Und jetzt kommt raus, dass es keinerlei technische Absicherung gibt und man den Test einfach so ohne den Sicherungsbolzen durchführen kann, während sich viele Menschen im Gefahrenbereich befinden?
Es wäre unlogisch, sich auf ein technisches Warnsystem zu verlassen, wenn man gerade ein Troubleshooting durchführt, weil das technische Warnsystem ein Problem hat.
Grundproblem war ja eine (vermutlich falsche...) Warnung von den Hauptfahrwerkstüren. Wenn man also weiss, dass das Warnsystem ein Problem hat, sollte man nicht eben dieses technische Warnsystem zum sichern des Tests benutzen.
Sich auf eine (vermeintlich) idiotensichere rote Fahne zu verlassen macht da schon Sinn.
Generell wäre ein induktiver Näherungssensor der das auf der Rückseite herausragende Ende des Pins detektiert wenn gesteckt, schon eine gute Idee.
An der entsprechenden Strebe gibt es ja bereits zwei, die die verriegelte Position detektieren, es gibt also auch bereits einen Kabelbaum, von daher wäre der Aufwand wirklich überschaubar. Das System müsste dann aber komplett unabhängig funktionieren, da für Tests ja auch Sicherungen gezogen werden, und die normalen Warnlogiken überbrückt.
Woher weißt Du, dass es nur ein Fehler war?
Es waren ziemlich sicher mindestens zwei, der Pin wurde nicht gesteckt und der Beobachter hat die fehlende rote Fahne nicht bemerkt.
Nun ist die rote Fahne natürlich dazu da, nicht zu starten wenn der Pin noch steckt, sie wird hier also in doppelt negiert genutzt. Und Abwesenheit einer Warnung als Warnung wahrzunehmen ist wenig menschlich, etwas fehlendes zu bemerken ist schwieriger als etwas markantes zu bemerken.
Ich vermute mal, die zwei im Cockpit haben mit dem draußen per walkie-talkie kommuniziert, und das wurde natürlich genausowenig aufgezeichnet wie die Gespräche im Cockpit, das macht natürlich jede Aufarbeitung schwierig. Das Erinnerungsvermögen der Beteiligten hat natürlich die selben Lücken wie die Wahrnehmung während des Ereignisses. Deshalb werden wir wohl auch kaum erfahren, in wieweit Sprachbarrieren eine Rolle gespielt haben. Soweit ich das bisher mitbekommen habe, ist LHT und die Technikabteilung der LH sehr deutsch, der Beobachter war wohl Ire (hatte zumindest eine Irische Lizenz), also hat es da vielleicht auch Misverständnisse gegeben.
Wie ein lizenzierter Mechaniker aber einen Test beobachten kann, wenn klar keine rote Fahne runterhängt, und nicht versucht ihn zu stoppen, muss da schon ein sehr großes Misverständnis geherrscht haben, es dürfte eigentlich keinen Mechaniker geben, der die Technik hinter Fahrwerkstests nicht versteht.
Trotzdem werden regelmäßig in der Wartung versehentlich Fahrwerke eingezogen....
Es hat gemäß den BFU Bildern auch kein steering pin gesteckt, dessen rote Fahne man eventuell misinterpretieren könnte.