Ich habe in 6 Jahren mit meiner M&M CC 126.332 Meilen gesammelt, dafür 155 EUR bezahlt, kalkuliere aber der Fairness halber mit 5x 62 = 310 € (erstes Jahr war frei), komme also auf 'ne CC-Ratio von 2,45€/k.
Damit fliege ich für 310€+490€=800€ in Business in die Staaten und habe noch 21.332 Meilen übrig. Wenn sich das nicht gelohnt hat, weiß ich auch nicht mehr, ...
Kreditkartengesellschaften erhalten i.d.R. ja zwischen 3 bis 5 % Gebühren vom Händer für die Bezahlung mit KK. Folglich kann Dir die KK Gesellschaft auch ein bis zwei Prozent Cash Back geben. In England z.B. wird das meistens als Gutschrift einmal im Jahr aufs Konto gepackt. Bei M&M erfolgt das durch Meilen.
Wenn die KK Gesellschaft bei einem Umsatz von 100.000 Euro von den Händlern 5.000 Euro Gebühren bekommt, kann die Gesellschaft Dir also problemlos 100.000 Meilen geben und als Kartengesellschaft immer noch einen guten Gewinn machen. Die 100.000 Meilen sind ausreichend für einen C Flug in die USA. Kostet der C Flug regulär 2.800 Euro, oder alternativ 100.000 Meilen plus 800 Euro Steuern und Gebühren, dann hast Du also ein Cash Back von 2 % erhalten. Das ist völlig okay.
Ist der Einsatz der Meilen jetzt für einen Flug der regulär nur 1.700 Euro kostet, ist das Cash Back nur ein 1%, findest Du einen Prämienflug der regulär 3.800 kostet, dann hast Du besser maximiert und 3% Cash Back erhalten.
Das ist sicherlich auch einer der Gründe, warum man C Awards eher mal auf Strecken findet, auf denen das C Ticket nicht so teuer ist (USA), oder umgekehrt, Awards auf Strecken die auch als reguläres Ticket sehr teuer sind (z.B. Kapstadt) so gut wie nie zu finden sind. Genau wie wir versuchen zu maximieren, versuchen das die Airlines eben auch. Daran kann ich nichts Verwerfliches finden.
Bei anderen Airlines und Meilenprogrammen ist das ähnlich, das ist also aus meiner Sicht nichts M&M Spezifisches. Es gibt aber Unterschiede, die mal mehr oder weniger gut sind, je nach Bezahl- und Flugverhalten. Falls sich jeder mal etwas intensiver damit beschäftigt, findet er auch das für sich passende Programm. Deshalb gibt es ja unter anderem auch dieses Forum, damit sich jeder informieren kann und so das beste Programm für sein Flugverhalten findet.
Bei M&M finde ich z.B. den Compagnion Award sehr gut. Dort bekomme ich als SEN das zweite Ticket mit 50% Meilenrabatt. Zwei C Flüge in die USA kosten mich dann nur 157.500 statt 210.000 Meilen. Das finde ich persönlich gut. Zusätzlich gibt es Upgrade Voucher und die M&M KK ist kostenlos. Dies alles aber nur, wenn ich mindestens alle zwei Jahre den entsprechenden Status erfliege. Der Wenigflieger, der seine Meilen hauptsächlich über die KK sammelt, hat diese Vorteile nicht.
Bei Executive Club von BA finde ich z.B. gut, dass Prämientickets in Y auf Kurzstrecken so günstig sind. Ein Flug D- UK Hin- und Zurück kostet z.B. 9.000 Avios (Meilen) plus 42 Euro Steuern und Gebühren, dabei ist es egal, ob ich von FRA nur nach LHR und zurück fliege, oder von FRA via LHR nach EDI und zurück.
Bei M&M kostet ein ähnlicher Flug 30.000 Meilen regulär (oder 15.000 Meilen als Meilenschnäppchen) und ca. 160 Euro Steuern und Gebühren. Hier finde ich den Unterschied sehr eklatant. Unter Umständen bekomme ich dann das Bezahlticket günstiger als die Steuern und Gebühren des Prämientickets. Der Einsatz von Meilen für Flüge in Y lohnen sich auf Grund der hohen Steuern und Gebühren bei M&M nicht mehr.
Die M&M KK ist sicherlich eine gute Lösung für Viele. Persönlich bevorzuge ich die AMEX Gold, die ja bekanntlich kostenlos ist (Mindestumsatz vorausgesetzt). Pro Euro gibt es einen MR Punkt, den ich dann wieder in Meilen bei verschiedenen Programmen eintauschen kann. Häufig nur im Verhältnis von 5:4. Gelegentlich gibt es aber Aktionen die im Verhältnis 1:1 zu tauschen. So habe ich z.B. 100.000 MR in 100.000 Avios bei BA Executive Club getauscht, und für 95.000 Meilen plus 450 Euro Steuern und Gebühren ein C Ticket in die USA gebucht. Hier war das Cash Back etwas besser als bei Dir, da ich keine KK Gebühr habe und bei BA etwas weniger Meilen und Gebühren für ein C Ticket nötig sind.
Jedes Programm hat seine Stärken und seine Schwächen. Auch M&M hat seine Vorzüge wie ober beschrieben, nur ist es wahrlich kein Programm für den Wenigflieger, der seine Meilen in Y Flüge eintauscht. Gerade Meilenschnäppchen sind nicht wirklich ein Schnäppchen. Ein Meilenschnäppchen in Y auf der Kurzstrecke ist immer noch doppelt so teuer an Meilen und Gebühren wie ein reguärer Y Award auf BA! Der reguläre Y Award ist entsprechend ca. vier mal so teuer. Ein Meilenschnäppchen klingt nur für den günstig, der nicht über den Tellerrand schaut.
Und das hat die Autorin scheinbar Jahre lang nicht getan. Sie hat 35.000 Meilen über die M&M KK gesammelt. Die Händler haben entsprechend 1.750 Euro an M&M gezahlt. Nun kauft Sie ein Ticket für 30.000 Meilen plus 140 Euro Steuern und Gebühren. Ein Vergleichbares Bezahlticket kostete 135 Euro all in. Ggf. wäre das Bezahlticket bei LH für 160 Euro zu haben gewesen. Sprich Sie hätte lediglich 20 Euro Cash Back auf Ihre 30.000 Euro Umsatz bekommen, also nur 0.065%.
Das ist für die Kundin freilich kein guter Deal, für die KK Gesellschaft hingegen schon. Aber wer lesen kann ist ja bekanntlich klar im Vorteil. Es steht ja eigentlich alles in den jeweiligen Bedingungen der Meilenprogramme.