Hatte gestern ein interessantes Gespräch mit der Chefin unserer lokalen Bäckerei (echter Handswerksbetrieb, keine Aufbackware). Sie hatten jahrelang einen Kartenakzeptanzvertrag bei der örtlichen VR-Bank. Bei VR-Payment bucht man Umsatzkontingente für Kreditkarten und jede Girocardzahlung verursachte nochmal separat eine Buchungsgebühr von 0,13€. Sie haben sich dann (wie viele kleine Läden) von Payone bequatschen lassen und einen zwei Jahresvertrag mit angeblich 0,3% pauschal unterschrieben. In den ersten Monaten waren die Kosten dreimal so hoch wie über VR-Payment. Ursache waren die vielen Amex und Business-Karten, die Payone mit 3-5% bepreist (steht natürlich nur im Kleingedruckten). Seitdem versucht die Bäckerei über den Kundenservice von Payone die Annahme auf Debit-Karten zu schränken. Payone bietet das inoffiziell an, praktisch führt das dazu, dass auch viele Debitkarten (z.B. von Revolut oder comdirect) nicht akzeptiert werden, insb. wenn ApplePay genutzt wird.
Kann es sein, dass durch die Virtualisierung die Erkennung von Consumer vs. Business nicht mehr richtig funktioniert? Dann wäre das ja ein gutes Geschäft für die Banken und Zahlungsdienstleister, wenn ApplePay Zahlungen die Kostendeckelung für EU-Consumerkarten umgehen können.