15.08.26 VN34 MUC-HAN B789 Runway overrun & tailstrike

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marcus67

Erfahrenes Mitglied
17.01.2015
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7.282
Ist das Loch am Heck eigentlich in einem Bereich der unter Kabinendruck steht? Wenn ja, dann würde das einen eher interessanten Überführungsflug in niedriger Höhe bedeuten.
Das ist ziemlich sicher hinter dem Druckschott. Man wird aber dennoch ohne Kabinendruck überführen (max. FL100), da man nicht weiß, ob evtl. Teile der Struktur im Bereich des Druckschotts Schaden genommen haben.
 
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N140SC

Erfahrenes Mitglied
01.01.2024
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Ich denke schon, dass das Ding wirtschaftlich reparabel ist.

2013 haben sie bei einer B787 von ET nach einem Brand das ganze Heck erneuert:


Die Maschine war damals auch erst knapp 2 Jahre als, die jetzt aber über 10. Was das für den Restwert (und damit den business case einer Grossreparatur) bedeutet weiss jeder, der schonmal ein Auto verkauft hat. Von daher bringt einen dieser Vergleich nicht weiter, zumal die Maschine danach evtl. gar nicht mehr dieselbe Leistungsfähigkeit erreicht wie vorher.
 
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marcus67

Erfahrenes Mitglied
17.01.2015
5.776
7.282
Die Maschine war damals auch erst knapp 2 Jahre als, die jetzt aber über 10. Was das für den Restwert (und damit den business case einer Grossreparatur) bedeutet weiss jeder, der schonmal ein Auto verkauft hat. Von daher bringt einen dieser Vergleich nicht weiter, zumal die Maschine danach evtl. gar nicht mehr dieselbe Leistungsfähigkeit erreicht wie vorher.
Ist am Ende recht einfach: Wenn der Zeitwert des Flugzeugs (ohne Triebwerke) über den Reparaturkosten liegt, wird wahrscheinlich auch repariert.

Im Gegensatz zum Auto spielen hier die Emotionen keine große Rolle - es entscheiden nur die Zahlen.

Warten wir einfach mal ab.
 

Luftikus

Megaposter
08.01.2010
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irdisch
Die Versicherungsgebühren spielen auch eine sehr große Rolle. Und das Image, also doch Emotionen. Einen Hull Loss in der Statistik vermeiden manche unbedingt, auch wenn es sie viel Geld kostet.
 

ilam

Aktives Mitglied
25.06.2013
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Das ist ziemlich sicher hinter dem Druckschott. Man wird aber dennoch ohne Kabinendruck überführen (max. FL100), da man nicht weiß, ob evtl. Teile der Struktur im Bereich des Druckschotts Schaden genommen haben.
Dann wird man es aber kaum in einem Rutsch bis Vietnam schaffen, die Flugzeuge gehen ja nicht aus Jux und Dollerei auf >30.000ft.
 

MANAL

Erfahrenes Mitglied
29.05.2010
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Dahoam
Zwar ein anderer Fall, aber passt denke ich auch gut an diese Stelle. Die Austrian hat einen kurzen Bericht über die Reparatur ihrer OE-LZQ veröffentlicht. Das war der 320neo, der in Wien weggerollt ist und sich an einer Gangway das rechte Höhenleitwerk abgerissen hat. Die Reparatur war aufwendig und wurde von Airbus vor Ort in VIE durchgeführt. Im Bericht wird ganz gut erklärt und gezeigt was da alles gemacht wurde.
 

ilam

Aktives Mitglied
25.06.2013
153
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Ich gehe aber davon aus, dass Boeing genauso sehr an einer Reparatur interessiert ist wie Airbus im anderen Fall. Zum einen um keinen Hull Loss in der Statistik zu haben, zum anderen um auch zu lernen. Problem ist aber, dass Boeing derzeit sehr stark priorisieren muss, sie haben ja diverse offene Baustellen. Ob sie da monatelang ein ähnliches Team abstellen könnte wie Airbus im anderen Fall ist zumindest fraglich.
 

Volume

Erfahrenes Mitglied
01.06.2018
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da man nicht weiß, ob evtl. Teile der Struktur im Bereich des Druckschotts Schaden genommen haben.
Da MUC nicht Dritte Welt ist, erwarte ich nicht, dass der Flieger ohne gründliche Befundung bis Vietnam fliegt.
Die werden den Schaden ziemlich sicher vor Ort exakt bestimmen.

Ich glaube nicht, dass man den Flieger wieder starten lässt, bevor nicht klar ist, was den Zwischenfall verursacht hat. Wenn er also fliegt, können wir ziemlich sicher sein, dass die BFU weiss was passiert ist.

zum anderen um auch zu lernen.
Wenn es tatsächlich der unbedruckte Bereich ist (weiss ich aktuell schlicht nicht), ist die Reparatur signifikant simpler als bei Ethiopean, viel zu lernen gibt es dann nicht.
Es sei denn sie wollen den Schaden an einer unkritischeren Stelle benutzen, um ein simpleres Reparaturverfahren zu qualifizieren.

Problem ist aber, dass Boeing derzeit sehr stark priorisieren muss, sie haben ja diverse offene Baustellen.
Ich glaube die Reparierbarkeit von Compositestrukturen ist für die Zukunft eines der extrem wichtigen Probleme, dem werden sie im Zweifelsfalle hohe Priorität einräumen. Daran hängt ja die Entscheidung, ob der 737 Nachfolger (der ja überall auf der Welt funktionieren soll) Composites, Metall oder gemischt wird.
 

Luftikus

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08.01.2010
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irdisch
Vielleicht fliegt man einfach eine neue Hecksektion ein und baut die an? Bevor man da diese eingebackenen aber abgeschliffenen Stringer einzeln austauscht?
 

Volume

Erfahrenes Mitglied
01.06.2018
14.569
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Keine Ahnung, da der Schaden ja eher lang als breit ist dürfte es nicht allzuviele Stringer erwischt haben, so dass ein Komplettaustausch von 2 oder 3 davon vermutlich ausreicht. Ich kann aber wie gesagt nicht erkennen, ob der bedruckte Bereich auch betroffen ist.
Meine Erfahrung bei Composite Repair basiert auf ein paar Jahren Segelflugzeug Primärstrukturreparaturen, hauptsächlich in GFK, weniger in CFK (da habe ich eher Prototyp- und Testzellen-Bauerfahrung).
Ich würde den Schaden nicht für allzuheftig halten, vor allem nicht wenn es im unbedruckten Bereich ist. Ein Komplettaustauch des Heckkonus halte ich für unnötig, aber wenn man den so einfach mal eben aus der Produktion abziehen kann, geht das vermutlich deutlich schneller und ist damit am Ende vielleicht sogar billiger.

Für die Airlines ist jedenfalls Reparierbarkeit nach wie vor ein extrem wichtiges Thema, da wird Boeing sicher kein schlechtes Bild abgeben wollen, demonstrieren dass Dreamliner schnell und preiswert reparierbar sind. Wenn ein Tailstrike ein Hull Loss bedeutet, ist so ein Muster schlicht nicht mehr verkäuflich. Und nicht wirtschaftlich versicherbar. Wenn Boeing demostrieren kann, dass Komplettaustauch größerer Komponenten eine schnelle und wirtschaftliche Reparaturmethode ist, warum nicht.
Soweit ich das sehe, wird bei Boeing Sektion 47/48 (letzter Kabinenabschnitt, Druckschott, Heckkonus) bereits vormontiert angeliefert, deshalb sind vielleicht auch alle Leitungen bereits vormontiert und es gibt am Druckschott keine praktische "Trennstelle". Soweit ich sehe, kommen beide Sektionen von Vought, einer der Pionierfirmen für Compositestrukturen.
 

MANAL

Erfahrenes Mitglied
29.05.2010
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Dahoam
Es gab 2024 einen tail strike mit einer 787 bei China Southern. Da wurde auch einiges beschädigt, allerdings nicht so ein brachiales Loch wie bei der VN in MUC. Die Maschine ist nach 14 Monate wieder geflogen. Auf jedem Fall wird eine Reparatur aufwendig und recht lange dauern. Die Frage ist ob bei der VN noch mehr versteckte Schäden im CFK sind.
 
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marcus67

Erfahrenes Mitglied
17.01.2015
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Es gab 2024 einen tail strike mit einer 787 bei China Southern. Da wurde auch einiges beschädigt, allerdings nicht so ein brachiales Loch wie bei der VN in MUC. Die Maschine ist nach 14 Monate wieder geflogen. Auf jedem Fall wird eine Reparatur aufwendig und recht lange dauern. Die Frage ist ob bei der VN noch mehr versteckte Schäden im CFK sind.
Kein Loch aber dafür ein Meterlanger Riss:

1787662066228.png

Sieht fast schlimmer aus.
 

westcoastflyer

Erfahrenes Mitglied
03.09.2019
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Problem ist aber, dass Boeing derzeit sehr stark priorisieren muss, sie haben ja diverse offene Baustellen. Ob sie da monatelang ein ähnliches Team abstellen könnte wie Airbus im anderen Fall ist zumindest fraglich.
Wie schon von Volume angedeutet: "können" ist da nicht die Frage. - Wenn sie es nicht tun, sind Composite Frames tot. Und das will Boeing nicht.
 

N140SC

Erfahrenes Mitglied
01.01.2024
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Ein Komplettaustauch des Heckkonus halte ich für unnötig, aber wenn man den so einfach mal eben aus der Produktion abziehen kann, geht das vermutlich deutlich schneller und ist damit am Ende vielleicht sogar billiger.

Für die Airlines ist jedenfalls Reparierbarkeit nach wie vor ein extrem wichtiges Thema, da wird Boeing sicher kein schlechtes Bild abgeben wollen, demonstrieren dass Dreamliner schnell und preiswert reparierbar sind.

Leider sind aber schon zu viele Druckschottreparaturen nach tailstrike katastrophal schiefgegangen, trotz Durchführung von Boeing-Personal.