Auch der Resturlaub muss weg. Spontan nach Asien. Manches kommt anders als geplant....

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chrini1

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26.03.2013
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HAM
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Moin,
nachdem meine vergangenen Reiseberichte sehr gut angekommen sind, gibt es hier einen neuen. Ich bin zwar bereits auf der Rückreise, aber aufgrund von stark eingeschränktem oder sehr langsamen/zensierten Internet in den letzten Wochen schreibe ich erst jetzt los.

Bis Ende März muss ja der Urlaub weg und da ich letztes Jahr zwei Reisen aus Gleitzeit bestritten habe, hatte ich noch drei Wochen übrig. Eigentlich geplant war auch eine 4 tägige IT/AI Schulung in Manila, die dort nur ca. 20% dessen kostet, was in DE aufgerufen wird. Aber manche Dinge kommen ganz anders. Dazu später mehr.

Da schon viele Reisen für dieses Jahr geplant waren und ich das Budget nicht überstrapazieren wollte, habe ich im Januar nach Meilentickets geschaut. Gebucht wurde dann HAM-FRA-LHR-TPE auf BR in C als Hinflug. Im Laufe der Wochen prüfte ich immer wieder Alternativen und fand dann auch einen Platz in F am 6.3. auf HAM-FRA-PVG mit LH. Also den einen Award storniert und den neuen eingebucht. Am Ende Riesenglück (9.3. war ja der spontane Streik von Verdi in HAM).

Weiterhin fand ich einen Rückflug am 31.03. ex HKG mit ET in C (auf A3 Meilen).

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Da MNL ein Drecksloch ist, das ich aus diversen Businesstrips kenne, buchte ich vor der Schulung noch drei Tage Bacolod (Negros) und danach Bicol mit Cebu Pacific für unter 50 Euro pro Flug.
 

chrini1

Erfahrenes Mitglied
26.03.2013
7.368
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HAM
06.03.25/07.03.25 HAM-FRA-PVG // SHA-JJN

Meine Frau bringt mich früh morgens zur S-Bahn mit der ich dann zum Airport fahre. Dort stehe ich dann erst einmal geschlagene 30 Minuten am Schalter (online Check-In war nciht möglich), die Dame von AHS fertigte am einzig offenen Gold/C/F Schalter gerade zwei türkische Y Gäste ab, die für Ihr Ziel kein Visum hatten. Als ich an der Reihe war, fragte sie mich nach dem Visum für China. Die folgende Diskussion endete damit, dass ich die Daten aus Expertflyer auf dem Handy zeigte, sie telefonierte noch mal mit dem Supervisor und dann bekam ich meine Boardkarten.

Nach einem kurzen Besuch der SEN Lounge und noch ein wenig dienstlicher Tätigkeit in derselben komme ich genau in dem Moment am Gate an, in dem Group 1 aufgerufen wird. Natürlich muss da so ein Businesskasper mit Gruppe 3 alles blockieren, geht vor und wir dann wieder weggeschickt, so bin ich fix an Bord, ärgere mich wieder darüber, dass die Crew das Crewgepäck in der C Overhead Bin hat. Stelle fest, dass ich meinen Sitznachbarn von einem Kongress kenne.

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Wir landen pünktlich in FRA und kommen statt auf A40 auf A11 an, was den Weg zum FCT natürlich ehrheblich verkürzt.

Hier gibt es noch ein Jubiläums -Entlein und eines für di Gattin, bevor ich mir mein Mittagessen schmecken lasse.

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Unter Carpaccio hatte ich mir was anderes als SPAM vorstellt.

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Das Rinderfilet sah zwar köstlich aus, war aber leider vom Geschmack gar nichts Besonderes. Wirklich schade, dass hier die Qualität immer weiter zurückgeht.

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Beim Dessert war das Sorbet perfekt, aber die Ente. Naja. Sieht hübsch aus, aber lecker? Nein, leider nicht.

Mit leichter Verspätung werden ein anderer Gast und ich abgeholt. Immerhin heute kein Mini-Van. Als wir am Gate ankommen, staut sich eine lange Schlange aus der Jetbridge raus - man hat heute nur eine angedockt. Der Fahrer macht und fix Platz und so nehme ich dann meinen Sitz ganz vorne ein.

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Das ist mein dritter F Flug in diesem Jahr bei LH und wieder einmal denke ich, dass so manch andere C hier gut mithalten kann. Aber die Crew ist sehr freundlich, die F ist nicht voll und uns wird gesagt, dass genug Champagner da ist.

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Das Essen war im Ganzen passabel, aber auch hier bieten manch andere Airlines in C/F deutlich mehr.

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So stelle ich mich dann auf ein paar Stunden Schlaf ein. Leider haben wir unterwegs heftig Turbulenzen und gerade die 748 liegt ja nicht sehr ruhig in der Luft. Ich bekomme meine Augen also kaum zu. Und dann ruft auch schon die Crew zum Frühstück.

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Das Frühstück ist dagegen ganz lecker.

Pünktlich drehen wir aus süd-östlicher Richtung auf PVG ein.

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Dank Arrival Service, der mich durch die Diplomaten-Schlange bringt, bin ich fix drinnen, und suche mir den Weg zur Commuter Railway - dieser ist deutlich länger als zur Metro. Am Automaten ziehe ich mir dann die Karte für den Airport Express, der in SHA zum Terminal 2 fährt. Der Automat nimmt Cash und Weixin Pay.

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Und nach einer weiteren Sicherheitskontrolle stehe ich dann auf dem recht neuen Bahnsteig (diese Verbindung fährt erst seit 2 Monaten)

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Der Zug ist recht bequem und verfügt über gepolsterte Sitze mit Steckdosen sowie WiFi. Nach nur ca. 35 Minuten komme ich an der SHA Multimodal Station an und wechsle hier auf die Metro Linie 2, die mich zum Terminal 1 bringt.

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Den Airport in SHA kenne ich noch nicht, aber man sieht ihm sein Alter an. Zunächst darf man einmal um eine Großbaustelle außen herum laufen, bevor man ins Terminalgebäude kommt.

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Den knapp 2stündigen Flug nach JJN fliege ich mit Xiamen Air. Dank Sky Team Elite Plus habe ich auch hier Prio Services und darf den Schalter nutzen, statt der Automaten. Dazu gibts einen Gangplatz in der sehr eng bestuhlten 737. Das Terminalgebäude ist alt, stickig, laut und bietet WiFi nur, wenn man daran denkt, dass man sich den Voucher VOR der Sicherheitskontrolle holt..... (sofern man keine Mainland China Nummer hat).

Das Boarding geht zügig von Statten. Drinnen werde ich von der Crew mit Namen begräßt (!) und man reicht mir eine Flasche Wasser und Slipper (die bekommen wohl nur C und E+ Gäste).

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Es gibt dann aber tatsächlich noch etwas zu essen und zu trinken.

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Ca. 30 Minuten vor der Landung werden die Sonnenblenden herabgezogen und der SkyMarshal prüft, ob alles geschlossen ist. JJN ist ein Dual-Use Airport und in China hat man Angst, man könne etwas sehen. Wir bekommen ein Busgate - und auch hier sind bei den Bussen die Scheiben bis auf die Frontscheibe mit Guckloch mit Folie verschlossen.

Ich verlasse den Airport und laufe auf die andere Straßenseite, wo ich für eine Nacht das Xiamen Air Hotel gebucht habe. Ich bekomme ein Zimmer in der 17. Etage - mit perfektem Blick auf die Rollbahn und die Apron - samt dort abgestellter Militärtechnik ;-)

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Hier muss ich jetzt erst einmal einen Plan schmieden, denn es kommt ja alles anders als geplant. Meine Vor-Ort Schulung in Manila wurde soeben abgesagt. Man bietet mir eine OnlineSchulung im gleichen Zeitraum. Dafür brauche ich natürlich stabiles Internet, was in China aufgrund der Zensur nicht gegeben ist. Als ändere ich meinen Plan und beschließe, den Flug JJN-MNL am Folgetag nicht anzutreten. Stattdessen buche ich eine Bahnfahrt nach Xiamen für den nächsten Morgen.

Da ich Hunger habe, laufe ich ca. 1 Kilometer bis zum nächsten Shopping Plaza, um mir ein Dinner zu suchen.

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Ich werde fündig und kann mir dank Zeichensprache und Bestellung per WeChat Pay auch mein Essen aussuchen.

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Auf dem Rückweg nehme ich einen anderen Weg zurück zum Hotel und schaue mir noch etwas die Gegend an.

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jaykayham

Erfahrenes Mitglied
14.08.2012
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Als ich an der Reihe war, fragte sie mich nach dem Visum für China. Die folgende Diskussion endete damit, dass ich die Daten aus Expertflyer auf dem Handy zeigte, sie telefonierte noch mal mit dem Supervisor und dann bekam ich meine Boardkarten.
Ganz normal - wenn in der Buchung kein Rückflug oder der Aufenthalt länger als 30Tage ist, z.B. getrennt gebucht, verlangt das System immer ein Visum für China automatisch.
 

chrini1

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26.03.2013
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HAM
Ganz normal - wenn in der Buchung kein Rückflug oder der Aufenthalt länger als 30Tage ist, z.B. getrennt gebucht, verlangt das System immer ein Visum für China automatisch.

Das Rückflugticket wurde aber vorgelegt. Und auch bei Abflug aus HKG und Bahnanreise nach HKG ist das bisher nie ein Problem gewesen.
 

chrini1

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26.03.2013
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08.03.25 Jiniang - Xiamen

Nach einer recht guten Nacht startet der Morgen ohne WiFi, da muss dann wieder das Engineering Team ran. Es nervt wirklich, dass ich ohne Mainland China Nummer nicht ins Netz komme. Nach einer guten Dusche schaue ich mir mal das Frühstück an. Der Raum ist typisch kahl, aber es gibt eine Suppenstation, und auch ein paar westliche Gebäcke, sowie Obst.
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Angebrütete Eier dagegen sind nicht so meine Leibspeise.

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Nach dem Frühstück packe ich meine Sachen und bestelle mir in Didi zur South Railway Station, wo mein Schnellzug nach Xiamen abfahren wird. Das System mit den chinesischen Bahnhöfen kann schon etwas verwirren, aber wenn man weiß, dass nan (South) xi (west) bei (north) ist, dann kann man auch bei Didi die korrekte Station finden. Der Bahnhof ist noch sehr neu, auf Google Maps existiert auf dem SAT-Bild nur eine Baustelle.

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Auch innen herrscht gähndende Leere. Mein Zug ist pünktlich und bringt mich in einer Stunde nach Xiamen.

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Ich nehme die Metro in die Stadt und checke für zwei Nächte im Ibis Styles ein. Die Lage direkt in der Fußgängerzone ist schon attraktiv. Das Hotel eher weniger. Aber für 34 Euro pro Nacht kann ich nicht meckern.

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Interessant ist dagegen schon der Aufzug. Wenn man da G drückt, dann kommt man leider nicht raus. Man muss erst einmal bis in den Keller und dann die Treppe wieder hoch

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Ich packe kurz aus, dann geht es auch schon raus in die Stadt. Es ist sonnig und angenehm warm. Die Stadt hat einen kolonialen Stil und ist recht attraktiv, auch wenn sich in der Fußgängerzone China-Typisch die Läden alle Meter wiederholen.

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So langsam habe ich Hunger und da gehe ich natürlich verschiedene Street Foods ausprobieren. Hier ein Taro Fladen mit Ente:

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Dazu dann ein Matcha Eis mit Marshmallow Hülle:
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Mein Weg führt mich zu Fuß am Wasser entlang ins Künsterviertel

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Als die Sonne langsam untergeht, mache ich mich auf den Rückweg ins Hotel. Hole mir unterwegs noch etwas lokales Crafbier für das Zimmer.

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Zufällig komme ich auf dem Rückweg noch an einer Ausstellung vorbei, wo die Geschichte der Stadt sehr gut erzählt und erklärt wird - sogar auf Englisch.

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Ich besorge mir dann noch etwas Streetfood und genieße mein Bier mit einem Film auf dem Zimmer.
 

chrini1

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26.03.2013
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HAM
09.03.25 Xiamen / Gulangyu

Ohne Frühstück geht es heute auf die Insel Gulangyu. Die Insel ist Unesco World Heritage Site und war vor dem ersten Opium Krieg neben Shanghai die einzige internationale Ansiedlung in China. Hier stehen auch heute noch die Villen und Gebäude der Botschaften und Händler aus Europa. Um hinüberzugelangen fährt man mit einer Fähre. Der Trick ist dabei den richtigen Abfahrtsort und Akunftspunkt zu finden, was ohne lokale Sprachkenntnisse dann eher der Intuition folgen muss. Ich kaufe also ein Ticket an der Tourism Wharf und begebe mich auf die 15 Minuten lange Fahrt hinüber.
Der Anti-Drängel-Mechanismus vor der Kasse ist sehr gewöhnungsbedürftig.

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Drüben angekommen versuche ich mich zu orientieren. Leider gibt es keine Englischen Karten und auch die Apple Maps Karte hilft nur bedingt. Die Insel ist Auto/Roller/Fahrrad-frei und nur Elektrobuggies dürfen fahren - aber auch die hupen wenn sie mit hoher Geschwindigkeite die Straßen entlang fahren.

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Vor der örtlichen Kirche stehen die Brautpaare samt der Fotografen Schlange um das perfekte Foto zu machen.

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Es ist Zeit für ein Mittagessen. Ich finde ein kleines Cafe, in dem keine chinesischen Gruppen sind und bestelle mir einen Tee sowie ein Essen. Dank elektronisscher Wechat Bestellung unnd Bezahlung kein Problem.

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Nach dem Essen mache ich mich auf, den Sunset Peak zu erklimmen - die höchste Erhebung der Stadt.

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Nach fast 18 Kilometern zu Fuß reicht es mir irgendwann - zu mal die Anzahl der Gruppen auf der Insel immer mehr wird und ich trete den Rückweg an. Nicht ohne mir noch einen Meiji und ein Abendessen zu holen. Später sehe ich dann noch die Lichtshow auf den Türmen.

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maxn

Erfahrenes Mitglied
27.05.2011
1.376
80
muc
Meine Vor-Ort Schulung in Manila wurde soeben abgesagt. Man bietet mir eine OnlineSchulung im gleichen Zeitraum. Dafür brauche ich natürlich stabiles Internet, was in China aufgrund der Zensur nicht gegeben ist.
Sorry für meine Direktheit, aber das ist quatsch.
Mit meinem Handy (T-Mobile) hab ich besten Empfang, kann es als Hotspot nutzen und alles an WhatsApp, Facebook & Co. geht problemos. Dazu, bei Bedarf Express VPN oder ähnlich, und du surfst wir zu Hause.

Ich bin nach wie vor mehrmals im Jahr in China, in allen Landesteilen. T-Mobile verlangt ca 50€ für 25 GB oder so, das reicht für einiges an Video-On Calls mit Teams, Zoom, Feishu, WeChat, WeCom & Co.

Und für Mobilität nutze ich via Alipay Didi oder die "Mobility" App, da geht Metro mit "Handy-ans-durchgangs-gate-halten" völlig seamless.

Ansonsten toller Reisebericht, Danke für's mitnehmen.
Fahr' mal nach Chongqing, the "Cyber Punk City" of Asia, ist grandios!

Und ich stimme deiner Einschätzung zu LH F vs. anderer C-Produkte zu.
Meine Wahl zZt ist QR, letztens (11.3) ex MUC sogar ausnahmsweise wegen Equipment Change auf 777 mit Q Suite. Aber auch ohne QS: Good night, LH.
Und die alberne LH Allergie, äh, Allegris C brauche ich nicht (nicht mal als SEN).
 
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