Bei 60000 Brutto im Jahr zahlst Du in Steuerklasse 1 Lohnsteuer i.H.v. 9389,00 EUR, gerade mal 16.4 Prozent. Dein hinkender Vergleich bezieht die Sozialversicherungen mit ein. Dein Anleger hat aber keine Krankenversicherung, keine Rentenversicherung und keine Arbeitslosenversicherung, die muss er zusätzlich eindecken. Insofern kannst du es nicht vergleichen.
Ich meinte 60K/Brutto Kapitalerträge vs. 70K Gehalt.
Bei 70K Gehalt bleiben dir 42582,88€ wenn du jedoch nur 60K an Kapitalerträgen hast bleiben dir 44439€ Netto - für die Berechnung habe ich jetzt frei zugängliche Tools im Netz benutzt, daher nagel mich nicht auf den letzten Cent fest, die Prozentsätze waren jeweils plausibel.
Mein Anleger hat eine Krankenversicherung, da gibt es ja div. Modelle wie man die gesetzliche KV aufrecht erhält ohne das die Kapitalerträge als Einkommen angerechnet werden, eine AV und eine Rentenversicherung braucht er ja nicht die Erträge sprudeln ja weiter.
Und richtig der Vergleich hinkt, da der Mensch der von Kapitalerträgen lebt eben deutlich weniger in die sozialen Systeme einzahlt. Er hinkt auch weil der Angestellte keine Wahl hat wie er für das Alter vorsorgt - in dem Vergleich gibt es einige "Schwächen" weil die Situation eben nicht gerecht ist.
Und wie ich weiter oben ja angemerkt habe, neide ich niemanden 60K oder auch 100K aber wenn ich 500K/pa aus Vermögen beziehen dann müsste man einen Weg finden diese Menschen stärker an den Kosten der Sozialversicherungen (die ja aktuell das größte Problem des Staates sind) zu beteiligen.
Du kannst mich jetzt gerne für einen Sozialisten halten, dieses Zitat von Jürgen Klopp spricht mir aus dem Herzen:
Ich glaube an den Sozialstaat und habe kein Problem damit, Krankenversicherung zu zahlen. Ich bin nicht privat versichert, ich würde nie eine Partei wählen, weil die verspricht, den Spitzensteuersatz zu senken. Mein politisches Verständnis ist: Wenn es mir gut geht, soll es den anderen auch gut gehen. Und wenn ich etwas in meinem Leben niemals tun werde, dann rechts wählen.
Darüber hinaus: Die geringere Besteuerung von Kapitalerträgen beruht auch auf der Überlegung, dass ich den im Ertrag enthaltenen Inflationsausgleich nicht besteuern kann, denn sonst würde ich nicht die Leistungsfähigkeit, sondern die Substanz besteuern (was momentan bei einem Zins wenig über der Inflationsrate sowieso passiert).
Das erklärt aber die Differenz Kapitalertragssteuer vs. Einkommensteuer nicht wirklich.
Wie gesagt, ich denke ab einer gewissen Dimension sollte man das Thema angehen, anstatt Sozialleistungen bis in die gehobene Mitte hinein zu kürzen. Das ist aber ein vollkommen anderes Thema.