Schneewände und Sonnenbrand - Japan

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dunni

Erfahrenes Mitglied
09.01.2015
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Nach langem Mitlesen versuche ich mich auch mal an einem Reisebericht.

Worum geht es?

Mich hat es wieder nach Japan verschlagen, dieses Mal für 3 Wochen, direkt im Anschluss an die Golden Week.
Die grobe Reiseroute sieht ungefähr so aus:

- Ca. eine Woche rund um Toyama und Kanazawa (inkl. Tateyama-Kurobe Alpine Route)
- Ein paar Tage rund um Shizuoka/Izu/Yokohama
- den Rest, etwas mehr als eine Woche nördlich von Tokio, mit Saitama, Nikko, Futaba, Choshi.
 

dunni

Erfahrenes Mitglied
09.01.2015
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Anreisetag

Gebucht hatte ich über British Airways als Codeshare, durchgeführt von Japan Airlines, von Frankfurt nach Tokio-Narita, in Business Class.
Das war meine erste Codeshare-Buchung, und obwohl ich vorher wusste, dass einige Sachen da nicht wie gewohnt funktionieren (Sitzreservierungen, Online-Checkin), wurde ich doch etwas unruhig, als auch die Checkin-Automaten in Frankfurt meinen Reisepass nicht zu meiner Buchung zuordnen konnten. Mein Plan war eigentlich, etwas früher einzuchecken und ein bisschen das Terminal 2 zu erkunden, bevor es geschlossen wird (war mein erster Abflug von dort, sonst immer Terminal 1).
Am Schalter war der Checkin aber problemlos möglich.

Mit den ersten zwei Umzugswellen wurde im Terminal 2 auch schon einiges geschlossen, bspw. ist schon die gesamte Sicherheitskontrolle für D5-D8 abgebaut und die Gates nicht mehr in Betrieb. Auch in der Sakura-Lounge hat man gemerkt, dass das Stündchen schlägt. Bspw. haben die japanischen Toiletten schon nicht mehr funktioniert (bei der einen hat die Fernebedienung komplett gefehlt, bei der anderen die Batterien leer).

Abflug war an Gate D1, die dezentrale Security an D1-D4 zügig und mit den neuen Scannern ausgestattet, sodass nichts ausgepackt werden musste.
Boarding hat pünktlich um 19.40 Uhr begonnen und war nach 20 Minuten abgeschlossen. Schaffen nicht alle Airlines.

Sitz

Die "alte" SkySuite von JAL hat durchaus einige Vorzüge, insbesondere ist durch die Sitzanordnung der Fußbereich sehr großzügig, sodass ich in der Liegeposition nirgends das Gefühl hatte, seitlich irgendwo anzustoßen. Mit 1,82m war da bei Kopf und Fuß auch noch ein bisschen Platz, aber bei mehr als 1,87 könnte es hier und da knapp werden.
Da gibt es andere Business-Sitze, die dann an der Schulter oder Hüfte etwas enger sind, insbesondere wenn man nicht gerade der schlankste ist (so wie ich halt).
Entertainment ist etwas in die Jahre gekommen (bzw. der Flieger an sich war 9 Jahre alt, das hat man schon gemerkt), aber im Großen und Ganzen war es eine sehr positive Erfahrung.

Ankunft in Tokio

Die Einreise war problemlos, mit ca. 20 Minuten Wartezeit auch recht erträglich. Danach im 7Eleven erstmal die Führerscheinübersetzung ausgedruckt und das Ticket für den Keisei Skyliner geholt. Mangels iPhone habe ich mir dieses Mal auch eine reguläre Suica geholt und entsprechend aufgeladen.
Hotel habe ich in der Nähe der Ueno Station gebucht, die ja Endstation für den Skyliner ist.

Zur Führerscheinübersetzung noch ein paar Infos: Mit dem deutschen Führerschein reicht der zusätzliche Internationale Führerschein für Japan nicht aus, es ist eine japanische Übersetzung notwendig. In Deutschland kann man die nur über den ADAC München beziehen, der dafür ca. 70 Euro verlangt, und es ist notwendig entweder persönlich nach München zu fahren oder den Führerschein per Post dorthin zu schicken.
Eine Alternative ist die Übersetzung direkt über den JAF (https://english.jaf.or.jp/driving-in-japan/drive-in-japan/about-dltas). Dafür ist jedoch ein VPN notwendig, da die Registrierungsseite außerhalb Japans gesperrt ist.
Ich habe die Daten am 3. Mai hochgeladen, und bereits am 7. Mai den Druckcode erhalten, trotz Feiertage der Golden Week.
Mit dem Code kann man dann in 7eleven, Lawson oder FamilyMart an den dortigen Druckern die Übersetzung ausdrucken.
Bei JAF direkt kostet die Übersetzung 6000 Yen, also momentan ca. 33 Euro.

Hier noch drei Bilder aus dem Flugzeug:


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Morgen gehts dann weiter mit ein bisschen Sightseeing rund um Ueno, und am Nachmittag die Fahrt von Shinjuku nach Omachi.
 

Buckyball

Erfahrenes Mitglied
07.09.2017
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338
NYC/EDI
Mit 1,82m war da bei Kopf und Fuß auch noch ein bisschen Platz, aber bei mehr als 1,87 könnte es hier und da knapp werden.

Hatte mit 188 cm keine Probleme, fand auch sehr angenehm die zusaetzlich Matratze die man sich bei Bedarf nehmen konnte.
 

dunni

Erfahrenes Mitglied
09.01.2015
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Ja, die Matratze war auch sehr gut. Ich hab tatsächlich auch mehr und besser als gedacht geschlafen.
 

dunni

Erfahrenes Mitglied
09.01.2015
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Tag 2 in Tokio

Für den Vormittag hatte ich mir eine kleine Route gebastelt, mit der ich 3 "ungewöhnliche" Verkehrsmittel abhaken konnte:
- die vermutlich kürzeste Bahnlinie in Tokio, oder vllt. auch Japan (Tobu Daishi Line, Länge ca. 900 Meter, Fahrzeit 2 Minuten)
- der Nippori Toneri Liner, eine automatische Bahn ähnlich der Skyline in Frankfurt
- die Toden Arakawa Linie, eine von zwei verbliebenen Straßenbahnlinien in Tokio

Unterwegs war noch ein Abstecher zum Nishiarai Daishi Tempel, sowie ein Spaziergang durch die dort umliegenden Wohngebiete drin.

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Am Nachmittag stand dann die Fahrt von Shinjuku nach Shinano-Omachi, über Matsumoto an.
Begrüßt wurde ich in Omachi von einen ausgewachsenen Gewittersturm, der dann auch für einen kurzzeitigen Stromausfall gesorgt hat (zum Glück ein paar Minuten, nachdem ich aus dem Aufzug ausgestiegen bin).

Übernachtet habe ich hier im Route Inn, direkt gegenüber vom Bahnhof.

Tag 3 Alpen Route

Die Tateyama Kurobe Alpen Route erstreckt sich von Ogizawa bis Tateyama, mit Anschlüssen von Shinano-Omachi bzw. Nagano per Bus nach Ogizawa, sowie Bahn von Tateyama nach Toyama.
Ich habe mich für Ogizawa als Startpunkt entschieden, weil es einerseits natürlich mit meiner Reiserichtung gepasst hat, aber dort auch der Andrang wesentlich geringer ist als von Toyama/Tateyama aus, weil von dort alle Reisegruppen starten.

Über das Hotel konnte ich meinen großen Rucksack per Transport nach Toyama verschicken, sodass ich hier etwas Entlastung für den Tag hatte.

Zunächst ging es per lokalem Linienbus nach Ogizawa, von dort dann mit einem elektrischen Bus durch einen Tunnel bis zum Kurobe-Staudamm. Der See hat durchaus noch Reserven für das kommende Schmelzwasser, ab Ende Juni gibt es dann wohl auch regelmäßiges Ablassen des Wassers, was wohl auch spektakulär aussehen soll.

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Nach einem Fußweg über den Damm ging es mit der ersten Standseilbahn nach Kurobedaira, wo man dann in eine Luftseilbahn umsteigt.

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Von Daikanbo führt der zweite Abschnitt mit E-Bussen nach Murodo, dem eigentlichen Hauptziel der Alpenroute.

Die Snow Wall ist in diesem Jahr 11 Meter an der höchsten Stelle hoch. Etwas unterdurchschnittlich, aber dennoch beeindruckend. Auch einige Freerider bzw. Tourengeher waren auf den umliegenden Berghängen unterwegs.

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Erst hier war der Besucherandrang trotz Wochentag merklich erhöht, bei den vorigen Zwischenstops gab es keine Probleme mit Warteschlangen o.ä. (wobei ich hier auch das Glück hatte, jeweils die ersten Fahrten zu erwischen).
Der Abstieg von Murodo erfolgt dann zunächst mit einem Bus und dann nochmal mit einer Standseilbahn nach Tateyama.
In der Nähe des Bahnhofes gibt es ein interessantes Museum über die dortige Gegend, vulkanische Aktivität und Entstehung der dortigen Gebirgslandschaft.

Da ich zeitlich wesentlich besser durchkam als geplant, konnte ich ab Tateyama Station sogar noch einen Abstecher zum Shomyo-Wasserfall einbauen, der größte Wasserfall Japans.

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In Toyama habe ich mich im JAL City Toyama eingemietet, ein zentrales Hotel mit einem sehr guten Preis-Leistungs-Verhältnis.
Für einen guten Überblick über Toyama kann man im Rathaus bzw. der Stadtverwaltung auf ein Observationdeck fahren (kostenlos) und den Ausblick über die Stadt genießen.

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Zuletzt bearbeitet:

dunni

Erfahrenes Mitglied
09.01.2015
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Tag 4: Toyama

Als erstes ging es zu Fuß zum Kansui Park, von wo aus man eine Bootstour durch den anschließenden Kanal bis nach Iwasehama machen kann. Die Fahrt dauert etwa eine Stunde. Im Anschluss kann man mit der Straßenbahn zurück zur Toyama Station fahren (ist im Preis der Bootstour inbegriffen).
Man kann hier auch eine Tour zur Schleuse mit Besichtigung des Kontrollraumes machen, das dauert ebenfalls eine knappe Stunde und endet wieder am Kansui Park.

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In Iwasehama habe ich am Stand das Panorama mit den (leider wolkenverhangenen) Bergen und das perfekte Wetter genossen.
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Nachmittags bin ich dann zunächst mit der Ainokaze Toyama Line nach Takaoka und dann mit der Himi Line bis Shimao gefahren.
Von Shimao ging es zu Fuß am Meer entlang bis Amarahashi, wo ich dann die direkt am Meer entlangführende Bahn einfangen konnte, bevor es wieder mit selbiger zurückging nach Toyama.
Da Amaharashi ein Instagram-Spot ist, ist es entsprechend besucht, wobei es sich in Grenzen gehalten hat.

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Tag 5: Shirakawa-Go

Heute ging es per Bus nach Shirakawa-Go, einem Dorf mit einigen traditionellen strohgedeckten Häusern.
Ursprünglich hatte ich hier Kanazawa als Ausgangspunkt geplant und auch das Hotel so schon gebucht, bevor ich nach den Bustickets geschaut hatte. Da war ich dann aber wohl zu naiv, da die Busse von Kanazawa aus 2 Wochen davor schon ausgebucht waren. Also bin ich auf Toyama als Startpunkt ausgewichen und habe die Hotels noch umgebucht. Hier sollte man also frühzeitig buchen (habe ich über japanbusonline.com erledigt).
Die Fahrt von Toyama aus dauert ca. 1 Stunde und 20 Minuten und kostet 4800 Yen Hin+Zurück.

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Über das gesamte Dorf verteilt stehen 60 Wasserwerfer, die im Brandfall aktiviert werden und die Häuser schützen sollen.
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Einige Häuser kann man auch besichtigen.
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Es gibt hier zum einen den "ursprünglichen" Teil des Dorfes Shirakawa, und zusätzlich noch eine Art Freilichtmuseum, in dem einige Häuser aus anderen Dörfern abgebaut und hier wieder aufgebaut wurden, um sie zu erhalten (hauptsächlich aus Gebieten, die durch einen Staudammbau überflutet wurden).

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Nach der Rückkehr nach Toyama bin ich dann mit dem Shinkansen nach Kanazawa gefahren, wo ich die nächsten 3 Nächte im Via Inn Kanazawa nächtige.
 

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dunni

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09.01.2015
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Tag 6: Kanazawa

Heute ging es zu Fuß durch Kanazawa.
Begonnen habe ich im Nagamachi Samurai District, in dem man eine ehemalige Samurai-Residenz besichtigen kann:

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Anschließend ging es in den Kenroku-en, der zu den Drei berühmten Gärten in Japan gehört. Die alten, zu seltsamen Formen gewachsenen Bäume sind durchaus imposant anzusehen.

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Durch den Schlosspark ging es dann zum Higashi Chaya District, wo man deutlich gemerkt hat, dass es für viele Touristen eines der Hauptziele in Kanazawa ist.

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Ich habe mir dann noch das Blattgold-Museum angeschaut. Blattgold ist eines der Hauptprodukte, was in Kanazawa hergestellt wird. Dementsprechend bekommt man auch fast überall Softeis mit Blattgold (ich hab mir das allerdings gespart).

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Durch Zufall habe ich gesehen, dass am angrenzenden Fluss am Abend eine Veranstaltung stattfinden sollte. Also habe ich mich nach einem kurzen Abstecher ins Hotel wieder dorthin begeben.
Es handelte sich wohl um eine Art Verein, der sich um die Bewahrung von Traditionen sowie "das Verhältnis zum alles umgebenden und lebensspendenden Fluss" (ganz genau kann ich das leider nicht mehr wiedergeben) kümmert. Es gab verschiedene Tanzvorführungen mit traditioneller Musik sowie stimmungsvolle Beleuchtung:

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Tag 7: Wakuraonsen

Heute war der Plan, etwas die Noto-Halbinsel zu erkunden. Mietwagen war leider keiner mehr verfügbar, daher ging es dann per Zug nach Wakuraonsen (leider war ich insgesamt etwas spät dran an dem Tag, weshalb es auch nicht mehr gereicht hat, bis Anamizu zu fahren).

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Wakuraonsen wurde vom Noto-Erdbeben Anfang 2024 auch sehr stark getroffen, was man leider immer noch an einigen geschlossenen Hotels sieht.
Das hier soll aber wohl im Juli wieder öffnen:

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Im zentral gelegenen Park kann man schön am Meer entlang spazieren, seine Füße in einem Fußbad entspannen und die Aussicht auf Noto Island genießen:

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Der Zug nach Anamizu:
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Damit geht der "Hokuriku-Teil" meiner Japanreise zu Ende, da es am folgenden Tag für mich in die Fuji-Region geht.
Abschließend kann ich zu der Gegend sagen, dass man ohne Probleme auch zwei Wochen oder mehr hier rund um Toyama und Kanazawa verbringen kann. Insbesondere wenn man die "Metropolen" wie Tokio, Osaka etc. schon bereist hat, und die etwas kleineren Städte und abgelegeneren Gegenden erkunden möchte, kann ich das auf jeden Fall empfehlen, da es hier einen schönen Mix zwischen Stadt und Natur gibt.
 

dunni

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09.01.2015
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Tag 8: Fahrt von Kanazawa nach Shin-Fuji

Ich habe die Verbindung von Kanazawa über Tsuruga und Maibara nach Shin-Fuji gewählt. Über Tokio hätte man auch mit einem Umstieg weniger, aber dafür 25% höheren Fahrpreisen fahren können. Zeit hätte es aber auch nicht gespart.
Mehr habe ich an dem Tag dann auch nicht gemacht, da meine Füße die Pause nötig hatten. Jeden Tag so auf den Beinen zu sein, wenn man das sonst nicht macht (und auch vom Beruf her nicht), merkt man nach ein paar Tagen dann schon.
Übernachtet habe ich hier im Toyoko Inn direkt neben dem Bahnhof.

Tag 9: Rund um Fuji

Zunächst ging es zur Abholung des Mietwagens. Gebucht habe ich bei Nissan Rent-a-car, welche eine Station direkt neben dem Shin-Fuji Bahnhof haben. Da ich bereits den Onlinecheckin durchgeführt und bezahlt habe, war die Abholung sehr problemlos. Gewählt hatte ich die niedrigste Kategorie (ein Kei-Car), dementsprechend habe ich einen Nissan Dayz bekommen:

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Für den Einstieg in Linksverkehr etc. war mir ein so kompaktes Fahrzeug aber grade recht.

Als erste Zwischenstation ging es zu den Shiraito Falls:

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Der Rundweg dauert ca. 20 - 30 Minuten.

Von dort aus bin ich an den Lake Tanuki gefahren. Man kann wohl beim Campingplatz an der Südseite auch Fahrräder ausleihen und damit um den See fahren. Der Rundkurs ist ca. 3,5 km lang. Habe ich aber auch erst auf den Schildern gesehen, ich bin an einen Parkplatz auf der Nordseite gefahren und von dort aus ein paar Meter um den See gelaufen.
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Weiter gings zum Mittagessen zur Makaino Farm. Das kann man am ehesten als Erlebnisbauernhof bezeichnen, mit Gastronomie, Campingmöglichkeiten und einiges an Angeboten insbesondere für Familien mit Kindern (Ponyreiten, Ziegen und Schafe füttern etc.). Alles mit Blick auf den Fuji:

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Weiter im Uhrzeigersinn habe ich an der Narusawa Ice Cave kurz gestoppt. Der Name ist Programm, die Jacke hatte ich zum Glück mitgenommen:

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Über den Lake Kawaguchi und die Gotemba Outlets gings dann wieder zurück zur Mietwagenstation, und anschließend per Shinkansen nach Atami.

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In Atami habe ich wieder einen Mietwagen reserviert, um die Izu-Halbinsel zu erkunden, in der Hoffnung, dass das Wetter einigermaßen mitmacht (die Vorhersagen sind erstmal nicht so gut, wir werden sehen).
 

dunni

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09.01.2015
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Tag 10: Izu-Halbinsel

Entgegen der Wettervorhersagen zuvor hat mich der Tag mit einem blauen Himmel und Sonnenschein begrüßt. Dementsprechend stand meinen ursprünglichen Plänen nichts im Wege. Also als erstes den Mietwagen abgeholt (wieder bei Nissan Rent-a-car, Abholung genauso problemlos wie am Tag zuvor).

Erste Station war der Izu Panorama Park in Izu. Hier kann man mit einer Seilbahn auf den Berg fahren und dann einen kleinen Rundweg mit schönem Panorama entlanglaufen.

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Fußbad mit Aussicht:
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Gastronomieangebot ist ebenfalls vorhanden.

Nächste Station waren die Kawazu-Wasserfälle. Der Rundweg dauert ca. 45 Minuten, und man kommt an insgesamt 7 Wasserfällen (mal kleiner, mal größer) vorbei.

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Wenn man mehr Zeit hat (bspw. wenn man 2 Tage für die Izu-Halbinsel einplant), kann man den Weg auch noch etwas weitergehen und kommt an weiteren interessanten geologischen Formationen vorbei (bspw. die Saruta Depth).
Da die gesamte Izu-Halbinsel durch vulkanische Aktivität entstanden ist, sieht man die Überreste davon überall (auch entlang des Flusses). Charakteristisch die Säulen, die nach dem Erkalten der Lava entstanden sind:
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Danach ging die Fahrt weiter Richtung Ostküste, und dann an der Küste entlang nach Norden zum Mt. Omuro. Das ist ein Vulkankegel, der mit einem Sessellift erschlossen ist (einen Fußweg nach oben gibt es nicht). Oben kann man einen Rundweg gehen (ca. 1 km lang).
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Nur ein paar Fahrminuten entfernt kann man dann an der schroffen Küste entlangwandern. Die Küste ist durch den Ausbruch des Mt. Omuro und die daraus resultierenden Lavaströme entstanden.
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An der Ito Marine Town habe ich mit einem Abendessen den Tag ausklingen lassen, bevor es zurück nach Atami ging, um den Mietwagen abzugeben.
Übernachtet hatte ich hier im Prince Smart Inn, fußläufig vom Bahnhof entfernt.

Tag 11: Yokohama

Heute hat mich das Tiefdruckgebiet schlussendlich eingeholt, daher habe ich das für heute geplante Programm in Kamakura und Enoshima auf den folgenden Tag verschoben und bin nach Yokohama gefahren. Dort habe ich das Cupnoodle-Museum besucht, mit Herstellung einer eigenen Cupnoodle-Kreation.

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dunni

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09.01.2015
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Tag 12: Kamakura

Strandwetter wars leider immer noch nicht, aber immerhin bliebs weitgehend trocken, also führte mich der Weg zunächst mit der Shonan-Monorail von Ofuna nach Enoshima. Die Hängebahn ist eine Attraktion für sich, da die Strecke recht kurvig und durch hügeliges Gelände führt, und in Kombination mit der Geschwindigkeit von bis zu 80 km/h fühlt sich das teilweise wie eine Achterbahn an.

Auf Enoshima gings zunächst mit den Rolltreppen hoch in den Garten und auf die Sea Candle, um die Aussicht zu genießen.

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Die Windsurfer und Segler, die unterwegs waren, haben sich über das Wetter wohl mehr gefreut als ich.
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Im Anschluss gings noch zu Fuß einmal quer über die Insel zu den Iwaya-Höhlen. Die Höhlen wurden (wie so vieles) durch Lavaflüsse und anschließende Erosion durch das Meer geformt.
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Anschließend gings mit der Enoden zum großen Buddha:
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Ein Vorteil des Wetters war vermutlich, dass zwar schon einiges an Touristen unterwegs waren, es aber um einiges hätte schlimmer sein können.

Tag 13: Sagamihara/Hachioji

Erste Station heute war der Vending-Machine-Store in Sagamihara. Das ist eigentlich ein Reifenhändler bzw. Werkstatt, der vor vielen Jahren mal mit ein paar Automaten angefangen hat, in erster Linie um seinen Kunden die Wartezeit angenehm zu gestalten. Daraus wurde wohl eine Sammelleidenschaft, und mittlerweile stehen dort sicherlich an die 100 Automaten, darunter auch viele Retromodelle, die es sonst nicht mehr gibt. Bestückt werden die von einer eigenen Küche, man bekommt also alles von Ramen, Udon, Hamburgern bis zu Spielzeug und natürlich Getränke.

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Das ganze ist mittlerweile eine Attraktion für sich, und während der knappen Stunde, die ich dort war, war auch ein reges Kommen und Gehen. Der angrenzende Parkplatz war jedenfalls immer gut gefüllt, obwohl es ein Werktag war.

Für anschließende Fahrt nach Omiya musste ich in Hachioji umsteigen, daher habe ich die Gelegenheit genutzt, und bei der Hachioji Fire Station vorbeigeschaut. Die haben seit knapp zwei Monaten einen Rosenbauer RT, ein elektrisches Löschfahrzeug, des erste und bisher einzige Modell in Japan (da ich selber ehrenamtlich bei der Feuerwehr engagiert bin, ist natürlich entsprechendes Interesse vorhanden).
Die Unterhaltung mit zwei Feuerwehrmännern dort ging in erster Linie über Google Translator, aber wir haben uns immerhin eine Stunde gut über verschiedene Feuerwehrthemen unterhalten.

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Im Anschluss erfolgte die Fahrt nach Omiya, um dort im Palace Hotel nahe des Bahnhofs einzuchecken.
 

dunni

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Tag 14: Omiya

Heute stand das Railway Museum auf dem Programm. Nur eine Station mit dem New Shuttle vom Bahnhof Omiya entfernt, mit eigener Station, ist es sehr gut zu erreichen.

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Viele der Beschreibungsschilder sind zweisprachig (Japanisch und Englisch), und es gibt einen Audioguide als App, mit dem man an nummerierten Stationen die jeweilige Erklärung anhören kann.

Bei dem Modell des ersten Shinkansen gabs auch eine kleine Vorführung, bei der ich die Gesprächsfunktion vom Google Translator erstmals ausprobiert hatte, um die Erklärungen des Moderators zu übersetzen. Hat soweit auch ganz gut funktioniert, sodass ich den Erklärungen einigermaßen folgen konnte.
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Es gab tatsächlich auch mal einen Doppelstock-Shinkansen:
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Für kleine (und auch große) Kinder gibts einiges an Mitmachaktionen, unter anderem diese Mini-Züge, die man selber steuern kann. Dafür muss man über die Museumsapp an der Verlosung der Plätze teilnehmen. Leider hatte ich kein Glück.
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Ca. 30 Minuten vom Railway-Museum zu Fuß entfernt gibt es das Bonsai Village.

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Hier gab es früher bis zu 100 Bonsai-Baumschulen, heute existieren noch 5. Fotos waren dort leider nicht erlaubt.
Im Bonsai-Museum kann man auch einige interessante Stücke betrachten und dieses Mal auch fotografieren:

Das Exemplar soll 500 Jahre alt sein:
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Tag 15: Chichibu / Ikebukuro

Da ich die letzten 2 Wochen so langsam in den Beinen merkte, wollte ich heute etwas mehr Bahn fahren und weniger zu Fuß gehen. Zunächst gings daher von Ofuna über Kumagaya mit der Chichibu Railway nach Chichibu. Eine Kleinstadt in den Bergen, mit einer interessanten Brücke und einem halb abgebauten Berg (Kalksteinbergwerk).

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Danach gings mit der Seibu Ikebukuro Line nach Ikebukuro. Dort bin ich auf das Sunshine 60 Observatory gefahren, habe bei guter Aussicht Kaffee und Kuchen genossen, und beim anschließenden Weg zur U-Bahn noch zufällig ein kleines Konzert mit hawaiianischer Musik mitgenommen.

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dunni

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09.01.2015
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Tag 16: Nikko

Zunächst gings mit einem Direktzug von Omiya nach Nikko.

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Dort angekommen, bin ich direkt mit dem Bus zum Lake Chuzenji gefahren, um mir dort die Kegon Falls anzuschauen. Mit einem Aufzug kann man auch an das untere Ende des Falls zu einem Aussichtspunkt fahren.

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Nach der Rückfahrt mit dem Bus Richtung Nikko gings zunächst zum Toshogu-Schrein und anschließend zum Rinnoji-Tempel.

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Vorbei an der Shinkyu-Brücke gings dann zum Steakhaus, wo ich zur Feier des Tages ein kleines Menü eingenommen hatte (mit Tochigi A5 Wagyu im Hauptgang).

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Auf dem Weg zum Hotel kam ich noch am ehemaligen Rathaus vorbei:

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Tag 17: Koriyama

Von Nikko aus gings mit Regionalzug und Shinkansen zunächst nach Koriyama, wo ich für zwei Tage einen Mietwagen gebucht hatte.
Damit gings als erstes auf den Goreibitsu-Pass. Der Pass bzw. die Gegend soll wohl schon zu Samurai-Zeiten als Weg zwischen Koriyama den westlichen Gebieten davon benutzt worden sein. Die Straße sah jedenfalls dementsprechend aus (nichts für schwache Nerven):

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An der Passhöhe angekommen gings ein paar Meter zu Fuß noch einen Hügel hoch, von dem man eine herrliche Aussicht hat:
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Die ganzen Bärenwarnschilder haben mich aber davon abgehalten, weiter zu Fuß zu gehen. Im Tal führte die Straße dann ein wenig am See entlang (Lake Inawashiro):

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Zufällig noch ein Hinweisschild für einen Wasserfall entdeckt:

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Die Fahrt ging dann weiter Richtung Futaba, wo ich die nächsten zwei Nächte im Business ARM Hotel untergebracht bin.
Futaba grenzt direkt an das Gebiet des Kernkraftwerks Fukushima Daiichi an, und war dementsprechend massiv von der Katastrophe betroffen. Von ehemals ca. 7000 Einwohnern leben momentan wieder um die 200 in der Stadt.
Die Fahrt dorthin war auf den letzten Kilometern jedenfalls recht bedrückend, da zwar immer mehr Gebiete wieder für Bewohner freigegeben sind, aber es trotzdem noch eine Menge Häuser gibt, die komplett verbarrikadiert sind. Auch Seitenstraßen, die von der Hauptstraße abgehen, sind noch teilweise vollständig abgesperrt.
Der Tsunami hat zwar den Großteil der Häuser zerstört und weggeschwemmt, man bekommt anhand von Gartenmauern und ähnlichen Überresten aber dennoch einen Eindruck, welche Wucht hier geherrscht hat. Mehr dazu im folgenden Beitrag.
 

dunni

Erfahrenes Mitglied
09.01.2015
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380
Tag 18: Futaba

Futaba grenzt direkt an das Kraftwerksgelände von Fukushima Daiichi an, und war dementsprechend am stärksten von den strahlungsbedingten Auswirkungen betroffen. Erst im Jahr 2022 wurden erste Bereiche für die Wiederbesiedlung freigegeben, vorher waren Teile der Stadt nur für tagesweise Besuche frei bzw. der größte Teil komplett gesperrt. Auch heute noch gibt es Gebiete, die als "Difficult-to-return" markiert und nur für kurze Aufenthalte freigegeben sind.

In den Bereichen sind die Gebäude und teilweise auch komplette Seitenstraßen immer noch abgesperrt:

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Hier der Sperrbereich zum Kraftwerk:
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An der Stelle lag die Strahlendosis bei 0,071 Mikrosievert/Stunde. Zum Vergleich: Bei einem Langstreckenflug nach Japan kann man bis zu 0,1 Millisievert ausgesetzt sein.

An der Straße nach Okuma kommt man bis auf ca. 2,3 Kilometer ran, die Baukräne stehen an den ehemaligen Reaktoren:
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In Futaba wurden einige Einrichtungen als Teil eines Memorial Parks im Gedenken an die Dreifach-Katastrophe errichtet. Hier die National Memorial Hall:

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Erdhügel anstelle ehemaliger Häuser der Morotake-Siedlung, nahe der heutigen Memorial Hall:
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Straße zur Ukedo Elementary School:
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Ukedo Elementary School, inzwischen auch als Gedenkstätte zugänglich gemacht:
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Eindrucksvoll der Höhenmarkers des Tsunamis.

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In der Ukedo Elementary School fand zum Zeitpunkt des Erdbebens Unterricht statt. Alle Schüler konnten jedoch rechtzeitig evakuiert werden und haben somit den Tsunami überlebt. Die Evakuierungsroute führte über ca. 2 Kilometer auf einen nahegelegenen Hügel:
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Zeitpunkt zwischen Evakuierung und Ankunft des Tsunamis waren ca. 45 Minuten.

Aussicht vom heutigen neuen Schutzwall:
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Desweiteren wurde in Futaba das Great East Japan Earthquake and Nuclear Disaster Memorial Museum erbaut, in welchem insbesondere die ersten Tage nach dem Erdbeben anschaulich gemacht werden. Leider habe ich es versäumt, im Museum Bilder zu machen. Die Beschreibungen sind weitgehend zweisprachig, es gibt auch hier eine App, mit der englische Texte angezeigt werden können (auch bspw. Übersetzungen von Briefen, die im Original ausgestellt werden, und bei denen nicht immer direkt die englische Übersetzung angebracht ist).
Sehr anschaulich fand ich einige Punkte rund um die Tsunami-Warnung. Bspw. hat ein Bürgermeister berichtet, dass er auf dem Weg zu einem Fluchtpunkt einige Anwohner angetroffen hatte, die die Warnung herunterspielten, und sich deswegen nicht evakuierten, im Sinne von "Was soll hier schon passieren". Viele dachten wohl auch, weil der Meeresboden vor Futaba wohl recht flach abfällt, dass deswegen kein großer Tsunami entstehen kann. Sowohl Erdbeben als auch Tsunami waren ja jeweils die schwersten die es bisher in Japan gab.
Die initiale Tsunami-Warnung in den ersten Minuten nach dem Beben sprach auch von ca. 3m Höhe, welche nach und nach auf 6 und dann 10 m erhöht wurde.

Neben der Tsunami-Evakuierung waren natürlich dann die folgenden Tage und weitere, größere Evakuierungen durch das folgende Kraftwerksunglück und die damit einhergehende weitere Verlegung der Evakuierten in andere Auffangstellen ein großes Problem. Insgesamt wurden am Ende 160000 Einwohner evakuiert. Teilweise musste Evakuierte mehr als fünfmal verlegt werden, ein Resultat der immer größer werdenden Evakuierungsbereiche.

Da ich für zwei Tage hier auch wieder einen Mietwagen hatte, bin ich noch ein bisschen in die Nachbarstädte Okuma und Namie gefahren. Namie wurde schon ein bisschen früher als Futaba wieder freigegeben, und dort wurde auch nicht soviel durch den Tsunami zerstört, dementsprechend sieht man dort ein relativ "normales" Stadtleben. In Futaba wird das sicherlich noch einige Zeit dauert. Man sieht viel Bauaktivität, auch viele Häuser, die schon wieder renoviert und bewohnt sind, aber eben trotzdem noch viele Gebiete, die quasi noch "tot" sind. Wäre das ganze "nur" der Tsunami gewesen, wären die Bewohner sicherlich schneller wieder zurückgekommen, aber gerade die Angst vor der Strahlung und die lange Zeit der Evakuierung hindert viele daran, wieder zurückzukehren. Nach so vielen Jahren hat man sich ja am Ende irgendwo anders eingerichtet, einen neuen Job, Wohnung etc.

Beschädigtes Feuerwehrfahrzeug im Museum:
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Alt und neu:
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Der Neubau im Hintergrund ist das Futatabi-Hotel, welches am 1.6. eröffnet werden sollte (ob das geklappt hat, weiß ich leider nicht).

In jedem Fall war der Besuch in Futaba eine sehr aufschlussreiche Erfahrung, welche ich nur jedem empfehlen kann, der abseits der Golden Route unterwegs sein möchte.
 

dunni

Erfahrenes Mitglied
09.01.2015
253
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Tag 19: Koriyama/Chiba

Mit dem Mietwagen bin ich zurück nach Koriyama gefahren, um ihn dort wieder abzugeben. Anschließend gings über Tokyo nach Chiba, wo ich nach dem Hotel-Checkin noch zum Chiba Port Tower gefahren bin:

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Tag 20: Choshi

Mit dem Limited Express gings nach Choshi. Von Chiba aus benötigt man damit ca. 1:20.
In Choshi kann man dann mit der Choshi Dentetsu noch ein paar Stationen weiterfahren. Die private Bahn ist dafür bekannt, dass der Bahnbetrieb selber keinen Gewinn abwirft und sie den Verlust mit dem Verkauf von Souvenirs und Snacks ausgleichen. Insbesondere Reiscracker sind ein beliebtes Produkt.

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Von der Endstation Tokawa aus gings zunächst zu Fuß durch den Fischereihafen an der Küste entlang zu zwei markanten Felsen:

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Dieser Fels wird Dog Rock genannt, weil die zwei abstehenden Spitzen wie zwei Hundeohren aussehen sollen:
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Vom Ocean View Observatory hat man eine schöne Aussicht:
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Auch die Steilküste kann man hier überblicken:
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Weiter gings dann zum Inubosaki Lighthouse:
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Und von dort dann ein bisschen am Strand entlang, wo ich dann immerhin meine Füße ein bisschen ins Pazifik-Wasser halten konnte (auch eine Premiere für mich, denn im Pazifik war ich noch nie schwimmen bisher):
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Leider habe ich mir hier dann doch noch den im Titel erwähnten Sonnenbrand geholt.
Zurück gings dann mit einem Regionalzug nach Chiba, welcher ca. 2 Stunden gebraucht hat. Einen Express gibts am Nachmittag bzw. Abend nur einen, und solange wollte ich dann nicht warten.

Tag 21: Narita

Ursprünglich hatte ich hier noch ein bisschen was in Sakura geplant, aber da ich mir nicht nur einen Sonnenbrand, sondern auch eine Erkältung eingefangen hatte, fiel das Programm für heute flach, damit ich für den Rückflug einigermaßen wieder fit bin. Daher bin ich nur nach Narita ins Hotel gefahren.
Übernachtet habe ich dort im Toyoko Inn Narita Honkan, welches direkt am Flughafen liegt, und je nach Zimmer sogar eine direkte Aussicht auf Runway 16L/34R bietet.

Tag 22: Rückflug

Mit dem Produkt von JAL war ich wieder sehr zufrieden, wie auch schon beim Hinflug. Beim Essen hab ich dieses mal das internationale Menü genommen, aber das war auch tadellos.
Die Ankunft in Frankfurt war dann in Terminal 3 (Abflug war ja noch vor dem Umzug). Bei der Non-EU-Einreise gabs eine längere Schlange, für die EU-Gates stand gar niemand an. Gepäck kam recht schnell (10 Minuten würde ich sagen). Die Beschilderung für den Ersatzbus ist aber eine milde Katastrophe in meinen Augen. Auf den Schildern gibts nirgendwo Hinweise, dass man für die Bahnhöfe eben auch den Bus zum Terminal 1 nehmen soll. Da habe ich einigen Mitreisenden einen sinnlosen Fußmarsch zur Skyline erspart.

Abschließendes Fazit:
Es gab nix auf der Reise, wo ich sagen würde das hätte ich mir sparen können. Die Ziele waren wieder hoch interessant für mich. Die ganzen Mietwagenanmietungen haben auch problemlos geklappt, das werde ich sicherlich auch wieder in Betracht ziehen, sollte ich nochmal die Gelegenheit für eine Japanreise haben (das war jetzt meine dritte Japanreise, der Wunsch besteht also schon).
Insgesamt habe ich ca. 200 Kilometer zu Fuß zurückgelegt, also ca. 10 km im Schnitt pro Tag.
Bei einer solchen Reisedauer werde ich künftig aber in der Mitte mind. einen, eher 2 Tage als "Wellness"-Tag einplanen. An Tag 11 - 12 hatte ich schon so einen Durchhänger, weil ich einfach auch die Belastung in den Beinen gemerkt hatte. Diese Menge an Gehstrecke ist man ja auch nicht immer gewohnt.