Die Reaktion von der DKB:
Die von Herrn Rechtsanwalt Kemal Eser geschilderten Fälle sind uns in ihrer grundsätzlichen Struktur bekannt. Bedauerlicherweise zeigen die dort beschriebenen Vorgänge jedoch lediglich das Endergebnis typischer digitaler Betrugsfälle – und nicht deren tatsächliche Entstehung. Die Darstellung im genannten Beitrag auf anwalt.de ist aus unserer Sicht daher stark verkürzt und zudem leider sehr einseitig.
Richtig ist: Bei nahezu allen digitalen Betrugsfällen gelangen Täter nur dann in die Lage, Transaktionen im Namen ihrer Opfer durchzuführen, wenn diese zuvor persönlich sensible Zugangsdaten preisgegeben haben. Das geschieht häufig über professionell gestaltetes Phishing, durch Sozial Engineering oder durch telefonische Kontaktaufnahme von Personen, die sich als Mitarbeiter von Banken, Behörden oder Unternehmen ausgeben. (In vielen Fällen wurden zusätzlich Kredit oder Debitkartendaten sowie TAN-Codes weitergegeben.)
Erst diese Kombination aus Kenntnis der Zugangsdaten und TAN ermöglicht es Betrügern, sich einzuloggen, eine Banking-App im Namen des Opfers zu aktivieren und anschließend unbefugt Verfügungen vorzunehmen. Für Banken stellt sich danach oft die schwierige Situation, im Streitfall die Beweislast zu tragen. Da Gerichte grobe Fahrlässigkeit nur unter hohen Voraussetzungen anerkennen – insbesondere, wenn Kunden geltend machen, keinerlei Daten weitergegeben zu haben –, können Zivilverfahren tatsächlich zu den von Herrn Eser beschriebenen Ergebnissen führen, obwohl in der Praxis nahezu immer vorher ein Informationsabfluss auf Seiten der Betroffenen stattgefunden hat.
Unabhängig davon unterstützen wir unsere Kunden bestmöglich, wenn sie Opfer von Cyberkriminalität geworden sind, und arbeiten eng mit Ermittlungsbehörden zusammen. Zudem investieren wir kontinuierlich in Prävention, Sicherheitstechnologien und Aufklärung, um Angriffsversuche zu erkennen und zu verhindern. Und nicht zuletzt informieren wir darüber hinaus unsere rund sechs Millionen Kunden kontinuierlich und über verschiedene Kanäle – darunter Newsletter, Hinweise in der App bzw. im Online Banking sowie Beiträge auf unserer Website – über aktuelle Betrugsmaschen und neue Entwicklungen im Bereich Cyberkriminalität.