen wir mit etwas Lesen und ich lasse den Rest des Films, bei dem ich eingeschlafen war, laufen.

Überpünktlich landen wir nach 11:21 Stunden um 6:20 Uhr bei minus 3 Grad in Shanghai. Beim Verlassen des Fliegers, trifft uns in der Jetbridge kurz der Kälteschock. 😅
Wir laufen gemütlich in Richtung Transferschalter und wünschen meiner Sitznachbarin, mit der wir gestern Abend kurz ins Gespräch kamen, noch eine gute Weiterreise.

Nach einem kurzen Zwischenstopp auf der Toilette stellen wir uns am Transferschalter an. Der Prozess geht recht schnell, jedoch werden die Bordkarten noch einbehalten, man solle kurz warten.

Zunächst überlegen wir noch, ob wir aufgrund des Weiterflugs in F abgeholt werden. Jedoch werden alle Umsteiger nach Frankfurt gesammelt. Nach einigen Minuten kommt dann ein Mitarbeiter, verteilt in einem aufwändigen Prozess (Abgleich der Pässe, Namen und einer Liste) die Bordkarten, die man uns am Schalter nicht direkt gegeben hat. Nur um uns dann den Weg zum drei Meter nebenan liegenden Eingang in Richtung Sicherheitskontrolle zu zeigen.

Auch unter den Mitreisenden sorgt der Prozess für schmunzeln. :D

Wir können auf den ersten Blick keine gesonderte Prio-Sicherheitskontrolle erkenne, deshalb stellen wir uns einfach an die nächstbeste Kontrolllinie an. Nachdem wir auch hier durch sind, laufen wir in Richtung Duty-Free Shop um noch ein Standard „Mitbringsel“ für einen guten Freund zu holen, ehe wir uns auf in Richtung Lounge machen.

Dort erhalten wir Zugang zur First Lounge der Air China bei Gate 71. Der Eingang befindet sich links, während der Eingang zur Business Lounge auf der rechten Seite ist.

Für einige Zeit sind wir die einzigen Gäste in der Lounge. Wir essen noch eine kleine Portion Dim Sum und verbringen die Zeit mit Reisebericht schreiben, etwas Surfen im WWW sowie mit der Buchung eines Fluges für unseren Trip im Sommer.

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Gut eineinhalb Stunden vor Abflug gehe zunächst ich, anschließend S. nochmal duschen. In der Zwischenzeit füllt sich die Lounge auch etwas, es bleibt aber die gesamte Zeit recht ruhig.

Pünktlich gegen 11:30 Uhr werden wir dann von mehreren Mitarbeitern der Lounge in Kleingruppen abgeholt und zum Bordinggate, direkt unterhalb der Lounge geführt.

Vorbei an allen anderen Wartenden geht es an Board der D-ABYR. Wir nehmen wieder auf 1A und 1K Platz, werden freundlich begrüßt und machen es uns bequem.

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S. nimmt ein Glas des Rosé Champagners, ich bleibe beim stillen Wasser. Als Amuse-Bouche gibt es Blumenkohl-Panna-Cotta mit Hummer und ein Schinken-Melonen-Röllchen. Da ich keinen Schinken mag, S. keinen Hummer, teilen wir uns unsere beiden Portionen auf und +1 bekommt zweimal Schinken, dafür gibt es für mich zweimal den Hummer.

Mit geplanter Abflugzeit erfolgt der Pushback und wir rollen einige Zeit auf die andere Seite des Flughafens, ehe wir von um 12:27 Uhr von der 35R abheben.

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Einige Zeit beobachten wir beide das unter uns liegende Shanghai, den Hafen sowie das Umland, ehe der Boden durch die doch sehr diesige Luft in einem Grau verschwindet. Dies ändert sich kurze Zeit später, mit Verlassen des Umlands von Shanghai jedoch wieder.

Einige Zeit nach dem Start werden dann auch Getränke- und Essenswünsche abgefragt. Da sich bei uns beiden langsam doch der Hunger meldet, schlagen wir dieses Mal auch zu.

S. lässt den Kaviar wieder aus, entscheidet sich aber für alle Vorspeisen ohne Fisch sowie den Salat. Ich starte mit dem Kaviar und tausche den Salat gegen den Hummer Cocktail.
Während der Kaviar wie immer schmeckt, können alle anderen Vorspeisen wenig begeistern. Das Kao Fu schmeckt nach recht wenig und erinnert von der Konsistenz an Schuhsohle. Die Ente ist recht trocken. Am besten schmeckt noch der Hummer Cocktail.

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Zum Hauptgang entscheidet sich S. für das sanft gegarte Rinderfilet mit Rotweinsauce, Tomaten-Frikassee und Süßkartoffelpüree.
Für mich gibt es geschmorte Hähnchenbrust mit Bohnensauce, dazu Gemüse der Saison und gebratenen Reis mit Rührei.
Das Steak von S. ist leider übergart und grau. Immerhin ist es nicht allzu zäh und damit meilenweit besser als das letzte Steak bei Discover.

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Der Rest wird ebenfalls als „ok“ bewertet.
Mein Gericht ist tatsächlich lecker. Kurz bevor ich fertig bin, bekomme ich kommentarlos auch noch zwei Schälchen, eins mit Chilli und eins mit einem eingelegten Kohl serviert. Hat man wohl vorher vergessen.

Zum Nachtisch gibt’s für uns beide dann noch den Lava-Schokoladenkuchen mit Vanillesauce und Eiscrème.
Der Schokokuchen ist noch bretthart durch die Kühlung. Bei einem Lavakuchen denke ich an einen flüssigen Kern oder zumindest an ein warmes Törtchen.
Das Beste hier waren das Eis sowie die drei Heidelbeeren neben dem Törtchen.

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Während ich dies so herunterschreibe, frage ich mich wieder einmal, ob ich oder wir zu kritisch sind. Aber meine Erwartungen sind aus meiner Sicht nicht allzu hoch. Und braunen, matschigen Salat (wie zuletzt nach Chicago) oder so ein steinhartes Törtchen sollte man, aus meiner Sicht, niemandem servieren. Egal in welcher Reiseklasse.

Immerhin satt machen wir es uns anschließend bequem. S. klappt hierzu dann nach rund 20 Minuten ihren Tisch auch selbst weg.
Wir werden auch nicht gefragt, ob man uns das Bett machen soll. Macht nichts, denn unser Plan war sowieso möglichst nicht allzu viel zu schlafen, um heute Abend hoffentlich zur normalen Schlafenszeit in Deutschland ins Bett zu kommen.

Unter uns verändert sich die Landschaft immer wieder sehr schnell.

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Den Rest des Fluges kann man wie folgt zusammenfassen:
Wir verbringen die Zeit mit Filme schauen und etwas Musik hören.
Service findet quasi keiner statt. Meine leere Wasserflasche liegt am Ende für gut 8 Stunden auf meiner Ablage und wird auch zur Landung nicht mitgenommen. Getränke kann man sich außerhalb des zweiten Services ca. eineinhalb Stunden vor Landung gerne in der Galley selbst abholen - und natürlich auch dort warten, bis diese fertig sind. Original Zitat „warten Sie, ich mach’s direkt fertig, dann können Sie es direkt mitnehmen“.

Am Ende wird’s mir zu blöd und ich bitte nochmal um zwei Wasserfalschen für S. und für mich. Dann muss man zumindest nicht so oft aufstehen.

Zum zweiten Service bestelle ich mir noch die Mini-Burger.

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S. ist nach Landung dieses Mal sogar regelrecht enttäuscht, da sie scheinbar noch weniger beachtet wurde als der gesamte Rest der (männlichen) Kabine – so wurde Sie nicht einmal mehr gefragt, ob sie zum zweiten Service etwas zu Essen möchte, geschweige denn wurden ihr nach dem Essen noch weitere Getränke angeboten.

Nach 12:36 Stunden landen wir wieder in Frankfurt und docken am Gate Z69 an.
An den eGates zur Einreise bekommen wir noch mit wie ein junger Bundesbeamter eine Dame auf unfassbar genervte und bestimmte Art nach dem Pass sowie ihrem Reisegrund befragt. Da fühlt man sich direkt richtig herzlich willkommen.

Knapp 20 Minuten später haben wir unser Gepäck. In der frischen Luft warten wir noch einen Moment auf den Schwiegervater, der uns abholt, jedoch aufgrund eines Unfalls etwas länger braucht.

Dennoch sind wir gegen 19:40 Uhr wieder zuhause und fast vier Wochen Reise sind endgültig um.
 

ftl789

Erfahrenes Mitglied
26.02.2025
276
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Tag 28

Trotz des recht schmalen Sitzes schlafe ich, von einigen kurzen Unterbrechungen abgesehen, doch recht gut. Nachdem ich aufwache, döse ich noch etwas vor mich hin. Draußen ist es noch immer dunkel. Der Mond leuchtet am Himmel.

Rund eineinhalb Stunden vor Landung gibt es Frühstück. Wir entscheiden uns beide, aufgrund des ausgelassenen Abendessens sowie der Alternativen, für die gebratenen Nudeln. Dazu gibt es etwas Obst, Orangensaft und für mich noch ein Croissant.
Die gebratenen Nudeln sind am Ende 4 Dim Sum mit Pak Choi sowie einer kleinen Portion Nudeln. Schmeckte ganz lecker.

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Die restliche Zeit verbringen wir mit etwas Lesen und ich lasse den Rest des Films, bei dem ich eingeschlafen war, laufen.

Überpünktlich landen wir nach 11:21 Stunden um 6:20 Uhr bei minus 3 Grad in Shanghai. Beim Verlassen des Fliegers, trifft uns in der Jetbridge kurz der Kälteschock. 😅
Wir laufen gemütlich in Richtung Transferschalter und wünschen meiner Sitznachbarin, mit der wir gestern Abend kurz ins Gespräch kamen, noch eine gute Weiterreise.

Nach einem kurzen Zwischenstopp auf der Toilette stellen wir uns am Transferschalter an. Der Prozess geht recht schnell, jedoch werden die Bordkarten noch einbehalten, man solle kurz warten.

Zunächst überlegen wir noch, ob wir aufgrund des Weiterflugs in F abgeholt werden. Jedoch werden alle Umsteiger nach Frankfurt gesammelt. Nach einigen Minuten kommt dann ein Mitarbeiter, verteilt in einem aufwändigen Prozess (Abgleich der Pässe, Namen und einer Liste) die Bordkarten, die man uns am Schalter nicht direkt gegeben hat. Nur um uns dann den Weg zum drei Meter nebenan liegenden Eingang in Richtung Sicherheitskontrolle zu zeigen.

Auch unter den Mitreisenden sorgt der Prozess für schmunzeln. :D

Wir können auf den ersten Blick keine gesonderte Prio-Sicherheitskontrolle erkenne, deshalb stellen wir uns einfach an die nächstbeste Kontrolllinie an. Nachdem wir auch hier durch sind, laufen wir in Richtung Duty-Free Shop um noch ein Standard „Mitbringsel“ für einen guten Freund zu holen, ehe wir uns auf in Richtung Lounge machen.

Dort erhalten wir Zugang zur First Lounge der Air China bei Gate 71. Der Eingang befindet sich links, während der Eingang zur Business Lounge auf der rechten Seite ist.

Für einige Zeit sind wir die einzigen Gäste in der Lounge. Wir essen noch eine kleine Portion Dim Sum und verbringen die Zeit mit Reisebericht schreiben, etwas Surfen im WWW sowie mit der Buchung eines Fluges für unseren Trip im Sommer.

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Gut eineinhalb Stunden vor Abflug gehe zunächst ich, anschließend S. nochmal duschen. In der Zwischenzeit füllt sich die Lounge auch etwas, es bleibt aber die gesamte Zeit recht ruhig.

Pünktlich gegen 11:30 Uhr werden wir dann von mehreren Mitarbeitern der Lounge in Kleingruppen abgeholt und zum Bordinggate, direkt unterhalb der Lounge geführt.

Vorbei an allen anderen Wartenden geht es an Board der D-ABYR. Wir nehmen wieder auf 1A und 1K Platz, werden freundlich begrüßt und machen es uns bequem.

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S. nimmt ein Glas des Rosé Champagners, ich bleibe beim stillen Wasser. Als Amuse-Bouche gibt es Blumenkohl-Panna-Cotta mit Hummer und ein Schinken-Melonen-Röllchen. Da ich keinen Schinken mag, S. keinen Hummer, teilen wir uns unsere beiden Portionen auf und +1 bekommt zweimal Schinken, dafür gibt es für mich zweimal den Hummer.

Mit geplanter Abflugzeit erfolgt der Pushback und wir rollen einige Zeit auf die andere Seite des Flughafens, ehe wir von um 12:27 Uhr von der 35R abheben.

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Einige Zeit beobachten wir beide das unter uns liegende Shanghai, den Hafen sowie das Umland, ehe der Boden durch die doch sehr diesige Luft in einem Grau verschwindet. Dies ändert sich kurze Zeit später, mit Verlassen des Umlands von Shanghai jedoch wieder.

Einige Zeit nach dem Start werden dann auch Getränke- und Essenswünsche abgefragt. Da sich bei uns beiden langsam doch der Hunger meldet, schlagen wir dieses Mal auch zu.

S. lässt den Kaviar wieder aus, entscheidet sich aber für alle Vorspeisen ohne Fisch sowie den Salat. Ich starte mit dem Kaviar und tausche den Salat gegen den Hummer Cocktail.
Während der Kaviar wie immer schmeckt, können alle anderen Vorspeisen wenig begeistern. Das Kao Fu schmeckt nach recht wenig und erinnert von der Konsistenz an Schuhsohle. Die Ente ist recht trocken. Am besten schmeckt noch der Hummer Cocktail.

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Zum Hauptgang entscheidet sich S. für das sanft gegarte Rinderfilet mit Rotweinsauce, Tomaten-Frikassee und Süßkartoffelpüree.
Für mich gibt es geschmorte Hähnchenbrust mit Bohnensauce, dazu Gemüse der Saison und gebratenen Reis mit Rührei.
Das Steak von S. ist leider übergart und grau. Immerhin ist es nicht allzu zäh und damit meilenweit besser als das letzte Steak bei Discover.

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Der Rest wird ebenfalls als „ok“ bewertet.
Mein Gericht ist tatsächlich lecker. Kurz bevor ich fertig bin, bekomme ich kommentarlos auch noch zwei Schälchen, eins mit Chilli und eins mit einem eingelegten Kohl serviert. Hat man wohl vorher vergessen.

Zum Nachtisch gibt’s für uns beide dann noch den Lava-Schokoladenkuchen mit Vanillesauce und Eiscrème.
Der Schokokuchen ist noch bretthart durch die Kühlung. Bei einem Lavakuchen denke ich an einen flüssigen Kern oder zumindest an ein warmes Törtchen.
Das Beste hier waren das Eis sowie die drei Heidelbeeren neben dem Törtchen.

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Während ich dies so herunterschreibe, frage ich mich wieder einmal, ob ich oder wir zu kritisch sind. Aber meine Erwartungen sind aus meiner Sicht nicht allzu hoch. Und braunen, matschigen Salat (wie zuletzt nach Chicago) oder so ein steinhartes Törtchen sollte man, aus meiner Sicht, niemandem servieren. Egal in welcher Reiseklasse.

Immerhin satt machen wir es uns anschließend bequem. S. klappt hierzu dann nach rund 20 Minuten ihren Tisch auch selbst weg.
Wir werden auch nicht gefragt, ob man uns das Bett machen soll. Macht nichts, denn unser Plan war sowieso möglichst nicht allzu viel zu schlafen, um heute Abend hoffentlich zur normalen Schlafenszeit in Deutschland ins Bett zu kommen.

Unter uns verändert sich die Landschaft immer wieder sehr schnell.

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Den Rest des Fluges kann man wie folgt zusammenfassen:
Wir verbringen die Zeit mit Filme schauen und etwas Musik hören.
Service findet quasi keiner statt. Meine leere Wasserflasche liegt am Ende für gut 8 Stunden auf meiner Ablage und wird auch zur Landung nicht mitgenommen. Getränke kann man sich außerhalb des zweiten Services ca. eineinhalb Stunden vor Landung gerne in der Galley selbst abholen - und natürlich auch dort warten, bis diese fertig sind. Original Zitat „warten Sie, ich mach’s direkt fertig, dann können Sie es direkt mitnehmen“.

Am Ende wird’s mir zu blöd und ich bitte nochmal um zwei Wasserfalschen für S. und für mich. Dann muss man zumindest nicht so oft aufstehen.

Zum zweiten Service bestelle ich mir noch die Mini-Burger.

Anhang anzeigen 295303

S. ist nach Landung dieses Mal sogar regelrecht enttäuscht, da sie scheinbar noch weniger beachtet wurde als der gesamte Rest der (männlichen) Kabine – so wurde Sie nicht einmal mehr gefragt, ob sie zum zweiten Service etwas zu Essen möchte, geschweige denn wurden ihr nach dem Essen noch weitere Getränke angeboten.

Nach 12:36 Stunden landen wir wieder in Frankfurt und docken am Gate Z69 an.
An den eGates zur Einreise bekommen wir noch mit wie ein junger Bundesbeamter eine Dame auf unfassbar genervte und bestimmte Art nach dem Pass sowie ihrem Reisegrund befragt. Da fühlt man sich direkt richtig herzlich willkommen.

Knapp 20 Minuten später haben wir unser Gepäck. In der frischen Luft warten wir noch einen Moment auf den Schwiegervater, der uns abholt, jedoch aufgrund eines Unfalls etwas länger braucht.

Dennoch sind wir gegen 19:40 Uhr wieder zuhause und fast vier Wochen Reise sind endgültig um.
Danke für diesen schönen Bericht, weckt Erinnerungen an unsere Reise, und weist darauf hin, dass wir definitiv noch mal die Nord Insel ausführlicher erkunden müssen
 
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Reaktionen: SDanie

europetrav

Erfahrenes Mitglied
10.04.2012
861
639
Berlin
Jetzt nach dem Abschluss nochmal vielen Dank für den wirklich tollen Bericht. Hat einen super authentischen Eindruck vermittelt!

Den letzten Bericht zum Rückflug sollte man eigentlich so 1:1 an LH weiterleiten. Was noch viel mehr helfen würde (und das schreibe ich bewusst, weil ich es selbst viel zu selten mache), ist die Sachen direkt anzusprechen:
Nachtisch ist komplett missraten -> Service rufen: "Das entspricht nicht meinen Vorstellungen. Hätten Sie vielleicht noch etwas anderes für mich?"
Wasserflasche steht seit 2h rum -> Service rufen: "Könnten Sie die gegen eine volle austauschen?"

Dinge nicht direkt anzusprechen führt dagegen idR zu kurzfristiger und langfristiger Unzufriedenheit.
 

SDanie

Erfahrenes Mitglied
24.03.2013
361
3.024
Jetzt nach dem Abschluss nochmal vielen Dank für den wirklich tollen Bericht. Hat einen super authentischen Eindruck vermittelt!

Den letzten Bericht zum Rückflug sollte man eigentlich so 1:1 an LH weiterleiten. Was noch viel mehr helfen würde (und das schreibe ich bewusst, weil ich es selbst viel zu selten mache), ist die Sachen direkt anzusprechen:
Nachtisch ist komplett missraten -> Service rufen: "Das entspricht nicht meinen Vorstellungen. Hätten Sie vielleicht noch etwas anderes für mich?"
Wasserflasche steht seit 2h rum -> Service rufen: "Könnten Sie die gegen eine volle austauschen?"

Dinge nicht direkt anzusprechen führt dagegen idR zu kurzfristiger und langfristiger Unzufriedenheit.

Vielen Dank für das nette Feedback!

Du hast natürlich recht: Feedback sollte man immer direkt geben, damit es auch ankommt und man darauf reagieren kann. In der Regel handhaben wir das auch so. Bei Lufthansa und den Tochtergesellschaften haben wir jedoch, um ehrlich zu sein, diese Praxis etwas aufgegeben. S. hat ihr Feedback für diesen Flug jedoch zumindest über das Formular bei Lufthansa weitergegeben.

Die letzte direkt geäußerte „Kritik“ bei Discover in der Business Class hat S. nachhaltig geprägt. Sie erwischte leider ein extrem zähes Stück Fleisch, das sich kaum schneiden ließ. Kann passieren und dafür kein neimand etwas. Als sie nachfragte, ob sie eine neue Portion oder eine Alternative, gerne auch Pasta aus der Economy, haben könne, rollte man zunächst die Augen. Der Teller wurde dann abgeräumt, aber nur wenige Minuten später kam die gleiche Portion zurück mit der Aussage: „Wir haben kein Essen mehr übrig.“ Als wir später, auf dem Weg zur Toilette, die Crew Steak und Pasta essen sahen, wussten wir, dass zumindest sie gut versorgt ist. 😅

Bis auf eine Ausnahme bei einem defekten Tisch in C, bei ausgebuchter Kabine, bei der sich sehr nett um mich gekümmert wurde, hat sich direktes Feedback oft als uninteressant für die Crew erwiesen – oder man konnte aufgrund der begrenzten Möglichkeiten einfach nichts tun.

Ein Erlebnis bei einem Flug mit Condor in der Business Class im letzten Jahr hat mich jedoch zum Nachdenken gebracht. Auch dort war der Service sehr „zurückhaltend“. Vor mir saß ein kleiner Junge, der, wann immer er etwas zu trinken wollte, den Service-Knopf drückte und seinen Wunsch äußerte. Vielleicht sollte man seine eigene Zurückhaltung manchmal einfach ablegen und die vorhandenen Mittel nutzen. 😉