Ja. Aber genau das Letztere unterläuft dann eben die geregelten Arbeitsbedingungen. In einer Teilzeitbranche, wo Angestellte oft nur 3-4 Stunden pro Woche in dieser Firma arbeiten (und oft mehrere Arbeitgeber haben) oder selbständig sind und Schwarzarbeit weit verbreitet ist.
Seit man die günstigste Firma wählen muss, ist die Qualität stark gesunken. Die haben einfach für jede Arbeit so und so viel Zeit. Überschreiten sie die Zeit, werden sie zusammengeschissen oder es geht auf ihre Rechnung. Ist es mal besonders schmutzig, reicht die Zeit nicht, die eh sehr eng getaktet ist. Die Schule müsste dann die Reinigungsfirma extra zusätzlich beauftragen, die dann extra für einen Spezialeinsatz kommt und das auch verrechnet. Wenn die Zimmer schmutzig sind, wird trotzdem die Schuld auf die Putzfrau geschoben. Also was tut sie? Sie sieht den Schmutz und es ist ihr egal oder sie putzt es halt auf eigene Rechnung? Der Druck auf sie ist jedenfalls hoch, lieber mache ich es, statt Probleme mit dem Chef zu bekommen, der mich entlassen könnte? - gerade bei finanziell schlecht gestellten Leuten ist diese Angst gross, selbst wenn man sie deswegen nicht entlassen darf. Und wer sind diese Putzfrauen? Bei der hauseigenen Firma waren das Leute, die schon seit Jahrzehnten hier lebten, die Sprache konnten und ihre Rechte kennen. Die Putzfrauen der Billigfirma sind oft erst kurz im Land, können in der Regel die Sprache nur schlecht oder gar nicht, kennen ihre Rechte nicht und sind daher leichte Opfer.
Angenommen - ohne es zu wissen -, in den Lounges ist das gleiche Prinzip. Jetzt schimpfen die Kunden der Lounge mit der Putzfrau. Diese wird aber, sagen wir, nur für 3 Einsätze in diesem Klo a 15 Minuten bezahlt. Der Druck auf sie, ausserhalb der bezahlten Arbeit zu putzen, also gratis zu arbeiten, ist gross. Und das schreibe ich als liberal denkender Mensch, der findet, der Staat solle sich heraushalten, dem steht der offene Arbeitsmarkt gegenüber, der halt Regulierungen nötig macht.