Luftfahrt in Deutschland im Niedergang

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red_travels

Reisender
16.09.2016
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www.red-travels.com
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Fordern kann man ja vieles, aber wovon soll das finanziert werden, wenn die womöglich bald neue Regierung schon eine Billion Euro Sondervermögen benötigt, um nicht von Tag 1 handlungsunfähig zu sein? Eine Steuersenkung für ein nicht gerade überlebenswichtiges Gut wie Flugtickets wird da sicher nicht allzu weit oben auf der Agenda stehen.

Ist doch nur wieder eine Forderung um den Gewinn zu steigern, an die Pax wird da doch eh nichts durchgereicht.
 

Volume

Erfahrenes Mitglied
01.06.2018
12.009
9.833
Mehr Konkurrenz in Deutschland
Komisch, auch das DLR erkennt in einer Studie eine Lufthansa Maktkonzentration und sieht darin eines der Probleme.
Dabei haben doch diverse Profis hier im Forum längst geklärt dass wir in Deutschland selbstverständlich Wettbewerb haben, und die saatlichen Gebühren schuld sind...
Und nicht zuletzt habe das Ende von Air Berlin zu einer höheren Marktkonzentration von Lufthansa Group geführt – eine Situation die nie wettbewerbsfördernd ist. Und so sind die Ticketpreise gemäß der Untersuchung des DLR in Deutschland höher als in jedem anderen europäischen Land (siehe Grafik).
 

Micha1976

Erfahrenes Mitglied
09.07.2012
6.086
4.042
Es grenzt an Masochismus, wie vehement die LH-Fanboys es verteidigen und feiern, dass wir in D-A-CH mittelmäßigen Service zu überhöhten Preisen bekommen von den nationalen Champions LH/LX/OS/EW.
Es steht dem irren Iren frei, in D-A-CH guten Service zu Dunping-Preisen anzubieten.

Ach, Moment. Der ist ja nach Ende jeglicher Rabatte schneller weg als du Dumping-Preise sagen kannst.
 

Rost

Erfahrenes Mitglied
17.07.2023
518
593
Das Problem sind nicht so sehr die absoluten Kosten, sondern die Tatsache, dass im restlichen Europa bessere Bedingungen herrschen was den deutschen Markt für Airlines unattraktiv macht.
An anderer Stelle hatte ich den Artikel aus der LVZ vom 20. März zitiert, nach dem ein Flug von Leipzig nach Mallorca 4700 € Kosten für die Airline bringt, der gleiche Flug ab Prag aber nur 500€.
Von diesen Kosten sind etwa 50 % die Luftverkehrssteuer. Dazu kommen 15 € pro Person für die Sicherheitskontrolle.
Und der Rest ist überwiegend für die Flugsicherung. Auch hier hat Deutschland einen anderen Weg gewählt als andere Länder in Europa. Das gigantische Defizit von 1,2Mrd €, das während Corona aufgebaut wurde als niemand flog aber die Flugsicherung dennoch besetzt war muss in Deutschland über die Jahre durch die Airlines / Paxe abgetragen werden. Andere Länder haben hier andere Lösungen gefunden.
Logisch, dass bei einem stark wachsenden Bedarf und Mangel an Flugzeugen, die Airlines diese dort einsetzen, wo es wirtschaftlich am sinnvollsten ist, also im Zweifel nicht in Deutschland.
 

red_travels

Reisender
16.09.2016
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Es steht dem irren Iren frei, in D-A-CH guten Service zu Dunping-Preisen anzubieten.

Ach, Moment. Der ist ja nach Ende jeglicher Rabatte schneller weg als du Dumping-Preise sagen kannst.

der hat doch momentan eh Probleme mit fehlenden Flugzeugen und da er nicht wirklich gut auf DE zu sprechen ist, wird's doch eh keinen neuen Anläufe nach dem mehrfach gescheiterten SXF-CGN Versuch geben...
 

pemko

Erfahrenes Mitglied
03.03.2015
2.450
1.560
TXL
der hat doch momentan eh Probleme mit fehlenden Flugzeugen und da er nicht wirklich gut auf DE zu sprechen ist, wird's doch eh keinen neuen Anläufe nach dem mehrfach gescheiterten SXF-CGN Versuch geben...
Fehlende Flugzeuge hin oder her... er setzt die sehr vielen vorhandenen Flugzeuge (Wikipedia spricht von gut 580 bei FR und den dazugehörigen AOCs) eben dort ein, wo es sich für ihn lohnt.

Und innerdeutsch lohnt es sich noch viel weniger als grenzüberschreitend, weil die hohen Kosten doppelt anfallen und dann zusätzlich noch mit Umsatzsteuer bepreist werden. Würde ich dann auch nicht machen an seiner Stelle.
 

red_travels

Reisender
16.09.2016
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(Wikipedia spricht von gut 580 bei FR und den dazugehörigen AOCs)

sind gute 40 mehr ;) lt. Planespotters, die ja immer recht akkurat sind.

Und innerdeutsch lohnt es sich noch viel weniger als grenzüberschreitend, weil die hohen Kosten doppelt anfallen und dann zusätzlich noch mit Umsatzsteuer bepreist werden. Würde ich dann auch nicht machen an seiner Stelle.

und wenn man keine Umstiegsverbindungen anbieten kann oder will, wird das mit der Querfinanzierung auch schwierig.

Aber es wäre natürlich nicht verkehrt, wenn man die Steuern erleichtern würde, würde Condor sicher auch zu Gute kommen.
 
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MANAL

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29.05.2010
14.785
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Dahoam
Das Problem ist ja nicht die Größe der Lufthansa Group, sondern dass sie sich auf einen bestimmten Teil von Europa konzentriert und jegliche Konkurrenz vertreibt wodurch ein Quasimonopol entsteht. Von MUC aus gibt es keinen größeren Airport im größeren Umkreis der ein Nicht-Hub der Lufthansa Group ist (FRA, VIE, ZRH). Alternativen ohne umzusteigen hat man so nur sehr eingeschränkt.

Würden die Airlines der drei großen Allianzen sich über Europa hinweg von den Ländern und Airports vermischen wäre das deutlich besser für den Markt und die Kunden.
 

Biohazard

Erfahrenes Mitglied
29.10.2016
7.195
7.600
LEJ
Von MUC aus gibt es keinen größeren Airport im größeren Umkreis der ein Nicht-Hub der Lufthansa Group ist (FRA, VIE, ZRH)
Ist das nicht gerade ein Indikator dafür, dass die Größe der Lufthansa Group problematisch ist, wenn es keine alternativen großen Flughäfen in der Nähe gibt, die nicht von der Lufthansa Group dominiert werden?
 

red_travels

Reisender
16.09.2016
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Würden die Airlines der drei großen Allianzen sich über Europa hinweg von den Ländern und Airports vermischen wäre das deutlich besser für den Markt und die Kunden.

die EU Kommission macht es ja auch nicht gerade Kundenfreundlich, wenn sie ITA der LH zusagen, die paar Slots, die Easyjet da bekommen hat, werden auch nicht viel ausgemacht haben. War doch bei AB nicht anders, wo sie sich noch die Rosinen rauspicken konnten... Das was Lauda, später FR, abgezogen hat, hat doch den deutschen Markt auch nicht gestärkt.

Hätte sich IAG UX einverleibt, wäre das gemischte Bild in Spanien wohl auch schnell verflogen.

Wie sieht's bei den Geboten um TAP aus?

und so Dinge wie Stromausfälle einzelner GIGA-Hubs würden bei einer gerechten Verteilung auch nicht so extrem ins Gewicht fallen.

Ist das nicht gerade ein Indikator dafür, dass die Größe der Lufthansa Group problematisch ist, wenn es keine alternativen großen Flughäfen in der Nähe gibt, die nicht von der Lufthansa Group dominiert werden?

ist es.

Die nächsten (nach Distanz) nicht LHG-Hubs sind dann AMS, CDG, WAW und CPH, wenn man sich auf die EU beschränkt. Eigentlich hätten die Wettbewerbshüter ITA nicht der LHG zusprechen dürfen.
 

N140SC

Erfahrenes Mitglied
01.01.2024
474
430
Von MUC aus gibt es keinen größeren Airport im größeren Umkreis der ein Nicht-Hub der Lufthansa Group ist (FRA, VIE, ZRH). Alternativen ohne umzusteigen hat man so nur sehr eingeschränkt..

Man wähle seinen Wohnort weise:, wenn einem das nicht passt: Emsländer und Schleswig-Holsteiner wohnen z.B. näher an den Skyteam hubs AMS bzw. CPH als an einem Airport mit der LHG als Platzhirsch.
 

Rost

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17.07.2023
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Mehr Konkurrenz in Deutschland
Komisch, auch das DLR erkennt in einer Studie eine Lufthansa Maktkonzentration und sieht darin eines der Probleme.
Dabei haben doch diverse Profis hier im Forum längst geklärt dass wir in Deutschland selbstverständlich Wettbewerb haben, und die saatlichen Gebühren schuld sind...
Eine Konzentration kann allerdings auch dadurch entstehen, dass alle Wettbewerber außer dem lokalen Platzhirsch einen Markt aufgrund der schlechten Bedingungen vernachlässigen, weil anderswo mehr verdient wird und ausreichend Nachfrage besteht.
 
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SleepOverGreenland

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09.03.2009
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FRA/QKL
Eine Konzentration kann allerdings auch dadurch entstehen, dass alle Wettbewerber außer dem lokalen Platzhirsch einen Markt aufgrund der schlechten Bedingungen vernachlässigen, weil anderswo mehr verdient wird und ausreichend Nachfrage besteht.
The gras always looks greener on the other side…

Aber wenn man mal realistisch schaut, sind die Gesamt-Bedingungen (!) z.B. in London für eine BA wirklich besser?
 
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juliuscaesar

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12.06.2014
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FRA
Auch die beiden Drehkreuze des Platzhirschen sind im Niedergang, insbesondere MUC kann bisher nicht an Vor-COVID herankommen, während die Luftfahrt in Europa längst schon wieder blüht:

Auch fünf Jahre nach Beginn der Pandemie ist der Flughafen München noch nicht auf Vor-Corona-Niveau zurückgekehrt. Zwar erzielte er 2024 den zweiten Gewinn in Folge, doch auch wenn die 64 Millionen nach Steuern mehr als das doppelte des Vorjahresergebnisses sind, bleiben sie weit unter den Werten vor der Pandemie:

 

Rost

Erfahrenes Mitglied
17.07.2023
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The gras always looks greener on the other side…

Aber wenn man mal realistisch schaut, sind die Gesamt-Bedingungen (!) z.B. in London für eine BA wirklich besser?
Das kann ich nicht sagen. Fakt ist aber, dass die Marktbedingungen in DE im Vergleich zu mindestens einem der Nachbarländer deutlich schlechter sind: 4700€/500€ sprechen da für sich (s.o.)
Und wenn man Joachim Lang, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) glaubt, ist das zwar ein Extrem, aber kein Einzelfall.
Die Luftverkehrsteuer gibt es nur in neun von 27 EU-Mitgliedstaaten, und sie ist bei uns am höchsten. Das verzerrt den Wettbewerb massiv. Würden wir die Steuer streichen, lägen wir etwa im europäischen Durchschnitt. Dann würden Airlines auch wieder mehr ab Deutschland fliegen.
Es ist im Wesentlichen eine politische Entscheidung, für Erleichterung zu sorgen. Zugespitzt gesagt: Der Staat ist zu gierig geworden beim Abkassieren der Passagiere.
Am Beispiel Ryanair konnten wir nachverfolgen: Die Flugzeuge, die jetzt aus Leipzig, Dresden oder Dortmund abgezogen werden, kommen zum Sommerflugplan 2025 in Schweden zum Einsatz. Der Grund: Schweden wird die Luftverkehrsteuer wieder abschaffen,
Quelle: LVZ 20.03.2025
 
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juliuscaesar

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FRA
Das kann ich nicht sagen. Fakt ist aber, dass die Marktbedingungen in DE im Vergleich zu mindestens einem der Nachbarländer deutlich schlechter sind: 500€/4700€ sprechen da für sich (s.o.)
Und wenn man Joachim Lang, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) glaubt, ist das zwar ein Extrem, aber kein Einzelfall.
Hat PRG nicht eine besondere Situation, dass dort Gebühren bei der Landung anfallen, die an anderen Flughäfen (z.B. DRS oder LEJ) beim Start anfallen?
 
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Rost

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17.07.2023
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Hat PRG nicht eine besondere Situation, dass dort Gebühren bei der Landung anfallen, die an anderen Flughäfen (z.B. DRS oder LEJ) beim Start anfallen?
Das kann ich nicht sagen. Wenn, dann wäre das clever, denn der Laden brummt.
Nun darf man natürlich das Lohngefälle nicht vernachlässigen, aber das Beispiel Schweden zeigt, dass die Politik es dennoch in der Hand hat.
Sich als Hochpreis- und Hochsteuerland die höchste Luftverkehrsabgabe zu leisten, hat halt Konsequenzen.
 
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SleepOverGreenland

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09.03.2009
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FRA/QKL
Das kann ich nicht sagen. Wenn, dann wäre das clever, denn der Laden brummt.
Nun darf man natürlich das Lohngefälle nicht vernachlässigen, aber das Beispiel Schweden zeigt, dass die Politik es dennoch in der Hand hat.
Sich als Hochpreis- und Hochsteuerland die höchste Luftverkehrsabgabe zu leisten, hat halt Konsequenzen.
Ryanair geht da hin wo das Gesamtpaket inkl. der Subventionen stimmt. Das Subventionsmodell ist in Deutschland für Ryanair zum Glück Geschichte. Aber MOL nutzt natürlich gerne andere Argumente um von dem Subventionswahnsinn abzulenken.