Es handelt sich bei der Interchangeregulierung um eine Verordnung. Verordnungen müssen nicht in nationales Recht umgesetzt und sind auch so bindend.
Händler können bestimmte Kartenkategorien ablehnen. Also zum Beispiel alle Verbraucher-Kreditkarten, alle Business-Kreditkarten, vielleicht sogar außereuropäische Kreditkarten?, so langen sie darauf hinweisen.
Ab Juni is eine optische sowie elektronische Kennzeichnung der Karten Pflicht, so dass das Kassenpersonal erkennen kann um was für eine Karte es sich handelt (Debit, Kredit, Business).
Ab Juni müssen auf den Abrechnungen der Händlerbanken Interrbankenentgelte zumindest summiert gesondert ausgeführt werden. Wenn ich das richtig verstehe haben Händler sogar Anspruch darauf von den Händerlbanken nach dem Interchange+ Verfahren abgerechnet zu werden. Das würde bedeuten, dass Acquirer dem Händler nicht mehr nur eine Mischkalkulation anbieten dürfen. Hohe Interchangegebühren würden so schnell auffallen. Die großen wissen ja eh Bescheid. Da kümmern sich wahrscheinlich ganze Abteilungen um diesen Kram, geht ja um viel Geld.
Die Urheber der Verordnung haben sich sehr viel Mühe gegeben möglich Schlupflöcher zu schließen, die es erlauben würden, die Interchange-Regulierung zu umgehen. In ein paar Jahren wird es möglicherweise sogar darauf hinauslaufen, dass die Ausnahmen für Businesskarten und die für die Dreiparteinsysteme wie Amex komplett wegfallen.