Ich sprach mal mit einem älteren Herren, zu dem Zeitpunkt 93 Jahre alt. Er und seine Frau hatten beide gearbeitet, er in einer Führungsposition. Sie hatten immer - "wie man es früher so machte" - bis zu einem Drittel ihres Einkommens zurückgelegt. Zunächst auf mehrere Banken verteilt. Dafür haben sie auf Urlaube verzichtet, auf das schönere Auto, auf die Küchen-Renovierung, die seiner Frau so am Herzen lag.
Dann überredete sein Sohn ihn, das ganze Geld zur Fischer Bank zu transferieren, weil die höhere Zinsen zahlte als andere.
Eines Tages hörte er auf der Arbeit, dass die Fischer Bank pleite wäre. Er fuhr sofort mit dem Auto zu seiner Filiale. Dort standen private Wachleute vor der Bank, die versicherten, man habe dem Personal sicherheitshalber gesagt, es solle zu hause bleiben.
Daraufin versuchten er und seine Frau, mit ihren EC-Karten und ihren Mastercards mit jeweils 10.000 Mark Limit wenigstens noch etwas zu retten. Die Automaten meldeten "Es ist ein technischer Fehler aufgetreten", einer blieb bei "Bitte warten" hängen. In mehreren Filialen anderer Banken fanden sie geschockte Mitarbeiter, die ihnen nichts auszahlen durften. Einer sagte, die EC-Karte müsste er eigentlich einziehen, da sei eben eine Meldung 'rübergekommen.
Einen Einlagensicherungsfond gab es damals noch nicht, hätte auch nicht ausgereicht. Und den Staat interessierte die Pleite einer Bank auch nicht. Naja, sagte er, sein Einkommen war ja nicht schlecht, da musste man eben dem Arbeitgeber mehr in den Hintern kriechen und sich darauf einstellen, im Alter ärmer zu sein...