Tipflation in den USA

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Ans.wer

Erfahrenes Mitglied
24.11.2018
1.476
925
Verstehe ich ehrlich gesagt nicht ganz. Ist doch super, dass Du Trinkgeld auch per Karte zahlen kannst? Und auch dass er Dich danach fragt, und nicht etwa in die Situation laufen lässt, dass Du das in dem Moment vergisst und dann hinterher aber nicht für die Extra-Kröten nochmal das Gerät angeworfen werden würde?
Oder ging es nur um die Formulierung?
Der Tonfall und die Gestik wirkten eher nach "Wie viel Trinkgeld soll ich eintippen?"
 

eldiablo

Erfahrenes Mitglied
15.04.2019
3.445
2.074
Europa
Ich habe das gerade bei einer kleinen „Rundreise“ als deutlich weniger extrem empfunden als es geschildert wird.

Im IC LAX wurden standardmäßig 18 % aufgeschlagen – weniger wurde in den größeren Städten nirgends vorgeschlagen – im mittleren Westen waren es auch schon mal „nur“ 15 %.

Bei McDonalds und Starbucks habe ich keinerlei Aufforderung für Tipps gesehen, da hatte sich nichts seit meinem letzten Besuch im Januar geändert. Auch bei den klassischen Steakhausketten ( die meine Kunden lieben ) – Capital Grill, Ruth’s Chris, Morton’s etc. waren immer die 18 % die untere Linie der Vorschlagsliste und nichts wurde automatisch hinzugerechnet - einzige Ausnahme war in Chicago ( Steak 48 ) wo automatisch 20% aufgeschlagen wurden.

Im CVS gab es am Panel eine Wahl zwischen USD 1,00 – USD 2,00 und „No thanks“ und recht einfach bedienbar. Die Mitarbeiterin hat sofort gesagt „Just press no thanks“.

Das Thema wirkt auf mich insgesamt aufgebauscht, mag aber auch daran liegen das es mit Ausnahme von LA & Chicago nicht die klassischen Touri-Hochburgen waren, sondern hauptsächlich in den flyover States.

Ist bei CVS Tip oder Donation?
Ich war bei mein letzten NY Trip in Suffolk County (so eine aufgeblasene Gegend von NY) und fast alle Restaurants die wir besucht haben, hatten überwiegend 20/25/30%, außer ein Pub in der nähe eines Golfplatz, der verlangte 12%, 15% und 18% und den habe ich gerne 1/3 der Rechnung als Tip gegeben, denn super Arbeit geleistet
 

swungar

Erfahrenes Mitglied
06.05.2016
2.150
1.530
Der ist mir auch nicht so ganz klar. swungar hatte danach gefragt und ich dachte auch da kommt noch eine Erklärung.
Ich hatte dich ja nicht nach deinem allgemeinen Zahlungsverhalten gefragt sondern nach der spezifischen Methode im geschilderten Fall deiner Zahlung in D.
Bei Kartenzahlung kann es den vernünftigen Grund geben, nicht 2 mal zur Theke laufen zu müssen weil dir nach der Bezahlung noch einfällt 70 Cent Trinkgeld per Karte zu zahlen. Bei Barzahlung hätte ich sicher auch nach dem Grundsatz "wer fragt der bekommt kein Trinkgeld" reagiert.

Trinkgeld gebe ich übrigens immer bar, um sicher zu stellen, daß der Bedachte es auch wirklich erhält, und selbstverständlich gehe ich dann davon aus, daß jeder gegebene Euro mangels Versteuerung auch wirklich 1 Euro wert ist und nicht nur 50 Cent. Ich tippe nicht den Staat.
 
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eldiablo

Erfahrenes Mitglied
15.04.2019
3.445
2.074
Europa
Gute Frage - habe ich offen gestanden nicht genau drauf geachtet was im Text stand - mache ich im November wenn ich wieder da bin mal.
Du kannst bei CVS am Ende des Einkauf 1 $ oder glaube ich auch 2$ für so eine Organisation spenden , ich hatte es mal mit cashback verwechselt und dann 2$ gespendet, denn wenn Du bei csv.com angemeldet bist, dann bekommst Du glaube ich 2% cashback, ich habe so einen Code von meine Schwägerin bekommen als Bild und pro Einkauf gibt es 2% cashback für sie , die mal einmal alles 3 oder 6 Monaten dann für den Einkauf benutzen kannst
 
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10.02.2012
4.410
2.290
In einem meiner Lieblingslokale (gehobener Italiener) haben sie angefangen eine 3.5% Surchrage fuer CC Zahlungen aufzuschlagen. Die meisten Leute merken es vermutlich nicht einmal, es ist sehr klein in die Karte gedruckt, aber dort habe ich auch konsequent cash gezahlt. Eine absolute Frechheit in einem Land in dem Cash in der gehobenen Gastronomie fast abgeschafft wurde.
ist das bei Euch erlaubt? Meist untersagen die Kartenfirmen das ja, in so einem Fall reklamiere ich das gern dort, gibt richtig Mecker fuer den Haendler...

Ich bin aktuell in Kasachstan, hier gibt es in vielen Restaurants eine sehr sympathische Regelung:

•auf den Endbetrag der Rechnung werden 10% für Service „flat“ aufgeschlagen.
•manuelles Trinkgeld ist sehr ungewöhnlich
klasse, wenn der Service stimmt. Doof, wenn nicht, und der Kunde die 10% eigentlich nicht zahlen will.

'Die" sollen doch 'einfach' Endpreise angeben, feddich. Und nicht "nur 4,999 Euro*", und hinter dem Sternchen verstecken sich dann 3,5% Kartenzahlungszuschlag, 15% Teller+Besteck, 15% Stromzuschlag, 2 Euro Kerzenmehrpreis, 15% Heizung (25% im Winter), 30% 'Servicepauschale'...

Wieviel Tip moechten Sie geben? Zahlung in Euro oder lokaler Waehrung?

Die USA sind, wenn nicht Meister, so doch zumindest sehr gut und kreativ darin, Geschäftspotenziale auszuschöpfen (meine ich absolut nicht negativ), und das hat z.T. auch eben kreative fees und surcharges zum Ergebnis oder eben hier jetzt Trinkgeld-"zwang"/"vorschlag"/"bitte" in immer größeren Umfang und bei immer mehr Branchen. Der MSNBC-Beitrag stellt es sehr gut dar.
Glaubt nur nicht, dass solche Optimierungen im Geschäftsgebahren zum Wohle der Angestellten erfolgten.
ich verstehe es erst recht nicht, warum ich schon bei der Bestellung blindlings tippen soll?! Sei es nun am Bestellterminal vor Ort, oder gar online... Woher w3iss ich denn, wie "wenig shice" der Lieferant ist?

Nix in der Gastro wo man am Tisch/Bar bedient wird ist schäbig, das sagt dir selbst ein Schwabe.

Außer beim Döner ums Eck wo jener inzwischen 6€ kostet und nicht besser geworden ist - da gibts eben 6€... Da ja aber auch keine Bedienung, ähnlich Fastfoodketten, ob hier oder in US...
kommtdraufan. Wenn der "Service" nur absolut 08/15 ist, nett aber nicht mehr, warum soll ich dann noch was drauflegen? Also speziell in Deutschland...

Die Frage ist, ob die Amerikaner auch im Ausland die Tipflation mitbringen, solange dort nicht dieselben Psychotricks mit vorgegeben Trinkgeldsätzen auf dem Zahlungsdisplay angewandt werden.
Ist jemand bereits letzteren in Europa und speziell Deutschland begegnet?
Du meinst diese Vorgaben? Ja, s.o.

Stell' ich mir in einer Gehaltsverhandlung schön vor:

- Chef, ich will mehr Geld, schalt' doch mal bitte am Tablet von 18% Tip auf 25% Tip um.
fast: "Hey Boss, ich brauch mehr Geld..." - "aber sicher doch, gerne, als wertvoller Mitarbeiter... *bla*..." - "IT, bitte Trinkgeldvorgaben im Kartengeraet raufsetzen"

Kostet Firma quasi null, Mitarbeiter kriegt mehr... denkt er :)

Demzufolge ist das Trinkgeld keine Bestechung (oder Bestechungsversuch), denn es wird i.d.R. NACH erbrachter Leistung gegeben, ein T.I.P. (als Abkürzung von "to insure promptness" wird/ wurde VOR erbrachter Leistung gegeben und diente dem Erreichen einer besonderen, bevorzugten Behandlung und ist Deinem gesagten nach also eine Bestechung.
ok, den Teil nach dem letzten 'und" mal weggelassen: s.o.

Sorry diese Argumente sind typsch deutsch. Möchtest du heute in einem 70 Jahre altem Haus wohnen?
moechten nicht unbedingt, zumindest nicht im MFH in der Stadt. EFH ausserhalb schon eher, wenn man dann auch noch "fuer sich selber" saniert umso besser.

Wir stehen gerade davor, leider ist Neubau keine Option, zumal Altbau-EFH vorhanden bzw. in Aussicht ist.

Verstehe ich ehrlich gesagt nicht ganz. Ist doch super, dass Du Trinkgeld auch per Karte zahlen kannst? Und auch dass er Dich danach fragt, und nicht etwa in die Situation laufen lässt, dass Du das in dem Moment vergisst und dann hinterher aber nicht für die Extra-Kröten nochmal das Gerät angeworfen werden würde?
Oder ging es nur um die Formulierung?
es hat schon was von 'Draengeln' (wollte nicht Noetigung schreiben) - ich antworte dann, wenn ich nicht angebettelt werde, mit "mit Karte, 20 Euro" (wenn es zB 17,60 waren). Bei Bettelei je nach Stimmung "15 Euro?" oder halt "na, 17,60"...

Hatte auch schon, dass trotz 2x sagen "20 Euro", gefolgt von einen "Danke" trotzdem nur die 17,60 eingetippt wurden - dannhaltnicht...

Abschliessend hoffe ich, dass sich diese 16-18-20-Vorgaben nicht durchsetzen und vor allem Kunden solchen Draengeleien deutlich widersprechen. Wer auf solch subtile Weise meint seinen Umsatz steigern zu muessen, wird damit hoffentlich kraeftig auf die Nase fallen.
 
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xcirrusx

Erfahrenes Mitglied
16.10.2012
3.998
1.435
KUL (bye bye HAM)
Bei Peter Luger in NYC haben sie auch einen Credit Card Fee. Ich finde das nervt, besonders in Laeden wo man zu zweit mit Vorspeise und einer Flasche Wein schnell bei 400-500 USD landet. Gefuehlt sind es aber Restaurants die es seit vielen Jahren/Jahrzehnten gibt und zu Zeiten eroeffnet wurden, als Kreditkartenzahlungen noch nicht ueblich waren. Seitdem hat man das einfach nie geaendert, weil voll ist der Laden ja eh.
 

fvpfn1

Erfahrenes Mitglied
06.02.2016
1.010
441
Was mich jetzt WIRKLICH interessieren würde: Wie macht das der Doitsche im Doitschen Restaurant nach dem Verzehr eines Wieder Schnitzels und Kartenzahlung? Also mit dem TIP?
Wenn ich nett bin (meistens) und mir Service und Essen gefallen haben (nicht ganz so oft), gebe ich gerne Trinkgeld. Dann frage ich, ob die Bedienung das Trinkgeld auf die Karte buchen kann. Das klappt zunehmend öfter, aber nicht immer. Dann gebe ich das Trinkgeld in bar (falls ich Bargeld dabei habe ...).
 
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fvpfn1

Erfahrenes Mitglied
06.02.2016
1.010
441
Abgesehen von den USofA: Sowohl 2019 in Kanada als auch in diesem Jahr in Stockholm und Oslo gab es auf vielen Kartenterminals auf großen Feldern eine Vorauswahl wie 18%, 20%, 25% .




Und ganz klein weiter unten die Möglichkeit, einen Betrag frei zu wählen. In Skandinavien hat die ein oder andere Servicekraft die Auswahl gleich übersprungen und so auf ein Trinkgeld verzichtet.
 

DerSenator

Erfahrenes Mitglied
08.01.2017
7.133
5.257
MUC/INN
Gibt viele Lokale, da geht das bei manchen Kellnern und bei anderen nicht. Die haben wohl keine Lust dann zu teilen. Kann man aber auch nicht ändern, ist dann vielmehr erstaunlich, dass sie lieber aufs Trinkgeld verzichten als ein solches zu teilen.
 

CarstenS

Erfahrenes Mitglied
08.09.2012
3.341
3.675
Wegen der immer öfter aufkommenden Credit Card Fee (zwischen 2 und 4%) in den USA
Die US Kreditkarten sind ja recht großzügig, was Punkte/ Cashback betrifft
Irgendwer muss das ja bezahlen - und bei einem bin ich mir sicher - die Banken/ Kreditkartenfirmen sind es nicht.. I.d.R. ist es der Händler über die Transaktionsgebühr. Und damit letztlich der Kunde. Ob nun direkt oder indirekt.

Der Ansatz in der EU, das zu deckeln, hat seinen Grund.
 
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fvpfn1

Erfahrenes Mitglied
06.02.2016
1.010
441
Gibt viele Lokale, da geht das bei manchen Kellnern und bei anderen nicht. Die haben wohl keine Lust dann zu teilen. Kann man aber auch nicht ändern, ist dann vielmehr erstaunlich, dass sie lieber aufs Trinkgeld verzichten als ein solches zu teilen.
Da gebe ich Dir recht. Gab aber auch schon Kellner, die geantwortet haben 'dann behält es der Chef' oder 'das geht nicht'. Mag sein, wie es will.
 

LH88

Erfahrenes Mitglied
08.09.2014
15.395
8.893
Da gebe ich Dir recht. Gab aber auch schon Kellner, die geantwortet haben 'dann behält es der Chef' oder 'das geht nicht'. Mag sein, wie es will.
Es muss halt sauber programmiert sein, und je nach Kassensystem geht es tatsächlich nicht. Das Problem ist eher das Kassensystem als die Kartenterminals. Schon alleine weil Tipp nicht Umsatzsteuer belastet ist, klar kann man das programmieren, macht aber nicht jeder.
 
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KevinHD

Erfahrenes Mitglied
05.07.2012
2.648
1.603
FFM
Je mehr Psychoterror und sozialer Druck in dieser Sache ausgeübt wird desto mehr bin ich gewillt gar nichts zu geben. Schon aus Prinzip.
Allein schon weil in den USA der Service im Vergleich zu vor 20 Jahren praktisch ins zweite Untergeschoss gerutscht ist.
 

sirikit06

Erfahrenes Mitglied
31.01.2016
918
1.078
LEJ
Was mich jetzt WIRKLICH interessieren würde: Wie macht das der Doitsche im Doitschen Restaurant nach dem Verzehr eines Wieder Schnitzels und Kartenzahlung? Also mit dem TIP?

Das Trinkgeld gebe ich im Fall der Kartenzahlung immer in bar. Beim Aufschlagen auf den Kartenpreis weiß man ja nie, ob es ankommt. Und das Personal ist immer dankbar.
 

SleepOverGreenland

Megaposter
09.03.2009
21.142
10.844
FRA/QKL
Trinkgeld gebe ich übrigens immer bar, um sicher zu stellen, daß der Bedachte es auch wirklich erhält, und selbstverständlich gehe ich dann davon aus, daß jeder gegebene Euro mangels Versteuerung auch wirklich 1 Euro wert ist und nicht nur 50 Cent. Ich tippe nicht den Staat.
Trinkgeld in Deutschland wird nicht versteuert und ist auch nicht SV-pflichtig da es sich um eine freiwillige Leistung handelt. Allerdings muss der Bezug zum Service bestehen bleiben. Das Trinkgeld darf also nicht z.B. monatlich gesammelt und am Ende pauschal unter allen MA aufgeteilt werden.
 

Inlandsvägen

Erfahrenes Mitglied
10.02.2010
4.241
2.414
Main-Taunus-Kreis
Das Trinkgeld gebe ich im Fall der Kartenzahlung immer in bar. Beim Aufschlagen auf den Kartenpreis weiß man ja nie, ob es ankommt. Und das Personal ist immer dankbar.
Dann kann man ja gleich barzahlen, wenn man sowieso Bargeld fürs Trinkgeld mitschleppen muss. Entweder das Trinkgeld geht über Karte oder es gibt 0,00.
 

SteffenS

Erfahrenes Mitglied
01.04.2011
460
847
Mir wurden gerade eben in Manhattan nach einem leckeren Abendessen in einer Bar/Kneipe 3% 5% 7% im Terminal angeboten. Habe das erstmal nach oben korrigiert. Die haben wohl den Trend verpasst
 

swungar

Erfahrenes Mitglied
06.05.2016
2.150
1.530
Mir wurden gerade eben in Manhattan nach einem leckeren Abendessen in einer Bar/Kneipe 3% 5% 7% im Terminal angeboten. Habe das erstmal nach oben korrigiert. Die haben wohl den Trend verpasst
Wie teuer war denn das Abendessen inkl. Steuern? Und was gab es?