Mir wurde mal zugetragen, dass auf die Frage nach einer Gehaltsrunde nachdem es jahrelang keine gab in einem Call mit mehreren Tausend Mitarbeitern der CEO sinngemäß gesagt haben soll, dass die Mitarbeiter, die das fragen, doch erst mal schauen sollen ob sie denn 110% geben um das zu rechtfertigen. Diese Aussage hängt ihm bis heute nach. Gehaltsrunde gabs noch immer keine mit stoischem Verweis auf einen ominösen Benchmark jedes Mal wenn das Thema aufkommt. So motiviert man Leute…
Genau das ist für mich der Punkt. Wenn die Führungsebene jahrelang keine Gehaltsrunde auf die Reihe bekommt und dann den Mitarbeitern sinngemäß sagt, sie müssten erst mal 110 % leisten, bevor sie überhaupt darüber reden dürfen, ist das schon ein ziemlich fragwürdiges Signal.
Vor allem: Leistung ist keine Einbahnstraße. Wenn der Arbeitgeber dauerhaft mehr erwartet, darf der Mitarbeiter umgekehrt auch erwarten, dass sich gute Leistung irgendwann in irgendeiner Form bemerkbar macht – sei es beim Gehalt, bei Sonderzahlungen oder eben durch echte Wertschätzung.
Und dieser ominöse „Benchmark“, auf den dann immer wieder verwiesen wird, klingt irgendwann auch eher nach einer bequemen Begründung als nach einer ernsthaften Personalstrategie.
Mir wurde übrigens auch schon seit über einem Jahr Homeoffice versprochen – passiert ist bis heute nichts. Stattdessen sollen jetzt offenbar Leute ins Homeoffice, die Kinder haben oder weiter weg wohnen als ich.
Ich meine, dreimal im Monat volltanken ist auch kein Spaß.
Dabei bin ich grundsätzlich gerne im Büro. Ich habe aber festgestellt, dass ich zu Hause teilweise produktiver und konzentrierter arbeiten kann. Ich brauche keine „Gesellschaft“ oder permanente Belustigung durch andere, um meine Arbeit zu erledigen. Und ich bin mit Sicherheit nicht der Typ, der sich ins Homeoffice setzt und erstmal die Playstation anschmeißt.
Am Ende sollte doch die Leistung zählen und nicht, ob jemand seinen Rechner im Büro oder zu Hause stehen hat.