Langstrecke mit Schmalrumpfflugzeugen

ANZEIGE

N140SC

Erfahrenes Mitglied
01.01.2024
1.478
1.288
ANZEIGE
Auch UA bündelt und schickt die XLR von „kleineren“ Städten zu ihren Top Hubs. Das ist weiterhin Hub&Spoke Strategie und nicht dezentrales Verbinden.

Die Aussage im Zusammenhang mit XLR war auch, dass es technisch mit ihr grundsätzlich möglich ist, dezentrales zu verbinden. Ob es dann auch wirtschaftlich ist, es umzusetzen oder eben doch wieder nur von „kleineren“ Städten zu ihren Top Hubs geflogen wird muss jede Airline immer noch selbst entscheiden.
 

juliuscaesar

Megaposter
12.06.2014
26.280
24.412
FRA
Ob es dann auch wirtschaftlich ist, es umzusetzen oder eben doch wieder nur von „kleineren“ Städten zu ihren Top Hubs geflogen wird muss jede Airline immer noch selbst entscheiden.
Die Entscheidungen werden in einem Kartell gemeinschaftlich getroffen.
UA frühstückt den deutschen Markt direkt mit der eigenen XLR ab. Nicht mehr über den Partner LH und dessen Drehkreuze.
Im Kartell verdienen die Partner trotzdem mit.
 
  • Like
Reaktionen: mbraun

Volume

Erfahrenes Mitglied
01.06.2018
14.646
12.892
Die XLR erobert jetzt die einstige DC-1/L-1011 Domäne "Coast to Coast".
United Airlines lässt A321XLR zwischen den US-Küsten fliegen
Der US-Lufthansa-Partner spult das neue Muster ab 9. September 2026 auf der Transkontlinie Washington-San Diego in das System ein, im Oktober folgen Umläufe zwischen der US-Hauptstadt und Los Angeles.
Hmmmm, war schon öfters in Washington, habe aber noch nie die Küste dort gesehen ;)

Die Linien von den United-Hubs Los Angeles und San Francisco an die New Yorker Drehkreuze gehören laut United Airlines mit mehr als 10.000 Passagieren pro Tag zu den am stärksten gebuchten Flügen im Netz.
Hmmmmmmmmmmmm... und weil die so gut gebucht sind, müssen die von den größeren Widebodies auf kleinere Flugzeuge umgestellt werden ???
Wenn selbst auf den Rennstrecken der XLR den Widebodies den Rang abläuft, muss er extrem wirtschaftlich sein.

Es gibt sehr gute Gründe, für den Einsatz von A321XLR ab den eigenen Hubs.
Ab klar, aber eben nicht zu einem Hub. Die HtP (Hub to Point) Kategorie gibt es ja für den Airlinetheoretiker nicht...
Der sinnvolle Trend auf der Langstrecke, ist von Hubs aus direkt zu mittelgroßen Flughäfen zu fliegen. Weder Hub to Hub noch Milchkanne zu Milchkanne deckt den Bedarf der Mehrheit der Passagiere ab. Ein Flugplan der es erlaubt, fast alle Strecken mit einem einzigen Zwischenstop zu fliegen, deckt diesen Bedarf ab.
 

juliuscaesar

Megaposter
12.06.2014
26.280
24.412
FRA
Hmmmmmmmmmmmm... und weil die so gut gebucht sind, müssen die von den größeren Widebodies auf kleinere Flugzeuge umgestellt werden ???
Wenn selbst auf den Rennstrecken der XLR den Widebodies den Rang abläuft, muss er extrem wirtschaftlich sein.
Vergleiche mal die Tripkosten eines A321XLR mit einem A330 oder einer B777.
 

jensbert

Erfahrenes Mitglied
05.05.2011
366
704
Ich frage mich zunehmend, ob die LHG beim A321XLR nicht gerade einen strategischen Trend verschläft.

Die bisherige Logik scheint oft zu sein: Langstrecke gibt es dann, wenn sich ein 250–350-Sitzer wirtschaftlich füllen lässt. Das funktioniert auf den großen Märkten sehr gut, schließt aber eine ganze Reihe potenzieller Direktverbindungen faktisch aus.

Gerade bei einer Multi-Hub-Strategie müsste der A321XLR eigentlich interessant sein. Die Hubs haben unterschiedliche geografische Lagen, Einzugsgebiete und Netzwerkstärken. Ein kleineres Langstreckenmuster könnte diese Unterschiede viel gezielter nutzen, statt an jedem Hub im Wesentlichen dieselbe Widebody-Logik anzuwenden.

Ab FRA wären US-Sekundärmärkte, Route Opener und saisonale Verbindungen interessant. Ab ZRH sehe ich ihn aufgrund der knappen Slots und des High-Yield-Marktes nur begrenzt. Von VIE oder FCO könnte dagegen ostwärts einiges interessant sein, zusätzlich auch einzelne Sekundärmärkte.

Besonders spannend finde ich jedoch BRU. SN hat ein sehr starkes und spezialisiertes Afrika-Netz. Gleichzeitig ist der US–Afrika-Markt groß, aber stark fragmentiert. Genau hier könnte ein A321XLR ein günstiges US-Feeder-Netz nach BRU aufbauen: CLE, BWI, MCI, PIT, RDU oder ähnliche Märkte müssten nicht genügend Nachfrage für einen eigenen Widebody erzeugen. Es reicht, wenn sich die Nachfrage aus Europa und vor allem den vielen Afrika-Verbindungen bündelt.

Damit könnte der XLR sogar doppelt als Route Opener wirken: Neue US-Städte bringen zusätzlichen Feed für bestehende Afrika-Strecken und könnten gleichzeitig neue afrikanische Ziele wirtschaftlich machen. BRU bekäme damit innerhalb der LHG eine klare Funktion: USA–Afrika, ohne den US–EU-Verkehr unnötig zu kannibalisieren.

Gleichzeitig habe ich den Eindruck, dass LH momentan sehr stark auf Skaleneffekte setzt: größere Flugzeuge, weniger Frequenzen, Konzentration auf starke Verkehrsströme. Das kann die Stückkosten verbessern. Die Frage ist nur, ab welchem Punkt aus Skaleneffekt Netzwerkverlust wird.

Wenn ich aus einem Markt eine Frequenz streiche oder einen Direktflug gar nicht erst anbiete, hilft mir der niedrigere CASM des größeren Flugzeugs wenig, wenn der Kunde anschließend mit/über AA, DL, CDG oder LHR fliegt – und der Sitz mit den tollen CASM am Ende leer bleibt.

Und genau hier wird der A321XLR interessant. Er senkt die Mindestgröße, die ein Langstreckenmarkt haben muss. Statt „kein Flug oder 280 Sitze“ gibt es plötzlich eine Zwischenstufe mit vielleicht 150–180 Sitzen. Man kann neue Märkte saisonal testen, Frequenzen langsam aufbauen und einen erfolgreichen Markt später immer noch auf einen Widebody umstellen.

UA, AA und andere scheinen genau diese Möglichkeit zunehmend zu nutzen. Vielleicht nicht nur, weil jede einzelne Route isoliert sensationell profitabel ist, sondern weil niemand zulassen will, dass die Konkurrenz die zukünftigen Nonstop-Märkte zuerst besetzt.

Daher die Frage: Ist die starke Widebody- und Skalierungsstrategie der LHG langfristig wirklich der richtige Weg – oder verschläft man gerade einen Trend und muss in einigen Jahren teuer nachziehen, nachdem sich die Kunden bereits an die neuen Direktverbindungen der Konkurrenz gewöhnt haben?
 

MANAL

Erfahrenes Mitglied
29.05.2010
15.724
12.400
Dahoam
Gleichzeitig habe ich den Eindruck, dass LH momentan sehr stark auf Skaleneffekte setzt: größere Flugzeuge, weniger Frequenzen, Konzentration auf starke Verkehrsströme. Das kann die Stückkosten verbessern. Die Frage ist nur, ab welchem Punkt aus Skaleneffekt Netzwerkverlust wird.
Wahrscheinlich braucht es wieder andere Unternehmensberater die Carsten eine neue Perspektive vermitteln...
 

N140SC

Erfahrenes Mitglied
01.01.2024
1.478
1.288
Daher die Frage: Ist die starke Widebody- und Skalierungsstrategie der LHG langfristig wirklich der richtige Weg – oder verschläft man gerade einen Trend und muss in einigen Jahren teuer nachziehen, nachdem sich die Kunden bereits an die neuen Direktverbindungen der Konkurrenz gewöhnt haben?

Was Du bei Deinen Überlegungen zu den diversen Carriern offenbar komplett außen vor lässt ist die kleine Frachtkapazität der XLR gegenüber z.B. einer A330. Das macht vom Business Case auf vielen Strecken einen riesen Unterschied.
 

Volume

Erfahrenes Mitglied
01.06.2018
14.646
12.892
Daher die Frage: Ist die starke Widebody- und Skalierungsstrategie der LHG langfristig wirklich der richtige Weg – oder verschläft man gerade einen Trend und muss in einigen Jahren teuer nachziehen, nachdem sich die Kunden bereits an die neuen Direktverbindungen der Konkurrenz gewöhnt haben?

Ich denke das steht und fällt alles damit, wie gut der XLR tatsächlich ist.

Ich glaube nach wie vor nicht, dass ein 80er Jahre Flugzeug mit auf geringe Machzahlen / kurze Pisten / Kurzstrecken optimiertem Flügel allein durch einen Zusatztank und sparsame Triebwerke ein 2000er Langstreckenflugzeug auf der Langstrecke schlagen kann.

der niedrigere CASM des größeren Flugzeugs
Wie groß ist dieser Unterschied in der Praxis tatsächlich? Das werden wir wohl relativ bald erfahren, sobald der XLR tatsächlich sein Potential ausnutzen kann. Und solald LH tatsächlich A35K und 779 Erfahrung sammelt.

Sollte sich zeigen, dass der CASM Vorteil der Widebodies in der Praxis nahe Null ist, könnte sich das für so manche Airline rächen, die dann massive Investitionen auf das falsche Pferd gesetzt haben. Und es könnte das Geschöftsmodell der Golfairlines massiv in Frage stellen, die auf Megahubs und sehr große Flugzeuge gesetzt haben (und auch nichts anderes hätten machen können).

ITA hat doch schon A321LR und ist damit nicht wirklich glücklich.
Wie setzen sie die denn im Netz ein?

Das wird für die Entwicklung des A320 Nachfolgers wohl auch noch mal die ganz große Frage werden, wie viel Reichweitenwachstum plant man von Anfang an ein? Eher noch mehr, als beim XLR schon?
 
  • Like
Reaktionen: jensbert

juliuscaesar

Megaposter
12.06.2014
26.280
24.412
FRA
Iberia, TAP und Aer Lingus haben mittlerweile schon viele Daten gesammelt im Vergleich von

A321XLR , A321LR

vs.

A330-300/200/900neo , A350-900
 

Luftikus

Megaposter
08.01.2010
28.294
14.042
irdisch
Ich denke eher, die meisten Airlines werden Standard A321neo im Rahmen von deren Reichweite für Direktflüge nutzen. Das ist ja schon weit über der ceo und man hat ein Standardflugzeug ohne Extraeinbauten und Langstreckencrew. Sowas wie Istanbul, Nordafrika, Ostrand-Amerika rückt damit auch schon an die Machbarkeitsgrenze.

Für richtig einträgliche Langstrecken wird man mindestens eine 787 nehmen, auch wegen der Fracht, und dann kriegt man die Sitze auch voll.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Like
Reaktionen: mbraun

E Francesco

Erfahrenes Mitglied
19.10.2021
3.649
7.063
Wie setzen sie die denn im Netz ein?
Nach Accra, Dakar Kairo, Riad, Tel Aviv sowie innerhalb Europas. Die Ziele in Afrika sind wohl nicht wirtschaftlich und ursprünglich geplante Ziele (Russland, arabische Halbinsel) fallen aus Bekannten Gründen auch weg oder sind aktuell wirtschaftlich schwierig.

Iberia, TAP und Aer Lingus haben mittlerweile schon viele Daten gesammelt im Vergleich von

A321XLR , A321LR

vs.

A330-300/200/900neo , A350-900
Die haben mit Dublin, Madrid und Lissabon aber auch praktisch gelegene Hubs, v.a. um den A321(X)LR über den Atlantik einzusetzen.
Beitrag automatisch zusammengeführt:

Warum bestellen IB, TP, EI & Co. keine 787?
IB und EI bestellen gar keine Flugzeuge, da macht es IAG, und die haben B787 bestellt.
 
  • Like
Reaktionen: juliuscaesar

Günther22

Erfahrenes Mitglied
06.07.2016
633
107
Daher die Frage: Ist die starke Widebody- und Skalierungsstrategie der LHG langfristig wirklich der richtige Weg – oder verschläft man gerade einen Trend und muss in einigen Jahren teuer nachziehen, nachdem sich die Kunden bereits an die neuen Direktverbindungen der Konkurrenz gewöhnt haben?
Die Mehrheit der Transatlantik-Paxe verteilt sich auf die mittelgroßen bis großen US-Flughäfen ohne XLR-Anbindung. Wer zwischen Europa und Städten wie Los Angeles, Denver, Dallas, Miami usw. unterwegs ist, ist immer noch mit einer Widebody-Verbindung über einen europäischen Hub schneller als mit dem XLR. Der XLR bedient nur den Nonstop-Markt von/nach New York oder Philadelphia und die US-Provinzmärkte, auf denen man nur noch einmal statt zweimal umsteigen muss. Somit macht es für die LH durchaus Sinn, Frequenzen zu den Ostküsten-Drehkreuzen zu reduzieren und sich auf die Direktanbindung der sonstigen US-Metropolen zu konzentrieren.
 
  • Like
Reaktionen: mbraun und Luftikus

Volume

Erfahrenes Mitglied
01.06.2018
14.646
12.892
Warum bestellen IB, TP, EI & Co. keine 787?
Warum bestellt LH sie erst 20 Jahre nach dem Erstflug?

Nach Accra, Dakar Kairo, Riad, Tel Aviv sowie innerhalb Europas.
Das würde auch ein "normaler" A321 NEO schaffen... Dann wäre ein XLR tatsächlich rausgeworfenes Geld / Frachtkapazität.

Die haben mit Dublin, Madrid und Lissabon aber auch praktisch gelegene Hubs, v.a. um den A321(X)LR über den Atlantik einzusetzen.
Vor allem (zumindest in DUM und LIS) relativ kleine Hubs, da gibt es auch Abfertigungs- und Anschlußkapazitätsgründe die für kleineres Gerät sprechen.

EI hat ja ziemlich viele Routen von A333 auf XLR umgestellt, die hatten aber auch bisher vermutlich Probleme die A330 zu füllen.

Die Mehrheit der Transatlantik-Paxe verteilt sich auf die mittelgroßen bis großen US-Flughäfen
Und wie viele steigen dort in kleines Gerät (Embraer, CRJ) um? Die Regionalterminals an diesen Hubs brummen. Wie viele davon würden auch zu kleineren Hubs fliegen, wenn diese Möglichkeit bestünde?
 
  • Like
Reaktionen: juliuscaesar

red_travels

Reisender
16.09.2016
31.002
23.220
www.red-travels.com
Ich glaube nach wie vor nicht, dass ein 80er Jahre Flugzeug mit auf geringe Machzahlen / kurze Pisten / Kurzstrecken optimiertem Flügel allein durch einen Zusatztank und sparsame Triebwerke ein 2000er Langstreckenflugzeug auf der Langstrecke schlagen kann.

beim A321XLR wurden die Tragflächen und weitere Segmente weiterentwickelt und Airbus prüft inzwischen, ob diese auch bei anderen Modellen eingesetzt werden sollten...

The transferable design features applicable to the A321neo variant include: the XLR's lighter and simplified wing with a single-slotted inboard flap design (replacing the A321neo's double-slotted inboard flap); the forward cabin temperature zones; the new e-Rudder (which provides weight savings versus the legacy unit, as well as improved reliability and reduced maintenance costs); new 'generic' flight control laws; a new flight data management unit; and updated Multi-Functional Runway Lights (MFRL).
Torsten Hartung, Head of A320 Family Development, summarises the onward evolution rationale: “We are putting the good ingredients from our XLR development on our high-volume platform onto the A321neo. How do we do that? By ‘marrying’ various new features – including the improved wing – which we have developed for the XLR onto the A321neo.”
 

Günther22

Erfahrenes Mitglied
06.07.2016
633
107
Sowas wie Charlotte ist zum Umsteigen völlig in Ordnung. Es muss nicht immer ein Moloch sein.
Charlotte ist aber auch kein Flughafen, der ernsthaft als XLR-Airport in Frage kommt. Von manchen US-Provinzairports könnte es sicherlich möglich werden, mit dem XLR mit nur einem Umstieg in EWR oder PHL zum Endziel in Europa zu reisen, statt mit zwei Umstiegen in CLT und LHR. Trotzdem wohnen die meisten kaufkraftstarken und fernreiseaffinen Amerikaner in den Metropolregionen, die direkt per Widebody an europäische Hubs angebunden sind. Und auch die meisten europäischen Touristen und Geschäftsreisenden wollen nicht zu irgendwelchen US-Regionalflughäfen, sondern in die großeren Städte.
 

jensbert

Erfahrenes Mitglied
05.05.2011
366
704
Die Mehrheit der Transatlantik-Paxe verteilt sich auf die mittelgroßen bis großen US-Flughäfen ohne XLR-Anbindung. Wer zwischen Europa und Städten wie Los Angeles, Denver, Dallas, Miami usw. unterwegs ist, ist immer noch mit einer Widebody-Verbindung über einen europäischen Hub schneller als mit dem XLR. Der XLR bedient nur den Nonstop-Markt von/nach New York oder Philadelphia und die US-Provinzmärkte, auf denen man nur noch einmal statt zweimal umsteigen muss. Somit macht es für die LH durchaus Sinn, Frequenzen zu den Ostküsten-Drehkreuzen zu reduzieren und sich auf die Direktanbindung der sonstigen US-Metropolen zu konzentrieren.
Das Argument stimmt für LAX, DEN, DFW oder MIA – aber das sind gar nicht die Märkte, für die der XLR interessant ist. Die eigentliche Frage sind CLE, PIT, RDU, MCI, BWI und ähnliche Märkte.

UA und AA verbinden mit dem XLR ihre großen US-Hubs mit europäischen Märkten der zweiten und dritten Reihe. Warum sollte dieses Prinzip nicht auch umgekehrt funktionieren?

Der XLR ersetzt dabei nicht den Widebody nach LAX, DEN oder DFW, sondern schließt die Lücke zwischen „kein Direktflug“ und „280 Sitze“.

Und genau da liegt für mich das Risiko für die LHG: Wenn UA, AA und andere immer mehr europäische Sekundärmärkte direkt anbinden, werden die LHG-Widebodies dadurch nicht voller. Ein Teil des heutigen Hubverkehrs verschwindet schlicht.

Wenn das Modell westwärts funktioniert, sehe ich keinen grundsätzlichen Grund, warum die LHG es nicht spiegelbildlich mit US-Sekundärmärkten nutzen sollte.

Was Du bei Deinen Überlegungen zu den diversen Carriern offenbar komplett außen vor lässt ist die kleine Frachtkapazität der XLR gegenüber z.B. einer A330. Das macht vom Business Case auf vielen Strecken einen riesen Unterschied.
Die geringere Frachtkapazität ist sicher ein Nachteil des XLR, aber der gilt für UA und AA genauso. Offenbar kommen diese Carrier trotzdem zu dem Schluss, dass auf bestimmten dünnen Märkten der niedrigere Kapazitätseinstieg und der Netzwerkvorteil wichtiger sind als zusätzliche Belly-Fracht. Entscheidend ist also die konkrete Strecke – nicht die pauschale Aussage, dass ein Widebody wegen Cargo automatisch den besseren Business Case hat.
Beitrag automatisch zusammengeführt:

Charlotte ist aber auch kein Flughafen, der ernsthaft als XLR-Airport in Frage kommt. Von manchen US-Provinzairports könnte es sicherlich möglich werden, mit dem XLR mit nur einem Umstieg in EWR oder PHL zum Endziel in Europa zu reisen, statt mit zwei Umstiegen in CLT und LHR. Trotzdem wohnen die meisten kaufkraftstarken und fernreiseaffinen Amerikaner in den Metropolregionen, die direkt per Widebody an europäische Hubs angebunden sind. Und auch die meisten europäischen Touristen und Geschäftsreisenden wollen nicht zu irgendwelchen US-Regionalflughäfen, sondern in die großeren Städte.
Wenn dies so ist – was durchaus so sein kann –, dann würde daraus für mich aber folgen, dass auch der XLR-Case von UA und AA nicht aufgeht.

Oder verstehe ich deinen Punkt falsch?