Ich fände es echt klasse, wenn du das mal auf deutsch und mit einem erkennbaren Sinn wiederholen könntest. Vielen DankLiberation und Trump fucks 8b hat gewisse Berechtigung, aber ist letztendlich Auslöser einer überfälligen Reaktion auf weiter reichende Fehlentwicklungen.
Erstens ist Trump nicht der erste, der Händelpolitik und tarifäre wie nicht-tarifäre Handelsbeschränkungen nutzt, um Geopolitik zu machen (und darum geht es mehr als um die vorgeschobene Wiederbelebung des produzierenden Gewerbes in den USA). Er geht in den letzten Monaten weiter als andere ja, aber auch Länder wie China haben Handelspolitik für geopolitische Interessen missbraucht und damit das regelbasierte Welthandelssystem beschädigt mit negativen Konsequenzen für die Wachstumsaussichten der Weltwirtschaft.
Zweitens ist da die Bubble der US Techs, wo jetzt denkbar ist, dass Trump-Politik das Platzen der Blase bewirkt.
Drittens oder zwei-einhalbtens ist da die irrational exuberance der Privatanleger, die wesentlich tiefer geht als das Roaring Kitty Phänomen und die einen erheblichen Beitrag zum Aufblasen der Tech und Crypto Bubbles beigetragen haben und weiterhin extrem bullish investiert sind. Das wird sich irgendwann umkehren und es besteht noch gigantisches Downside-Potential. Technologien wie AI oder mRNA versprechen künftiges Wirtschaftswachstum, ja, aber nicht in dem Ausmaße.wie bei Werten wie den.magnificient.seven eingepreist sind.
Wenn man die von mir vorgebrachte These einer Bubble teilt, würde man üblicherweise auch der Auffassung sein, dass es schwierig zu bestimmen ist, ob die nachhaltig gerechtfertigte Bewertung 10%, 20% oder gar 30% unter dem derzeitigen Level liegt.Abwärtspotential ist sicher noch da, der Rücksetzer hat uns jetzt „nur“ auf das Niveau von vor 12 Minaten zurückgeworfen auf Index-Ebene. Einiges an Übertreibung ist schon raus, und vorrausgesetzt es kommt keine Rezession sind Werte wie Alphabet oder Amazon schon gar nicht mehr so absurd bewertet. Klar, echte Schnapper sind das noch nicht aber bei nochmal 10 oder 15% sollte bei den solideren Werten langsam der Boden gebildet sein.
Also dass bestimmte Werte, allen voran die magnificent 7, ziemlich überbewertet sind bzw. waren, daran dürfte kaum ein Zweifel bestehen. Das war schon länger ein Ritt auf der Rasierklinge. Aber der Gesamtmarkt? Wenn ich mir da beispielhaft den Kursverlauf des DOW anschaue dann waren selbst massive Marktverwerfungen wie die große Depression oder der Ölpreisschock in der langen Frist eher kurze Episoden und wurden von der anschließenden Entwicklung weit outperformed. Wichtig ist, dass man durchhält und nicht die Buchverluste realisiert obwohl der innere Wert noch immer gegeben ist. Das kann allerdings sehr schwer sein, wenn es sehr lange dauert, bis eine Erholung einsetzt. Ich hoffe wirklich, dass wir kein verlorenes Jahrzehnt (oder noch mehr) erleben müssen…Wenn man die von mir vorgebrachte These einer Bubble teilt, würde man üblicherweise auch der Auffassung sein, dass es schwierig zu bestimmen ist, ob die nachhaltig gerechtfertigte Bewertung 10%, 20% oder gar 30% unter dem derzeitigen Level liegt.
Nichts anderes hatte ich gesagt. Es kommt hier stark auf den Anlagehorizont und die Liquidität an. Mit genügend Liquidität geht man während dieser Zeit bestenfalls in andere Asset Klassen, die besser performen. Und ja, das ist natürlich keine bahnbrechende Erkenntnis. Dennoch sieht man oft genug, dass Anleger selbst das Basiswissen aus dem Fenster werfen, sobald sie ihre Emotionen nicht mehr unter Kontrolle haben.Lohnen sich Aktien sehr langfristig? Ja. Aber das ist ein Argument auf Kindergeburtstagsniveau. Bedeutende globale Verwerfungen führen zu erheblicher Variation in den Renditen unterschiedlicher Kohorten an Investoren.
Wenn du Anfang 1929 mit $100 eingestiegen bist, hattest du Anfang 1945 nur $104.50 -> 16 Jahre Haltedauer, praktisch kein Return.
Wenn Du Mitte 2000 investiert hast, dauerte es bis 2013, bist du wieder auf null warst -> 13 Jahre ohne Return.
Bei anderen Indizes sieht es ähnlich aus. Das war nur exemplarisch.Bezieht sich auf den S&P, der vor dir genannte Dow ist kein ernst zu nehmender Index.
Ja, es besteht das Risiko, dass sich der globale Handel für eine längere Periode abschwächen wird. Das halte ich aber für das unwahrscheinlichere Szenario. Man müsste beim aktuellen Grad der Abhängigkeit von anderen Ländern schon verdammt viele bilaterale Abkommen schließen um diese Lücke auch nur halbwegs zu füllen. Das wird auch ein Donald Trump noch merken.Aber lasst uns doch lieber zurück zum eigentlichen Thema kommen. Die vermutliche Überbewertung bestimmter Sektoren vor Trumps Liberation Day ist nur der kleinere Aspekt. Der größere ist die neue Weltordnung. Wie angedeutet, Trump manifestiert diese sozusagen endgültig. Aber auch vorher unter Biden (in der Außenhandelspolitik gegenüber China) oder seitens Chinas (gegenüber Japan beispielsweise) gab es ein fundamentales Abweichen von regelbasierter Außenhandelspolitik.
Wir haben uns von einem geopolitischen Gleichgewicht der Kooperation (das die Wohlfahrt der Welt maximiert) bewegt zu einem der Konfrontation, wo es wenn nur noch bilaterale Deals gibt. Die Implikationen gehen über Außenhandel weit hinaus.
Die Wähler von Trump und anderen populistischen Parteien sind halt nochmal deutlich dümmer als die populistischen Politiker. Die lassen sich überzeugen von den Sündenböcken, die die Populisten benennen und den Nebelkerzen, die sie werfen.
Das Trump-Kabinett weiß, dass Zölle für die USA selbst ein Netto-Verlust sind. Aber sie nehmen das im Kauf, um anderen noch mehr Schaden zuzufügen als sich selbst. Um Konzessionen in anderen Bereichen zu erpressen, die ihnen wichtiger sind (z.b. Migration oder die Aushebelung von checks und balances).
Die Bedeutung für unser aller Zukunft kann nicht stark genug betont werden, weil Institutionen und Regelwerke wie WTO, UN, NATO, das Pariser Klimaschutzabkommen, Friedens- und Abrüstungsverträge an Bedeutung verlieren.
Das wirft die Welt massiv zurück bei der Bewältigung der großen Probleme unserer Zeit wie Klimawandel oder Frieden in Europa oder im Nahen Osten.
Unterschiedliche Akteure, von Russland über Orban bis hin zu Trump haben schon lange mit dem Feuer gespielt. Aber die Erkenntnis erwächst nun, dass nicht nur die (demokratische usw) Freiheit einzelner Staaten für ihre Einwohner sozusagen nach innen abnimmt. Nein, die ganze regelbasierte Weltordnung, die unter Führung der USA nach Ende des 2. Weltkrieges errichtet wurde und uns 70 oder 80 Jahre Wohlstand gebracht hat ist am Zerbrechen.