Gerne mehr solche kurzen Berichte (oder Success Stories). Bin kurzzeitig schon verschiedene E-Autos gefahren, aber überlege, einen Elroq zuzulegen. Leider findet man (bisher) wenig Berichte über längere oder regelmäßige Nutzung.
Falls du spezielle Fragen zum Elroq hast gerne stellen. Hab ihn zwar erst seit 1,5 Wochen, denke aber dass ich das Auto schon ganz gut verstanden habe.
Kann auch noch meine Fahrt zur Bergtour am letzten Samstag berichten. Diesmal habe ich einen Startpunkt gewählt der auch wieder sehr fordernd für meinen bisherigen Hybriden war. Von München über Scharnitz und den steilen Zirler Berg runter ins Inntal. Auf der anderen Seite dann gleich wieder steil hoch nach Kühtai auf 2000 Meter. Der Hybride hat sowohl rauf, als auch runter mit der Steilheit gekämpft und der Motor war jedesmal sehr laut. Runter wurden die Bremsen heiß, rauf der Motor. Mit dem Elroq war das ein völlig neues Erlebnis. Leise und mühelos sowohl runter, als auch rauf.
Rekuperation top und bei der Auffahrt hat er auch gezeigt, wie mühelos und leise man einen steilen Berg hochkommt. Jeder Verbrenner lärmt und muss zurückschalten damit er hochkommt, einem einigermaßen starken E-Auto (mein Elroq hat 210kW/286 PS) ist das völlig egal, es fährt sich genauso wie als würde es eben dahingehen. Die Leistung ist mehr als ausreichend auch auf steilen Strecken scheinbar mühe- und geräuschlos nach oben zu kommen, trotz eines Gewichts von etwas über 2 Tonnen. Und runter kann man das meiste mit Rekuperation lösen. Leider habe ich nach der Abfahrt vergessen mal im Inntal an die Bremsen zu langen ob die überhaupt Temperatur abbekommen haben, vermute aber kaum bis gar nicht.
Sehr angenehm ist auf mir unbekannten Strecken auch der sogenannte Eco-Assist. Ein Fahrassistent der sich eine passende Geschwindigkeit ermittelt und dabei Topografie, Kurven und Tempolimits einberechnet die ihm bekannt sind. Der bremst einem runter wenn er weiß, dass eine Kurve weiter vorne oder ein Tempolimit hinter einer Kurve kommt was man als Fahrer noch gar nicht wahrnimmt. Wenn z.B. ein Tempolimit von 80 besteht, aber die Kurve für 80 zu schnell ist, dann bremst er einem auf eine vernünftige Geschwindigkeit runter. Und zwar so, dass er die Geschwindigkeit an dem Ort schon hat wo man sie braucht. Auch einen Kreisverkehr erkennt er und bremst einen vorher schon auf eine sinnvolle Geschwindigkeit runter. Wenn man dazu den kompletten Travel Assist aktiv hat dann klappt das sogar bei den meisten Stellen mit der Lenkung. Und das alles ist wirklich sehr gut umgesetzt und wirkt vom Fahrverhalten sehr menschlich und nicht digital. Da kann man echt nur den Hut ziehen vor den Volkswagen-Entwicklern.
Wenn es zu steile Kurven sind oder die Markierung nicht passt dann steigt das System aber aus. Aber es ist ja auch kein Full Self Driving wie bei Tesla, sondern rein ein Fahrassistent. Auf Autobahnen und auf gut ausgebauten Landstraßen ist das System einwandfrei.
Auf mir bekannten Strecken (z.B. zur Arbeit und zurück) da fahre ich manuell, da ich selber weiß an welchen Punkt ich vom Fahrpedal gehe und das Auto rollen lasse. Da bin ich dann noch effizienter als der Computer, weil ich mich nicht stur an die Geschwindigkeit halte sondern möglichst viel dahinrolle. Ob ich da ein paar Stundenkilometer unter oder über dem erlaubten fahre ist in der Realität ja nicht ganz so wichtig.
Verbrauchswerte:
Hin- und zurück 288km. Ich bin dabei über den Walchensee gefahren um auch den Kesselberg mit seinen Kurven noch mitzunehmen.
Hinfahrt 19,7 kWh/100km, zurück 6,2 kWh/100km. Da sieht man gut den Effekt von 1500 Höhenmeter Differenz zwischen München und Kühtai.
Gesamtverbrauch demnach 12,95 kWh/100km. Durchschnittsgeschwindigkeit 57 km/h.
Auf der Autobahn habe ich mich diesmal extra etwas zurückgehalten und bin erstmal mit 110 km/h rechts gefahren bis ich auf irgendeinen etwas langsameren aufgefahren bin. Dem bin ich dann mit aktivierten TravelAssist quasi automatisch hinterhergefahren. Auch sehr entspannt. Ob ich dadurch ein paar Minuten längere Fahrzeit habe ist mir nicht so wichtig, ich höre während der Fahrt Podcasts und hab dann halt ein paar Minuten mehr angehört. Für mich keine verlorene Zeit.
Diesmal habe ich am Vortag den Akku in der Arbeit nur auf 90% SOC aufgeladen. Man wird entspannter mit der zunehmenden Erfahrung. Heute morgen mit 88% losgefahren, am Ende hatte ich noch 38% übrig damit ungefähr 50% verbraucht.
Denke mal über die Zeit werde ich ein Gefühl bekommen wieviel Ladung ich für welche Zielorte in den Bergen ich brauche. Auf jedem Fall muss ich mich mit dem großen Akku des Elroq bei den meisten Touren keine Gedanken über Nachladen unterwegs machen. Und wenn würde ich soviel nachladen, dass ich am nächsten Werktag wieder zur Arbeit komme um dort wieder aufzuladen. Da reicht dann vermutlich irgendwo mal ein Stop von 5-10 Minuten. Auch die vielleicht höheren Ladekosten sind dann eher sekundär. Aber wenn man sich umschaut findet man schon Ladesäulen die einigermaßen preiswert sind auf seiner Route.
Grundsätzlich gilt das Fahrverhalten nicht nur für den Elroq, sondern für die ganze MEB-Plattform von VW. Da kann sich jeder aussuchen welches Fahrzeug einem am besten passt. Einzig die Bedienung und die Displays sind unterschiedlich. Mir gefällt der eher konventionelle Ansatz von Skoda am besten. Erst die MEB-Fahrzeuge von VW ab dem ID.3neo und ID.Polo (bei der MEB+ Plattform) haben wieder besserer Ergonomie.
Spitze ist auch die Wendigkeit der Nicht-Allrad-MEB-Fahrzeuge. Da Heckantrieb haben die einen extrem kleinen Wendekreis. Auf jedem Fall fühlt sich mein Elroq unglaublich handlich an wenn es um's einparken oder engen Kurven geht. Da war mein Toyota Auris Kombi dagegen unhandlich wie ein Flugzeugträger.
Bin jedenfalls nach wie vor sehr zufrieden nach den ersten ca. 1000km und 1,5 Wochen.