Mich hats mit ner Annullierung erwischt und ich bin mir nicht sicher, ob und in welchem Umfang der Fall unter die EU Richtlinie fällt. Hab weder mit der Suchfunktion noch mit Überfliegen der letzten 50 Seiten in diesem Thema einen vergleichbaren Fall gefunden.
Wie verhält sich das mit der Anwendbarkeit der EU 261, wenn die ursprüngliche Buchung unter EU 261 fällt, aber die Umbuchung nach kurzfristiger Annullierung von einer nicht-EU Fluggesellschaft von ausserhalb der EU durchgeführt wird?
Ums konkret zu machen, ursprüngliche Buchung (beides Rückflüge):
1. Ticket: RUH-FRA-ZRH-LJU (LH stock, Flüge ausgeführt durch LH bzw. LX), geplante Ankunft in LJU um 14:00 und dann mit DT
2. Ticket: LJU-ZRH-DUS (LH stock, ausgeführt durch LX)
RUH-FRA (LH) wurde 12 Stunden vor Abflug storniert, klarer Fall für EU 261 (hatte nach den Gründen für die Annullierung gefragt, war angeblich nicht im System hinterlegt).
Neue Buchung: RUH-IST-LJU (beide legs mit TK), geplante Ankunft in LJU um 8:25 (und damit deutlich früher als die ursprüngliche Verbindung), also vermutlich erstmal kein Anspruch auf Entschädigung weil keine Verspätung?
Aber: RUH-IST (TK) ist deutlich verspätet, keine Change den Anschluss zu kriegen. Damit ist die frühestmögliche verbleibende Option der Abendflug, also IST-LJU (TK) mit planmäßiger Ankunft 18:40 und tatsächlicher Ankunft 20:20 (Türe offen), weil nach Boarding noch ein Flugzeugwechseln durchgeführt wurde. Cancellation, missed conn und dann technical ... wieviel Glück kann man haben eigentlich haben?
Muss LH nun dennoch 600 Euro zahlen, weil ein LH Flug annulliert wurde und ich am Ende faktisch über 6 Stunden Verspätung hatte, oder sind sie aus dem Schneider, weil ich nach deren Umbuchung (geplant) frühzeitig angekommen wäre und die missed connection nicht durch LH verursacht wurde?
Als Randnotiz: mir ist klar, dass ich aus der Stornierung keine Ansprüche auf das 2. Ticket ableiten kann. War natürlich ein Business Saver Ticket (schlechte Idee). Nachdem ich den Flug offensichtlich nicht mehr erreichen konnte und sich der Agent an der FTL Hotline 30 Minuten bemühte noch irgendeine brauchbare Verbindung zu finden hat er mich 10 Minuten für Rücksprache mit dem Ticketing auf Hold gelegt, um mir dann freudig mitzuteilen, dass ich (weil beide Tickets auf LHG stock sind) aus Kulanz einmalig das 2. Ticket kostenfrei umbuchen dürfe. Die Umbuchung auf den nächsten Tag hat er dann auch direkt durchgeführt und sie war für mich in der App als bestätigt sichtbar (Email gabs keine). Einige Stunden später ruft mich eine andere LH Mitarbeiterin an, entschuldigt sich tausendmal, dass das am Vormittag ein Missverständnis war, aber: Ticketing schreibt das Ticket nicht kostenfrei um. Aus Kulanz würden sie mir nur erlauben, gegen Zahlung der Preisdifferenz den Rückflug LJU-DUS in ein Business Flex Ticket zu ändern, d.h. es wurde so berechnet, als ob ich zum Buchungszeitpunkt für den Rückflug ein Flex ticket gekauft hätte. Ich habe mich Zähneknirschend drauf eingelassen, ein neues Ticket wäre deutlich teurer gewesen. Alternativ hätte ich es vielleicht mit nem Screenshot der bestätigten Umbuchung, gefolgt von denied boarding, Fristsetzung und dann eigener Buchung auf eine Schadensersatzforderung rauslaufen lassen können, aber dafür war mir das Eis dann doch etwas zu dünn.
Was meint ihr, was kann / sollte man von LH in einem solchen Fall erwarten? Kann ich froh sein, dass sie mir erlaubt haben, den Business Saver gegen Aufpreis in ein Flex Ticket zu ändern, oder hätten sie sich (vor allem nach der ursprünglichen Zusage einer kostenfreien Umbuchung, die auch nie in Abrede gestellt wurde) doch kulanter zeigen sollen / müssen?