B787-9 in FRA Bugrad weggeklappt

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alex42

Erfahrenes Mitglied
02.04.2012
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MUC
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Nach einem solchen Vorfall mit Millionenschaden wird jedes Unternehmen, speziell in der Luftfahrt, Schlüsse aus den Untersuchungsergebnissen ziehen um solch einen Vorfall für die Zukunft zu verhindern.
Du meinst, LHT hat aus dem sehr ähnlichen Vorfall bei British Airways im Jahr 2021 den Schluss gezogen, dass es sicherer ist, gar keinen Pin zu stecken als ihn in das falsche Loch zu stecken?

Echte Profis, eben. ;)

Im Ernst: Ist ja leider nicht das erste Mal, dass so etwas passiert. Insofern ist die Diskussion, ob solche Wartungsarbeiten durchgeführt werden sollten, während (unbeteiligte) Menschen an Bord sind und am Flugzeug arbeiten, durchaus interessant.
 
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Erfahrenes Mitglied
01.06.2018
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Nach einem solchen Vorfall mit Millionenschaden wird jedes Unternehmen, speziell in der Luftfahrt, Schlüsse aus den Untersuchungsergebnissen ziehen um solch einen Vorfall für die Zukunft zu verhindern.

Da sind Profis am Werk, amateurhafte Diskussionen führen zu nix.
Du meinst die Profis denen beim letzten Vorfall nichts besseres eingefallen ist, als die zwei Mechaniker zu entlassen ?
(Alles andere in der Firma war offenbar perfekt)

Ich denke, er meint 4-Augen-Prinzip.
Beispielsweise. Es gibt verschiedenste Möglichkeiten Aufgaben von mehr als einem Menschen erledigen zu lassen.

Technische Sicherungen haben normalerweise deutlich geringere Fehlerraten als Menschen. Ich meine, 1/1.000.000 ist das, was man erreichen will.
Ich weiss nicht ob du mit Sicherungen Circuit breaker meinst, da gibt es durchaus Modelle die mit nur 2500 Zyklen Lebensdauer angegeben werden!
Statistisch macht ein Mensch in dieser Theorie alle 10.000 Bedienungen einen Fehler.
Damit wäre er viermal so gut, wie die Sicherung, die wir üblicherweise im Cockpit haben...

Wobei ich, je nach Aufgabe, schon 1/1000 bei einem Menschen für gut halten würde. Welcher Pilot macht 1000 gute Landungen nacheinander?
Und die Zuverlässigkeit von Komponenten sagt noch nichts über die Zuverlässigkeit des Systems, letztere lässt sich mit Redundanzen und Überwachung enorm steigern.

ist es gesunder Menschenverstand, dass unter Ausschuss der Öffentlichkeit zu testen.
Wenn es keine wirtschaftlichen Zwänge gäbe, selbstverständlich. Aber wenn du für jeden Test das Flugzeug zum Hangar ziehen und den Test da im aufgebocktem Zustand machen willst, würden einige Flüge jedes Jahr ausfallen. Mal abgesehen davon, dass auch das Aufbocken regelmäßig verbockt wird, und die Stützen plötzlich oben aus dem Flügel gucken... Wo Menschen unter Zeit- und Kostendruck arbeiten passieren zweifelsohne Fehler. Und das mit einer Wahrscheinlichkeit die es rechtfertigt, Dritte davon fernzuhalten.
 

Rosinante

Neues Mitglied
03.06.2026
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Ich weiss nicht ob du mit Sicherungen Circuit breaker meinst, da gibt es durchaus Modelle die mit nur 2500 Zyklen Lebensdauer angegeben werden!
Gemeint sind technische Sicherungseinrichtungen.
Das kann die Kettenbremse bei der Kettensäge sein eine Ampelanlage, ein Stellwerk bei der Eisenbahn.
Wenn man weiß, wie oft eine Komponente statistisch ausfällt, kann man man die statistische Wahrscheinlichkeit von gefährdenden Zuständen berechnen.
Nun versucht man, die Wahrscheinlichkeit, durch zusätzliche technische Sicherungen zu vermindern (in der Luftfahrt, zum Beispiel Redundanz) und notfalls mit technischen Möglichkeiten gefährliche Zustände in hemmende Zustände zu überführen.
Also das Signal fällt auf Rot. Die Sägekette bleibt stehen. Die Ampel geht aus (anstatt in konkurrierenden Richtungen grün zu zeigen)
Wenn das alles nicht hilft und man ist auf menschliche Notbedingungen angewiesen, wird versucht das Risiko zu minimieren.
Also Unbeteiligte sichern, Verfahren, wie Checklisten Zählwerke mit Protokollierung 4-Augen, Austausch von Token etc.

Wenn man dann am Ende nachweisen kann, dass die Wahrscheinlichkeit eines katastrophalen Ausfalls kleiner als der Zielwert ist, gilt die Anlage/das Verfahren als sicher.
Im vorliegenden Fall ist glaube ich mittlerweile ausreichend nachgewiesen, dass das der genannte Test potentiell gefährlich ist, einfach dadurch das Bugräder schon schon mehrfach ungewollt kollabiert sind.
Damit wäre er viermal so gut, wie die Sicherung, die wir üblicherweise im Cockpit haben...

Wobei ich, je nach Aufgabe, schon 1/1000 bei einem Menschen für gut halten würde. Welcher Pilot macht 1000 gute Landungen nacheinander?
Und die Zuverlässigkeit von Komponenten sagt noch nichts über die Zuverlässigkeit des Systems, letztere lässt sich mit Redundanzen und Überwachung enorm steigern.
Ja, wie gesagt, das ist keine belastbare Zahl, denn das hängt von sehr vielen Faktoren ab. Kernaussage ist aber, dass technische Sicherungen immer in Größenordnungen besser sind als Menschen.
 

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01.06.2018
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Kernaussage ist aber, dass technische Sicherungen immer in Größenordnungen besser sind als Menschen.
Jetzt vergleichst du aber Äpfel mit Birnen.
Du müsstest Menschen mit Komponenten vergleichen, und Oganisationen mit Systemen.

Um hinreichende Systemsicherheit herzustellen, musst du verschiedenste (teilweise unzuverlässige) Komponenten schlau miteinander verbinden. Das selbe kannst du mit Menschen tun.

Genau da kommen jetzt all die interessanten Fragen, wie war der externe Ire mit den internen Deutschen zu einem System verschaltet? Wie haben sie miteinander kommuniziert? Welche Absprachen wurden getroffen, welche Bestätigungen übermittelt? Wer hätte den Pin stecken sollen? Wurde vorher ein Briefing abgehalten, waren sich alle einig was nun getan werden sollte? Wurden Dokumente geteilt? Gab es ein großes Hirarchiegefälle?

Da sind auch so viele "weiche" Details, dass die eine aussenstehende BFU nur sehr rudimentär untersuchen kann. Menschen interagieren wesentlich komplexer als Systemkomponenten.
 

Rosinante

Neues Mitglied
03.06.2026
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Jetzt vergleichst du aber Äpfel mit Birnen.
Du müsstest Menschen mit Komponenten vergleichen, und Oganisationen mit Systemen.
nein, ich vergleiche gar nicht.
Wenn es um die Sicherheit eines Systems geht, ist die schwächste Komponente maßgebend. Und das ist eben oft der Mensch. Das hat man schmerzlich seit der Erfindung der Eisenbahn und allgemein im Verlauf der Industrialisierunggelernt und hat Stück für Stück menschliches Ermessen durch technische Sicherungssysteme ersetzt, wo das möglich war.
Bei der Luftfahrt ist es natürlich anders in einem Maschinenbaubetrieb oder an einer Ampelkreuzung, wo die Anlage sicher ist, wenn alles stehen bleibt. :)
Daher werden dort vor allem die Prinzipien Redundanz von technischen Systemen eingesetzt und an den Stellen, an denen nur Personen für Sicherheit sorgen können Verfahren um menschliche Entscheidungen sicherer zu machen (Checklisten, 4-Augen, etc.)
Dennoch fallen mir auf Anhieb auch in der Luftfahrteinige Verfahren ein, die augenscheinlich alles andere als sicher (ATC, Visual separation, Anflugverfahren wie in DCA https://www.ntsb.gov/investigations/Pages/DCA25MA108.aspx oder BOS, SFO, Sprachkommunikation generell) hier wird sich sicher in Zukunft noch einiges tun.

Aber wir sind ja bei diesem Thema auf dem Boden, und da ist das Problem eigentlich simpel. Potentiell gefährlicher Test = Unbeteiligte sind nach Möglichkeit zu evakuieren.
 

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01.06.2018
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Bei der Luftfahrt ist es natürlich anders in einem Maschinenbaubetrieb oder an einer Ampelkreuzung, wo die Anlage sicher ist, wenn alles stehen bleibt. :)
Wobei bei der Luftfahrt mit der Landung alles gegessen ist, beim Maschinenbau aber u.U. ein Produkt mit unerkanntem verstecktem Fehler ausgeliefert wird.
Auch hier ist es wieder nicht so einfach. Kernaussagen/Leersätze sind oft realitätsfern vereinfacht.

seit der Erfindung der Eisenbahn
Wobei man gerade bei der Eisenbahn auch genug Unfälle aufgrund einzelner technischer Komponenten hatte, Achsbrüche, Radbrücke, Zungenbrüche, Kesselplatzer...
Und genug Unfälle die Menschen verhindert haben, im Gegensatz zu technischen Komponenten können sie nämlich auch mal Dinge tun, für die sie gar nicht gedacht waren.

Der Ruf nach techischen Lösungen ist daher allzuoft voreilig.

Angesichts der überschaubaren Kosten, könnte man auch durchaus überlegen bei so Tests immer ein Luftkissen unter dem Rumpf aufzublasen (wie sie es später zur Bergung verwendet haben).

Aber wir sind ja bei diesem Thema auf dem Boden, und da ist das Problem eigentlich simpel. Potentiell gefährlicher Test = Unbeteiligte sind nach Möglichkeit zu evakuieren.
Wir sind aber auch im laufenden Flugbetrieb, versuchen einen Slot zu nutzen, müssen das Gate für den nächsten pünktlich freimachen. Da ist jede Verzögerung Gift.
Nebenbei wäre das dann aber auch eine menschliche/organisatorische Maßnahme, keine technische.
 

MANAL

Erfahrenes Mitglied
29.05.2010
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Dahoam
Wenn es keine wirtschaftlichen Zwänge gäbe, selbstverständlich. Aber wenn du für jeden Test das Flugzeug zum Hangar ziehen und den Test da im aufgebocktem Zustand machen willst, würden einige Flüge jedes Jahr ausfallen. Mal abgesehen davon, dass auch das Aufbocken regelmäßig verbockt wird, und die Stützen plötzlich oben aus dem Flügel gucken... Wo Menschen unter Zeit- und Kostendruck arbeiten passieren zweifelsohne Fehler. Und das mit einer Wahrscheinlichkeit die es rechtfertigt, Dritte davon fernzuhalten.
Zeit- und Kostendruck ist häufig die Hauptursache. Evtl. sollte man aber auch die Procedures überarbeiten. Bei solch wichtigen Dingen wie Sicherungspins bei so einem Test erwarte ich ehrlich gesagt, dass ein zweiter nochmal das gegencheckt. Vielleicht muss man auch die japanische Methode einführen mit Fingerzeig auf Procedurepunkt, auf den Sicherungsstift und dem lauten Aussprechen der Bestätigung dass das Ding steckt. Ist ja nicht so, dass nur irgendein kleiner Schaden verursacht wird wenn man was falsch macht. Hier ist der Flieger erstmal für ein halbes Jahr außer Betrieb mit enormen Reparaturkosten und vor Glück war niemand unter dem Flieger. Normal sollte ein Gear-Up-Test am Boden immer nur dann erlaubt sein wenn niemand unter dem Flieger sich aufhält.
 

marcus67

Erfahrenes Mitglied
17.01.2015
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Bei solch wichtigen Dingen wie Sicherungspins bei so einem Test erwarte ich ehrlich gesagt, dass ein zweiter nochmal das gegencheckt.
Das ist eigentlich auch der Ablauf bei der LH Technik: Ein Techniker steckt den Pin und ein zweiter kontrolliert.

Genauso läuft es auch bei kritischen Maintenance Tasks (Run Up, Gear Cycle) im Cockpit: Ein Techniker liest die Checkliste/Testablauf und ein zweiter schaltet. Der "lesende" prüft bei jedem einzelnen Schritt, ob er korrekt durchgeführt wurde.

Mal die endgültige Untersuchung abwarten - irgendwas wird da im Ablauf passiert sein (Ablenkung, Unterbrechung etc.).
 

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01.06.2018
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Normal sollte ein Gear-Up-Test am Boden immer nur dann erlaubt sein wenn niemand unter dem Flieger sich aufhält.
Nun gut, unter den Flieger war ja auch zum Glück niemand...
Definiere "erlaubt", wer will das im internationalen Umfeld der Luftfahrt verbieten? Es ist nicht so einfach alle möglichen spezifischen Spezialfälle in Vorschriften zu gießen. Und wenn du allgemeingültige Formulierungen wählst (wie z.B. bei critical maintenance task) wirst du für immer Diskussionen über mögliche Interpretationen haben.

Es ist schon löblich, dass die meisten Flugzeughersteller heute Health&Safety in ihren Handbüchern berücksichtigen, aber ganz allgemein wird Arbeitsschutz in der Luftfahrt von Behördenseite eher stiefmütterlich behandelt. Und auch national sehr unterschiedlich, guck dir mal die größeren Vorrichtungen bei Airbus in England, Frankreich, Spanien und Deutschland an, da werden Dinge schon sehr unterschiedlich behandelt. Von Suchoj in Komsomolsk mal ganz zu schweigen (da hat man von Gurtzeug und Sicherheitsleine wenn man auf dem Flugzeug rumklettert noch nichts gehört)...

Ein Techniker liest die Checkliste/Testablauf und ein zweiter schaltet. Der "lesende" prüft bei jedem einzelnen Schritt, ob er korrekt durchgeführt wurde.

Mal die endgültige Untersuchung abwarten - irgendwas wird da im Ablauf passiert sein (Ablenkung, Unterbrechung etc.).
Das Problem war vermutlich dass sie zu dritt waren, die Prozeduren aber für zwei geschrieben sind. Die Kommunikation Cockpit / Vorfeld ist dann vermutlich komplett schiefgegangen. Dazu fehlt beim Dreamliner auch ein zu öffnendes Fenster, das müsste LH aber von der 747 eigentlich kennen. Vermutlich ist vorgesehen, dass beide erst den Pin stecken/kontrollieren, und dann ins Flugzeug klettern. Diesmal haben sie es vielleicht an den dritten deligiert. Oder sie haben geglaubt sie hätten es deligiert.
Trotzden hätte der als lizenzierter Mechaniker dann aber nicht das ganze einfach nur beobachten dürfen, wohlwissend das noch kein Pin steckt.

Genauso läuft es auch bei kritischen Maintenance Tasks
Formal war das keine critical maintenance task. Die Kritikalität bezieht sich ja auf den Zustand, in dem das Flugzeug nach der Task in den Service geht, nicht auf das, was während der Task passieren kann. Und ist genau deshalb auch nicht von Vorschriften abgedeckt (für critical maintenance tasks gibt es die ja).
 
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marcus67

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17.01.2015
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Formal war das keine critical maintenance task. Die Kritikalität bezieht sich ja auf den Zustand, in dem das Flugzeug nach der Task in den Service geht, nicht auf das, was während der Task passieren kann. Und ist genau deshalb auch nicht von Vorschriften abgedeckt (für critical maintenance tasks gibt es die ja).
Na ja, es gibt schon Tasks, die auch während der Maintenance kritisch sind. Dazu gehören z.B. Run-Ups oder gar High Power Run-Ups. Das sind halt Dinge, bei denen sowohl das Flugzeug schwer zu Schaden als auch dritte, die draußen rumlaufen zu Schaden kommen können.
Dazu gibt es auch genaue Vorschriften zum Ablauf und zusätzliche Qualifikationen der Techniker. Für das Training von High-Power Run-Ups gehen die Techniker sogar zum Training in einen Full Flight SIM.
Vielleicht heißt es einfach anders, das kann gut sein.
 
10.02.2012
6.324
4.075
Bin ich eigentlich alleine in der Meinung, dass so ein Stiftchenstecken mir ziemlich popelig vorkommt bei diesem doch etwas offensichtlich groesserem Problem?
 

westcoastflyer

Erfahrenes Mitglied
03.09.2019
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Es wäre unlogisch, sich auf ein technisches Warnsystem zu verlassen, wenn man gerade ein Troubleshooting durchführt, weil das technische Warnsystem ein Problem hat.
Grundproblem war ja eine (vermutlich falsche...) Warnung von den Hauptfahrwerkstüren. Wenn man also weiss, dass das Warnsystem ein Problem hat, sollte man nicht eben dieses technische Warnsystem zum sichern des Tests benutzen.
Sich auf eine (vermeintlich) idiotensichere rote Fahne zu verlassen macht da schon Sinn.

Generell wäre ein induktiver Näherungssensor der das auf der Rückseite herausragende Ende des Pins detektiert wenn gesteckt, schon eine gute Idee.
An der entsprechenden Strebe gibt es ja bereits zwei, die die verriegelte Position detektieren, es gibt also auch bereits einen Kabelbaum, von daher wäre der Aufwand wirklich überschaubar. Das System müsste dann aber komplett unabhängig funktionieren, da für Tests ja auch Sicherungen gezogen werden, und die normalen Warnlogiken überbrückt.
Naja, nen anderer Ansatz könnte auch sein, sicherzustellen, dass sich während des Tests keine anderen Menschen und Geräte außer den Technikern und den direkt benötigten Geräte im oder am Flugzeug befinden. - Wird halt aber im Zweifelsfall der Airline nicht so sehr gefallen da das u.U. die Turnaround-Zeiten erhöhen kann.
Beitrag automatisch zusammengeführt:

Nochmal: In jedem technischen System ist der Mensch das unsicherste Glied. Fehlerrate ca. 1/1000. Daher werden solche Gefahren normalerweise durch technische Einrichtungen mit vielfach höherer Sicherheit gesichert.
Korrekt. - Aber wie schon von Volume erwähnt kannst du die beim Troubleshooting nicht unbedingt nutzen, da auch diese Systeme einen Fehler aufweisen können.

Hier wäre es IMHO zweckmäßiger (falls es noch nicht existieren sollte) dass in die Wartungsbeschreibung aufgenommen werden muss, dass keine Jet Bridge gedockt sein darf, kein High Loader oder sonstwas am Flugzeug sein darf und sich auch sonst niemand im oder am zu testenden Flugzeug aufhalten darf. - Das sollte auch verhältnismäßig einfach zu prüfen sein. - Aber mal schauen zu welchem Ergebnis der Untersuchungsbericht kommen wird.
 
Zuletzt bearbeitet:

Volume

Erfahrenes Mitglied
01.06.2018
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Naja, nen anderer Ansatz könnte auch sein, sicherzustellen, dass sich während des Tests keine anderen Menschen und Geräte außer den Technikern und den direkt benötigten Geräte im oder am Flugzeug befinden.
Kostet die Airline dann aber trotzdem Millionen... Ach nein, man ist ja versichert :rolleyes:

Bin ich eigentlich alleine in der Meinung, dass so ein Stiftchenstecken mir ziemlich popelig vorkommt bei diesem doch etwas offensichtlich groesserem Problem?
Naja, das Abfangen am Ende eines großen Flugs kann einem auch popelig vorkommen, trotzdem ist es für das Endergebnis entscheidend.

Normalerweise ist eine so simple mechanische Lösung die auch funktioniert wenn die Batterien gerade ausgebaut und/oder Groundpower gerade nicht verfügbar ist ihren Job macht nicht dumm. Leider funktioniert die Fähnchenlösung nur in eine Richtung zuverlässig (z.B. Pilot will die Steering-Pin Fahne vom Pushbackfahrer gezeigt bekommen bevor er zum Start rollt). Um Abwesenheit anzuzeigen ist ein fehlendes Fähnchen eher schlecht.
Bei vielen Flugzeugen sind die Pins auch im Cockpit gelagert, das hätte in diesem Fall funktioniert, dann hätten die Mechaniker da das Fähnchen gesehen. Aber wenn der Helfer den Pin bereits mitgenommen und noch in der Hosentasche gehabt hätte, wäre es trotzdem schiefgegangen.
Das Fähnchen ist halt da, damit der Pushbackfahrer es sieht falls es im Fahrwerk vergessen wurde, nicht umgekehrt um zu zeigen, dass kein Pin steckt. Aber auch sorum funktioniert es nicht 100%...

Genauso wie ein Computer nur mit der richtigen Software funktioniert, und nur wenn diese störungsfrei durchläuft, funktioniert eine Organisation mit Menschen nur wenn die richtige Prozedur existiert und von allen störungsfrei abgearbeitet wird. Es war alles vorhanden das es gebraucht hätte, alle Hardware und alle Prozeduren. Aber vielleicht war da ein Coprozessor zu viel für die Software...
 
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cockpitvisit

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04.12.2009
5.647
4.132
FRA
Was passiert eigentlich, wenn man den Fahrwerkshebel auf "UP" setzt während der Stift drinnen ist? Kommt eine Fehlermeldung? Passiert nichts?
 

Volume

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01.06.2018
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Was passiert eigentlich, wenn man den Fahrwerkshebel auf "UP" setzt während der Stift drinnen ist? Kommt eine Fehlermeldung? Passiert nichts?
Der Stift ist stärker als die Hydraulik, der Aktuator versucht zu entriegeln, kann aber nicht.
Es wird ja nicht die große Knickstrebe blokiert (gegen die ein großer Hydraulikzylinder arbeitet) sondern nur die Verriegelungsstreben die von Federn verriegelt gehalten und von einem sehr kleinen Hydraulikzylinder entriegelt wird.
Hier mal eine generalisierte Darstellung, die dunkelgraue Strebe wird von dem Pin fixiert.
Es passiert also was, aber es bewegt sich nichts.
Ich vermute nach einigen Sekunden wird eine Fehlermeldung ausgelöst, auf alle Fälle bleibt die "down&locked" grüne Anzeige an, was man beim Einziehen als Fehleranzeige ansehen kann.
 

Xray

Erfahrenes Mitglied
13.04.2017
2.091
1.191
Der Stift ist stärker als die Hydraulik, der Aktuator versucht zu entriegeln, kann aber nicht.
Es wird ja nicht die große Knickstrebe blokiert (gegen die ein großer Hydraulikzylinder arbeitet) sondern nur die Verriegelungsstreben die von Federn verriegelt gehalten und von einem sehr kleinen Hydraulikzylinder entriegelt wird.
Hier mal eine generalisierte Darstellung, die dunkelgraue Strebe wird von dem Pin fixiert.
Es passiert also was, aber es bewegt sich nichts.
Ich vermute nach einigen Sekunden wird eine Fehlermeldung ausgelöst, auf alle Fälle bleibt die "down&locked" grüne Anzeige an, was man beim Einziehen als Fehleranzeige ansehen kann.
Interessant. Und welchen Fehler im normalen Ablauf kann man mit der Prozedur dann erkennen bzw. eingrenzen? Ich mein, eine im Flugbetrieb fehlerhaft Anzeige, dass das gear immer noch down wäre bzw. die Position des Fahrwerkshebels nicht der realen Fahrwerksposition entspricht (fehlerhafte red-lights), das wäre ja eine Anzeige, die bei dem Versuch auch kommen müsste. Wie kann man damit einen Fehler eingrenzen (bzw. welchen Fehler kann man damit eingrenzen?)?
 

Volume

Erfahrenes Mitglied
01.06.2018
14.403
12.657
das wäre ja eine Anzeige, die bei dem Versuch auch kommen müsste.
Da für den Versuch einige Sicherungen gezogen werden, dürften kaum Anzeigen/Warnungen kommen.
Und wie schon gesagt, wenn man den Test macht weil falsche Warnungen aufgetreten sind, kann man nicht erwarten dass das Anzeige-/Warnsystem korrekt arbeitet, man will ja gerade herausfinden, was fehlerhaft warnt.

welchen Fehler im normalen Ablauf kann man mit der Prozedur dann erkennen bzw. eingrenzen?
Offenbar Fehler an den Hauptfahrwerksklappen-Positionssensoren.

Ich kenne jetzt die 787 nicht, aber die Airbusse haben zwei Computer (Redundanz), die immer wechselnd für die Fahrwerksbetätigung genutzt werden (damit kein Fehler lange unentdeckt bleibt), sprich beim ersten Flug des Tages arbeitet Computer 1, beim zweiten Flug des Tages Computer 2, beim dritten wieder Computer 1.
Fährt man das Fahrwerk mehrfach ein und aus, kann man sehen ob einer der beiden Computer das Problem ist, oder ob der Fehler woanders liegt.
Habe einen derartigen Test schon mal im Flug miterlebt, da hat der Pilot mehrfach das Fahrwerk aus- und wieder eingefahren um zu sehen, wo der Fehler liegt.
Da er in dem Fall in einem Bautel lag, das am Ziel nicht als Ersatzteil vorrätig war, sind wir nach Frankfurt zurückgeflogen.