Wobei man auch mit der extremen Erhöhung der Gebühr a) die Zielgruppe verkleinert, b) dadurch der Karte wieder mehr Exklusivität verleiht und c) durch mehr Exklusivität und weniger Kunden infolge der verkleinerten Zielgruppe auch einen vielleicht besseren Service anbieten könnte (!) weil der Betreuungsschlüsse natürlich steigt und wieder mit Exklusivität geworben werden kann, die zumeist in logischer Konsequenz dadurch ansteigt, dass der Kundenkreis schrumpft.
Das war ja auch insgeheim meine Hoffnung, dass die Servicequalität steigt, sonst hätte ich es gleich bleiben lassen.
Ich denke, es ist
auch ein Thema der IT, aber ähnlich wie bei Luxusautomarken a'la Rolls Royce, Bentley & Co.: Die sind inzwischen alle in Konzernhand und auch nur noch ein Schatten ihrer selbst, Daimler hat ja z.B. den Maybach ganz eingestellt.
Warum: Die Entwicklung der Fahrzeugelektronik, Software usw. kostet derart abartig viel Geld, dass eine eigene Entwicklung nur für Luxusfahrzeuge mit der nötigen Zertifizierung völlig unwirtschaftlich bis unbezahlbar wäre. Man sieht es auch, wenn Sonderwünsche der Kunden geäußert werden: Es geht alles, was Material ist, und sei es das exotischste Leder, aber es darf keine Zeile Software in der Steuerung geändert werden.
Im Grunde ist das bei Platinum/Centurion nicht soviel anders: Früher haben die von den echt realisierbaren Sonderwünschen profitiert, weil man durch die ganzen Buchungen die Leute bei den Hotels und unterschiedlichen sonstigen Reservierungssystemen gut kannte. Außerdem hatte Amex selber viele Anzeigen geschaltet, Sponsoring wie damals z.B. mit Jürgen Klinsmann usw. Zudem gab es speziell angebundene Terminals für z.B. Amadeus. Da geht dann schon einiges "speziell". So ein Concierge lebt vom Informationsvorsprung und guten Kontakten.
Heute läuft praktisch alles über Online-Buchungssysteme wie HRS und jeder sieht jeden Status und jedes Angebot sofort, unglaublich viel ist formalisiert, bei den Fluggesellschaften ist eh alles elektronisch bzw. Internet und jeder Tarif muss angelegt sein usw. Die einzige Chance bestünde an der Ecke in einem wirklich eigenen "großen"
und auch abseits des Amex-Universums bedeutenden Reservierungssystems und da sind sie halt gnadenlos gegen HRS, Booking Holdings und Konsorten untergegangen. Sowas macht man halt heute mit KI und nicht mit IT der 80er Jahre.
Und bei Karten etc. geht halt was, wenn man selber aktiv ist, also z.B. Sponsor. Ohne das kommt ein "schön dass sie eine schwarze Karte haben/machen, aber was bringt uns als Anbieter denn das ?". Und wenn sie dann auch noch mit den Leuten, die selber Kunde sind, sich kabbeln (bei mir auch Sport und Elektronik), dann geht irgendwann noch weniger. Weil gute Beziehung ist was anderes. Man muss sich auch bei mir schon sehr hart darum bemühen, dass ich meine Meinung so klar und öffentlich von mir gebe. Und das letzte Mal im Stadion war ich mit Ehrenkarte, aber nicht von Amex.
Go. Gone. Went.
