Streik? Dann aber bitte fair...

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AndreasCH

Erfahrenes Mitglied
06.02.2012
3.713
80
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Sorry, aber nicht jeder hat die Fähigkeiten dazu, manchmal auch nicht das Glück oder die Herkunft. Aber auch diese Mitmenschen sollten Teil der Gesellschaftlichen Entwicklung sein, nicht nur die mit den kräftigsten Ellenbögen, geerbten Vermögen etc.

Wie das sonst aussehen würde, kann man sich in vielen 3. Weltländern ansehen. So ist ein Streik zwar nervig, aber verständlich, wer will schon gesellschaftlich abgehängt werden? Und wer soll den Job den machen, wenn alle nur die besten Jobs haben?

Wer passt auf Deine Kinder im Kindergarten auf? Wer löscht das Feuer wenn es brennt? Wer sorgt für Sicherheit? Wer holt Deinen Müll ab?
 

rothad

Neues Mitglied
19.05.2017
22
0
RLP
Naja, dann geht man halt zur Post, die Suchen aktuell Briefträger für 12,00€ / Std....

Es gibt so viele Jobs momentan, die Nachfrage nach Arbeitnehmern ist groß....

Und Jobs für "unqualifizierte" Menschen (Deutschkenntnisse und einigermaßen guter Umgang vorausgesetzt) gibt es zur Zeit auch genügend, und zwar deutlich über Mindestlohn. Dann muss man sich halt auch mal umschauen und informieren....


Mittlerweile lagern ja selbst die Subunternehmen immer mehr Mitarbeiter an externe Vertragspartner aus.... Dort haben die Gewerkschaften nichts mehr zu melden. Drei Mal darf man sich fragen warum, bei so manchen brachialen Vorgehensweisen. Da haben die sich ins eigene Knie geschossen... Der Leidtragende ist aber der Arbeitnehmer und nicht die Gewerkschaften, weil er vom Sub vom Sub abhängig ist.... Lächerlich
 
Zuletzt bearbeitet:

AndreasCH

Erfahrenes Mitglied
06.02.2012
3.713
80
12€/h sind in etwa 1800€ im Monat, was je nach Steuerklasse 1200€ Netto entspricht. Ganze 150€ über der Armutsgrenze von 2015. mag vielleicht in Meck-Pom klappen, aber München?

Dann noch die Jobs zwischen 8.50€ und 12€, die dann eher unter die Armutsgrenze fallen.
 

rainer1

Erfahrenes Mitglied
29.07.2010
1.396
217
von sozialer marktwirtschaft scheinen einige nichts mehr wissen zu wollen.
 
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rainer1

Erfahrenes Mitglied
29.07.2010
1.396
217
Naja, dann geht man halt zur Post, die Suchen aktuell Briefträger für 12,00€ / Std....

Es gibt so viele Jobs momentan, die Nachfrage nach Arbeitnehmern ist groß....

Und Jobs für "unqualifizierte" Menschen (Deutschkenntnisse und einigermaßen guter Umgang vorausgesetzt) gibt es zur Zeit auch genügend, und zwar deutlich über Mindestlohn. Dann muss man sich halt auch mal umschauen und informieren....


Mittlerweile lagern ja selbst die Subunternehmen immer mehr Mitarbeiter an externe Vertragspartner aus.... Dort haben die Gewerkschaften nichts mehr zu melden. Drei Mal darf man sich fragen warum, bei so manchen brachialen Vorgehensweisen. Da haben die sich ins eigene Knie geschossen... Der Leidtragende ist aber der Arbeitnehmer und nicht die Gewerkschaften, weil er vom Sub vom Sub abhängig ist.... Lächerlich

ach so, die gewerkschaften sind schuld an lohndumping und subunternehmertum, weil sie überzogene lohnforderungen gestellt haben und nicht die unternehmer , die durch lohndrücken höhere gewinne einfahren wollen !?
deine argumentation in seiner flachheit erinnert an einen sketch im restaurant : nicht der koch ist an dem versalzenen schnitzel schuld, sondern der gast.
er hätte ja was anderes bestellen können.
 

philFlieger

Aktives Mitglied
14.07.2012
114
4
FKB
Nicht das Geld sondern die Kunden sind das Druckmittel bei einem Streik. Wenn alles wie gewohnt weiterläuft, dann hat der Streik seinen Zweck doch komplett verfehlt.

Aber doch nur da, wo die Kunden auch eine Alternative haben. Was sollten denn die Kunden in diesem Fall bewirken können?
 

TheDude666

Erfahrenes Mitglied
02.05.2012
2.513
424
ARN
Aber doch nur da, wo die Kunden auch eine Alternative haben. Was sollten denn die Kunden in diesem Fall bewirken können?
In einer durch und durch egozentrisch aufgebauten Gesellschaft magst du Recht haben. Aber ich erinnere mich noch an Zeiten am Esstisch, als die Eltern über den Streik der Müllmänner diskutiert und sich solidarisch gezeigt haben. Sprich: Verständnis.

Es ist schon erschreckend das wir zu einer Gesellschaft verkommen sind, in der wir uns untereinander nichts gönnen, mit dem Finger auf andere zeigen anstatt die Grundprobleme anzugehen, die die Eliten noch reicher macht. Das soll kein linkes Gewäsch sein, es ist aber letztlich belegt (Oxfarm u.ä.) das die Reichen immer reicher werden. Ich gönne jedem Einkommensmillionär oder Milliardär seinen Wohlstand. Aber ein faires Steuersystem wäre auch vonnöten.
 

philFlieger

Aktives Mitglied
14.07.2012
114
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FKB
In einer durch und durch egozentrisch aufgebauten Gesellschaft magst du Recht haben. Aber ich erinnere mich noch an Zeiten am Esstisch, als die Eltern über den Streik der Müllmänner diskutiert und sich solidarisch gezeigt haben. Sprich: Verständnis.

Es ist schon erschreckend das wir zu einer Gesellschaft verkommen sind, in der wir uns untereinander nichts gönnen, mit dem Finger auf andere zeigen anstatt die Grundprobleme anzugehen, die die Eliten noch reicher macht. Das soll kein linkes Gewäsch sein, es ist aber letztlich belegt (Oxfarm u.ä.) das die Reichen immer reicher werden. Ich gönne jedem Einkommensmillionär oder Milliardär seinen Wohlstand. Aber ein faires Steuersystem wäre auch vonnöten.

Das sehe ich durchaus genauso. Andererseits nützt es aber den Streikenden absolut nicht, wenn ich Verständnis für sie habe. Sie kommen dadurch auch nicht schneller an ihr Ziel. Insofern bin ich der Meinung, dass es sinnvoll wäre, sich über ein effektiveres System (für alle Seiten) Gedanken zu machen.
 

TheDude666

Erfahrenes Mitglied
02.05.2012
2.513
424
ARN
Das sehe ich durchaus genauso. Andererseits nützt es aber den Streikenden absolut nicht, wenn ich Verständnis für sie habe. Sie kommen dadurch auch nicht schneller an ihr Ziel. Insofern bin ich der Meinung, dass es sinnvoll wäre, sich über ein effektiveres System (für alle Seiten) Gedanken zu machen.
Ich finde die Franzosen in der Hinsicht vorbildlich, da Sie sich untereinander solidarisieren.
 

SleepOverGreenland

Megaposter
09.03.2009
21.566
12.278
FRA/QKL
12€/h sind in etwa 1800€ im Monat, was je nach Steuerklasse 1200€ Netto entspricht. Ganze 150€ über der Armutsgrenze von 2015. mag vielleicht in Meck-Pom klappen, aber München?

Dann noch die Jobs zwischen 8.50€ und 12€, die dann eher unter die Armutsgrenze fallen.
Ich bin völlig bei dir. Das ist bei weitem nicht ausreichend und Arbeit sollte definitiv besser entlohnt werden.

Ich habe auch Verständnis für den Streik von ver.di, da diese sich zum einen in den vergangenen Jahren ziemlich zurückgehalten haben und zum anderen die AG nach 2 Verhandlungsrunden immer noch kein Angebot vorgelegt haben. Das ist eine Schande. In diesem Forum liegt der Betroffenheitsgrad für die Einschränkungen an den Flughäfen naturgemäß hoch. Aber volkswirtschaftlich gesehen ist dieser Tag heute pille palle. Auch mehrheitlich in der Bevölkerung ist man nicht betroffen und nimmt diese Meldung nebenbei zur Kenntnis. Anders sieht es bei KiTa Streiks aus. Da ist oft jede Straße betroffen und jeder kennt eine Familie die betroffen ist.

Zum Thema Entlohnung und Auslagerung von Arbeitskräften: Leider sind in Deutschland die Sekundärkosten zum Arbeitslohn sehr hoch. 42 Tage Krankheit..., abgedeckt durch den Arbeitgeber. Betreuungszeit für Eltern oder Kinder..., abgedeckt durch den Arbeitgeber. Elternzeit und Rückkehrgarantie..., abgedeckt durch den Arbeitgeber, Flexiblere Kündigungsmöglichkeiten bei Geschäftsfluktuation..., keine oder fast keine Option für den Arbeitgaber, usw. usw. Das ist alles ebenfalls mit hohen Kosten verbunden, die niemand sieht. Für mich sind das aber eher volkswirtschaftliche Themen. Und die fehlende Flexibilität im Vertragsverhältnis (Kündigung ist in Deutschland quasi nur einseitig möglich) führt zu immer mehr Auslagerung. Selbst in unserer Hightechbranche arbeite ich mit Dienstleistern über Zeitarbeit. Nicht weil es günstiger ist, ganz im Gegenteil, sondern weil ich zwingend Flexibilität je nach Projektlage brauche.

Würden wir in Deutschland diverse Dinge aufbrechen und die einseitige Belastung von den Unternehmen nehmen, und damit meine ich nicht die TOP 1000 Unternehmen, sondern die restlichen >50.000, wären Lohnerhöhungen überhaupt kein Thema und ich denke mir auch die Anzahl der ausgelagerten Arbeitnehmer würde deutlich zurück gehen. Warum sollte ich einem Dienstleister Geld in den Rachen werfen, wenn ich die Flexibilität auch selbst gestalten kann.
 

Luftikus

Megaposter
08.01.2010
24.559
10.444
irdisch
Warum kann Eurocontrol den Streik eigentlich intern schon am Sonntag mit Details per NOTAM ankündigen und erst am Montagmittag erfährt die Öffentlichkeit davon? Es wäre doch viel leichter gewesen, schon am Sonntag als Passagier Ausweichlösungen zu suchen?
 

flyglobal

Erfahrenes Mitglied
25.12.2009
5.617
520
Wenn wir die letzten 15 Jahre im ÖD Gehaltssteigerungen analog der IG-Metallabschlüsse gehabt hätten, würde morgen wohl kaum jemand mit Trillerpfeifen auf der Straße stehen ... das ist der Politik aber zu teuer (und Verdi hat die Verzichtspolitik bereitwillig mitgemacht).

Ja sieht so aus! Auch zeigt es dass hier der Staat selber der Verursacher für die Unbill der Bürger ist, nämlich diesen Personenkreis so gut zu bezahlen wie in anderen Branchen. Hierin sollten sich also die Beschwerden auch richten.

Natürlich werden aus höheren Lohn und Gehaltskosten mittelbar auch höhere Nutzungsgebühren folgen.

Wir sprechen hier übrigens gehäuft von einer Brutto Lohn/ Gehaltsebene von 2200 -etwas über 3000 Euro. Das ist gerade mal bis zum Durchschnittslohn und auch unter der späteren Durchschnittsrente von 12xx Euro/ Monat, also nicht wirklich wesentlich über der Grundsicherung.

Ja es schmerzt hier dieser Streik, aber im Gegensatz zum Streik der Piloten habe ich in diesem Fall Verständnis. Der Staat will einfach nicht die Kohle für seine Service Kräfte rausrücken. Hier bin ich eher 'old school' wie oben am Beispiel des Streiks der Müllmänner aus früheren Zeiten beschrieben.


Ich bin auch kein Gewerkschaftsfan und war ohnehin nie in einer, finde manche Bahnstreiks auch übertrieben, aber ich akzeptiere die gesellschaftliche Funktion. Einige Meinungen hier finde ich erbärmlich.


Flyglobal
 

Luftikus

Megaposter
08.01.2010
24.559
10.444
irdisch
Der Staat wird für seine Aufgaben (Sicherheitskontrolle) bereits bezahlt und sollte sie mit seinen Leuten erledigen. Die Billigkräfte sind noch on top.
 

Funtracer

Erfahrenes Mitglied
05.12.2014
1.875
825
ZQH
Wir reden hier über welche Beschäftigte?

Zitat von Öffentlicher-Dienst.Info - TVöD - Tarifrunde 2018

2.140.000 - Kommunen
147.000 - Bund

Hier wird unverhältnismäßig gestreikt. Warnstreik!!.... Es werden, wegen in der Hauptsache kommunaler Beschäftigter, die Kunden von Airlines, "geschädigt", nur weil es da, wie im Kita-Bereich, besonders weh tut. Sorry......da fehlt mir das Verständnis.
Weil hier immer wieder Unverständnis geäußert und "effizientere" Mechanismen, die den Betrieb nicht stören, gefordert werden: Genau das hat die Gewerkschaft vor ein paar Jahren mal gemacht, als es von Arbeitgeberseite hieß: "Müssen wir wirklich jedes Mal diese antiquierten Rituale durchexerzieren mit diesem Trillerpfeifen- und Demokram, und dann auch noch die Streiks? Wie wäre es, wenn wir das ganz geräuschlos machen? Ihr verzichtet auf eure Maximalforderung und sagt uns einfach, was ihr wirklich haben wollt und für angemessen haltet."

Und - oh Wunder - so geschah es: Die Gewerkschaftsseite verzichtete auf Warnstreiks, legte eine Forderung vor, die in sehr vernünftigem Rahmen lag - ich meine, es waren um die 2 oder 3 Prozent -, und die Arbeitgeber ... fielen schockiert vom Stuhl, wiesen die unverschämte Forderung der Gewerkschafter als völlig unvernünftig, realitätsfern und weit überzogen zurück. Die Gewerkschaft ließ sich dann noch um die Hälfte runterhandeln. Seitdem werden zu jeder neuen Tarifrunde wieder die Streikwesten und Tröten ausgepackt.
 

Funtracer

Erfahrenes Mitglied
05.12.2014
1.875
825
ZQH
Noch was: Diesmal geht es nur um Bund und Kommunen. Da es hier am meisten wehtut (Müllabfuhr, Kitas, ÖPNV etc.) hat die Gewerkschaft hier den größten Hebel. Die Tarifbeschäftigten der Länder (Lehrer, Universitäten, Kliniken usw.) hat man vor ein paar Jahren geräuschlos in einen eigenen TV ausgegliedert, um hier die Verhandlungsmacht der Gewerkschaften zu brechen. Es interessiert keine Sau, wenn irgendwo die Universitätsverwaltung streikt. Deshalb verdienen diese Mitarbeiter auch weniger als ihre Kollegen bei Bund und Kommunen.
 

GoldenEye

Erfahrenes Mitglied
30.06.2012
13.164
485
12€/h sind in etwa 1800€ im Monat, was je nach Steuerklasse 1200€ Netto entspricht. ....

Für die 33% Abzüge kann aber der AG nichts. Daß Leute mit so einem Einkommen in diesem Land überhaupt Steuern zahlen müssen, ist auch so ein Skandal, über den kaum jemand spricht.

ach so, die gewerkschaften sind schuld an lohndumping und subunternehmertum, weil sie überzogene lohnforderungen gestellt haben und nicht die unternehmer , ....

Naja, so völlig abwegig ist seine These nicht. Die Gewerkschaften sind nicht - entgegen regelmässiger Behauptungen - die Interessenwahrer der Arbeitnehmer, sondern der Arbeitsplatzbesitzer. Und wenn es um Vorteile zugunsten der eigenen Klientel und zu Lasten anderer Arbeitnehmer geht, sind die Gewerkschaften sofort dabei. Warum ist denn EW gegründet worden? Doch nur, weil die Privilegien von Alt-Piloten laut "Cockpit" wichtiger sind als die Chancen junger Piloten.
Was wir seit Jahrzehnten erleben, ist eine immer stärkere Fragmentierung des Arbeitsmarktes, die genau zu den beschriebenen Phänomenen führt.
 

GoldenEye

Erfahrenes Mitglied
30.06.2012
13.164
485
.... es ist aber letztlich belegt (Oxfarm u.ä.) das die Reichen immer reicher werden. ...

Das stimmt nicht: Einkommen in Deutschland: Arme und Reiche verdienen mehr, die Mitte verliert - SPIEGEL ONLINE

Und das sind die Zahlen für 2014, ich bin mir sicher, daß die Zahlen bis 2018 eine weitere Verringerung und nicht Erhöhung zeigen.

Übrigens: Die heißen Oxfam und nicht Oxfarm, und sind bekanntlich die Guten und über jeden Zweifel erhaben: Oxfam gibt nach Sexskandal katastrophales Bild ab - SPIEGEL ONLINE

Man sollte sich langsam von dem Gedanken lösen, daß sogenannte NGOs die barmherzigen Samariter sind. Das ist big business, und die Verbreitung von Halbwahrheiten und schlechten Nachrichten ist gut für dieses "business".
 

jodost

Erfahrenes Mitglied
23.10.2011
4.089
940
CGN
Aber ich erinnere mich noch an Zeiten am Esstisch, als die Eltern über den Streik der Müllmänner diskutiert und sich solidarisch gezeigt haben.

In der Generation wurde der Jahresurlaub aber auch gerne mal mit dem eigenen Auto angetreten, ÖPNV für den Arbeitsweg war lange nicht so verbreitet, und Kinderbetreuung wurde meist in der Familie (d.h. wenn die Frau arbeiten ging, dann über Oma/Opa) geregelt. Da hat ein Streik kein Geld für verpatzte Urlaubsanreise, nicht zur Arbeit kommen oder zuhausebleiben-weil-Kita-zu gekostet. Wenn man also nur stinkenden Müll in den Straßen ertragen muss, fällt Solidarität einfacher :)

Aber andererseits haben es die Gewerkschaften damals auch vielleicht nicht so übertrieben. Wenn ich heute an Streik denke, dann assoziiere ich das mit irgendwas rund um einen durchgeknallten Lockführer-Gewerkschaftschef, an Piloten, bei denen ich einerseits der Meinung bin, dass Streiks bei deren Gehaltsniveau unangemessen sind(*) und andererseits in Erinnerung habe, dass die ihr Streikrecht missbraucht haben, weil ihr eigentliches Verhandlungsziel nicht "streikbar" war, ich erinnere mich an Partyschiffe auf dem Rhein, die ver.di für ihre Streikversammlung beim Kita-Personal gechartert hatte, während in meinem Bekanntenkreis Leute auf Urlaubsreisen verzichten mussten, weil sie keine Urlaubstage mehr hatten.

Es mag sogar durchaus sein, dass ich damit den Gewerkschaften insgesamt Unrecht tue. Aber es ist der Beigeschmack, den (m.E. nicht nur) ich habe, wenn ich Streik höre.


(* damit möchte ich keine Neiddebatte rund um Piloten lostreten. Jeder darf verdienen, was er möchte. Aber einen Streik in dieser Gehaltsregion so zu planen, dass möglichst viele Urlauber, die nur einen Bruchteil dessen verdienen, davon betroffen sind, halte ich für asozial).
 

peter42

Moderator
Teammitglied
09.03.2009
13.307
1.133
Noch was: Diesmal geht es nur um Bund und Kommunen. Da es hier am meisten wehtut (Müllabfuhr, Kitas, ÖPNV etc.) hat die Gewerkschaft hier den größten Hebel. Die Tarifbeschäftigten der Länder (Lehrer, Universitäten, Kliniken usw.) hat man vor ein paar Jahren geräuschlos in einen eigenen TV ausgegliedert, um hier die Verhandlungsmacht der Gewerkschaften zu brechen. Es interessiert keine Sau, wenn irgendwo die Universitätsverwaltung streikt. Deshalb verdienen diese Mitarbeiter auch weniger als ihre Kollegen bei Bund und Kommunen.

Das ist aber schon zu BAT-Zeiten so gewesen, dass der kommunale BAT deutlich besser war.
 

odie

Erfahrenes Mitglied
30.05.2015
8.565
5.150
Z´Sdugärd
Zum Thema Entlohnung und Auslagerung von Arbeitskräften: Leider sind in Deutschland die Sekundärkosten zum Arbeitslohn sehr hoch. 42 Tage Krankheit..., abgedeckt durch den Arbeitgeber. Betreuungszeit für Eltern oder Kinder..., abgedeckt durch den Arbeitgeber. Elternzeit und Rückkehrgarantie..., abgedeckt durch den Arbeitgeber, Flexiblere Kündigungsmöglichkeiten bei Geschäftsfluktuation..., keine oder fast keine Option für den Arbeitgaber, usw. usw. Das ist alles ebenfalls mit hohen Kosten verbunden, die niemand sieht. Für mich sind das aber eher volkswirtschaftliche Themen. Und die fehlende Flexibilität im Vertragsverhältnis (Kündigung ist in Deutschland quasi nur einseitig möglich) führt zu immer mehr Auslagerung. Selbst in unserer Hightechbranche arbeite ich mit Dienstleistern über Zeitarbeit. Nicht weil es günstiger ist, ganz im Gegenteil, sondern weil ich zwingend Flexibilität je nach Projektlage brauche.

Würden wir in Deutschland diverse Dinge aufbrechen und die einseitige Belastung von den Unternehmen nehmen, und damit meine ich nicht die TOP 1000 Unternehmen, sondern die restlichen >50.000, wären Lohnerhöhungen überhaupt kein Thema und ich denke mir auch die Anzahl der ausgelagerten Arbeitnehmer würde deutlich zurück gehen. Warum sollte ich einem Dienstleister Geld in den Rachen werfen, wenn ich die Flexibilität auch selbst gestalten kann.
Sorry...sehe ich etwas anders.

Das ganze nennt sich nämlich "Unternehmerisches Risiko". Das wird eben immer sehr gern vergessen. Bekommen die Arbeitsnehmer eine Prämie wen sie nicht 42 Tage krank sind? NEIN! Da macht der Arbeitgeber dann plus. Selbiges bei Menschen die keine Elternzeit oder Pflegezeit nehmen etc...HIER liegt doch der Hund begraben. Was würde den passieren wen auf einmal im Einzelhandel nicht mehr geklaut werden würde? Diebstahl ist hier in der Mischkalulation schon drin (wens jemand gemacht hat der AHNUNG hat von dem was er da treibt), somit würde der Gewinn um die nicht mehr geklaute Ware steigen. Kommt am Kunden oder am Arbeitnehmer den was an? NEIN! Es werden sich nur einige wenige die Taschen NOCH voller stopfen. Und so ist es mit den anderen oben angesprochenen Thesen auch.

Nicht falsch verstehen: In der Theorie bin ich ganz bei dir. Fakt ist aber leider das es nur eine blanke Theorie bleibt! In der Theorie ist der Kommunismuss auch die "beste" Regierungsform. Und in wie weit das führt hat ja jeder die letzten 50 Jahre gesehen.

Schönes Beispiel: Hat jemand zufällig aus Nostalgischen Gründen noch Anteile seiner Bank? Also so der Klassiker Volksbank mit Anteilen? Immer wen ich zur Mitglieder Versammlung eingeladen werden ist es das selbe: Personal wird eingespart, Fillialen werden geschlossen, Gebühren werden erhoben....Ja und wo landet den das Geld bitte? Nicht bei mir als "Eigentümer", nicht bei den Angestellten in den Lohntüten...

Fazit: Schöner Gedanke, aber du glaubst doch selbst nicht wirklich das wen man deine Thesen erfüllen würden das ganze wirklich zum positven für die Arbeitnehmer laufen würde????

Und WARUM man einem Dienstleister Geld in den Rachen wirft wen man es selbt machen könnte? Jo....Frag mal jemanden aus der Transportbranche...Da gibts eine Schwäbische Firma mit dem Stern, diese möchte gerne ein Schraube nach Norwegen schicken zum Testfahrer. Es wird eine Namenhafte deutsche Spedition die auch am STR einen Sitz hat damit beauftragt. Kosten (als fixe Zahl in den Raum geworfen) 100€. Jetzt beauftragt die grosse Deutsche Spedition einen Subunternehmer, der bekommt 80€für den Auftrag, der gibt es wieder weiter an einen Subunternehmener, der bekommt 60€ für das ganze, der beuaftrag wieder einer Subler der das ganze mit DHL für 7€ verschickt. Frage: WARUM schiebt hier jeder dem anderen Geld in den Rachen wen er es selbst erledigen (also zur Post gehen und das Teil verschicken) kann? Flexibel und Mitdenken sind heute 2 Fremdwörter wen man sich nicht die Hose mit der Beiszange anzieht. Ach ja die Geschichte ist übrigen bis auf DHL aus dem Leben gegriffen. In Wirklichkeit wurde der Auftrag für die Schraube 5 mal untervergeben und "Paules Kurierdienst" ist dann vorgefahren. Die Leute vor Ort haben die Schraube dann aber aus dem lokalen Baumarkt besorgt weil es zu lange gedauert hat. FRAGE: Rachen werfen beantwortet?