Ist schon ein interessantes Thema - zumal gerade bei den asiatischen Airlines oft nur die renommiertesten Weine auf den Karten zu finden sind. Krug ist, obwohl strenggenommen NV, sicherlich eines der besten Produkte, die man im Tagesgeschäft so finden kann...
Auf Markus del Monego lasse ich allerdings nichts kommen: Habe Ihn einige Male persönlich erlebt, er wird seinen raren Titeln (Master of Wine, einer von ~250 lebenden!) mehr als gerecht.
Ich bin mir sicher, dass diese Verfehlungen vielmehr auf der Seite der LH, sprich "Beratungsresistenz" liegen... Andererseits hat sich MdM auch mal damit hervorgetan, die Weinbeschreibungen für Discountmärkte zusammenzustellen...
Interessant ist allerdings, warum und ob Champagner auf großer Höhe überhaupt schmeckt - unser Geschmack ändert sich ja mit der Höhe. Irgendeine Airline hat dafür ja auch extra eine Druckkammer, um das zu testen...
Vor seiner Zeit bei LH hat MdM mal mehrere Vergleichsverkostungen auf Höhe Null und in Gebirgen gemacht mit dem Ergebnis, dass z.B. Champagner aus großer Höhe grobperliger wird.
Fazit war seinerzeit: "Die armen Leute, die in St. Moritz Champagner trinken. Dass es Ihnen nicht aus der Nase schäumt, ist schon erstaunlich."
Luftfahrt-Kabinendruck entspricht zwar nur ca. 1.500m Höhe, aber trotzdem ist der Einfluss frappierend.
Konnte das ja vor einem Monat anhand des Jacquart auch mal ausprobieren - war sehr interessant. Mir kam die Perlage/ das Mousseux allerdings während des Fluges sehr schaumig/ cremig vor - deutlich voluminöser als vor dem Abflug (während der Enteisungs-Wartezeit...). Außerdem wirkte er auf Flughöhe deutlich fruchtiger.
Dies fiel mir auch bei den anderen Weinen auf - sie kamen mir während des Fluges sehr fruchtbetont vor, geschmacklich aber fast flach. Rotwein wird ja z.B. gezielt so gewählt, dass er wenig Tannin hat - weil sich dieser Eindruck auf Flughöhe verstärkt.
Wie man unschwer liest, habe ich etwas mehr mit Sensorik zu tun...