Ich will dort Laden, wo ich Termine habe.
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Dass es in Bad Bevensen mehr als diese eine Ladesäule gibt, hatten ja schon einige angemerkt.
Ich finde keinen Eintrag mehr in diversen Roaming-Verzeichnissen (RMP bzw NSP), die zu dieser Säule passen würde. Also "grundsätzlich in Betrieb, nur vorübergehend defekt" sähe anders aus.
Also ist diese Säule (vermutlich) ein Beispiel, wie man sich mit viel Bürokratie selbst im Weg stehen kann. Und warum funktionierende Ladeinfrastruktur zurückgebaut werden muss, ohne dass es einen ernsthaften Grund gibt.
Die erste Generation Ladesäulen mußte teilweise außer Betrieb genommen werden, weil sie nicht eichrechtskonform war. "Ungeeichte Ladesäulen" und Vergleiche mit Betrügern beim Wochenmarkt titelten die einschlägigen Boulevard-Medien. Was sie nicht geschrieben haben: Die Säulen hatten sehr wohl einen geeichten Zähler. Da wurde niemand betrogen. Der Zähler war nur irgendwo verbaut und nicht so, dass er von aussen ablesbar ist, denn als diese Säulen in Betrieb genommen wurden, konnte noch keiner wissen, dass das wichtig sein würde. Bei den tausenden Tesla Superchargern (und anderen Anbietern ebenso) wurden großzügige Übergangsfristen vereinbart (alles andere wäre nicht praktikabel). Aber tausende AC-Lader, u.a. das größte Netz von "Wallboxen bei Firmen, Privatleuten, Ferienwohnungen, Arztpraxen, ... die für Eigenbedarf aufgestellt wurden, aber auch für jeden nutzbar waren" sind verschwunden.
Das Foto zeigt eine Alfen ProLine. Gute Wallbox, fairer Kaufpreis, Display mit guter Bedienerführung. Seitlich ein geeichter Zähler ablesbar. Absolut eichrechtskonform. Als "PG Line" auch komplett als Turm erhältlich, sieht dann mehr aus wie eine Ladesäule und hätte im Fuß Platz für den HAK, also die Übergabetechnik vom Netzbetreiber (Sicherungen, Zähler usw). Und offensichtlich mit Giro E angebunden.
GiroE ist ein Produkt der GLS Bank. Es erlaubt Kartenzahlung direkt an der Säule. Man hält eine Girocard ("EC Karte") dagegen, das Display zeigt die Preise an. Man hält die Karte nochmal zur Bestätigung dagegen und dann kann man den Ladevorgang starten. GLS kümmert sich dann um die Rechnungsstellung und Lastschrift.
Das war eine sehr coole Option, für wenig Geld (die GiroE Tarife für Anbieter waren zumindest damals, als ich mich damit beruflich befasst habe, sehr fair) ad hoc Zahlung anzubieten. Einschließlich zum Standort passender Preise (z.B. an einer Therme keine Blockiergebühr ab 4h, weil man ja will dass die Gäste ohne Frust länger bleiben sollen).
Aber: Dann kam die nächste Generation Ladesäulenverordnung. Und eine Pflicht für echte ad hoc Zahlung, denn sowas wie oben, was die Branche sich selbst geschaffen hat, ist natürlich nicht ausreichend. Die Bankenlobby hatte dafür gesorgt, dass da ein echtes Kartenzahlungsterminal dran muss. Mit PIN Pad, kontaktlos alleine reicht nicht.
Die o.g. Alfen hätte Bestandsschutz. Solange bis der Standort erweitert würde. Oder umgebaut. Oder zB aufgrund eines Wechsels im Backend das Ding eine neue EVSE-ID bekommen würde. Oder oder oder.
Dann müsste eine Kartenzahlung nachgerüstet werden. Was an dieser Stelle ein wirtschaftlicher Totalschaden ist. Also lieber ein "defekt" Aufkleber drauf.