Singapore drückt LH als Strafe vermutlich mehrere tausend Euro auf (weiß wer wie hoch die Summe ist?) wenn sie jemanden anschleppen, der nicht Einreiseberechtigt ist. Einen Pax abzuweisen kostet LH erstmal überhaupt nichts. Gerade wenn es Ausländer sind, die meist ja nicht mit den EU Regeln vertraut sind. Mal ehrlich, welcher chinesische Staatsbürger würde LH verklagen wenn er nicht mitgenommen wurde oder auch nur die 600€ Kompensation fordern? Ich schätze mal das bewegt sich im Bereich von unter 1%, der Rest wird nie wieder mit Lh fliegen wollen, aber kein Geld zurückfordern. Ist in diesem Fall nun anders.
Ist das so? Ich habe regelmäßig mit chinesisch stämmigen Geschäftspartnern zu tun und die zeigen anderen gerne mal, wo der Hammer hängt, wenn ihnen danach ist. Und wenn sie sich als Chinesen benachteiligt fühlen, ist ihnen fast immer danach.
Die LH nimmt ja nicht aus Spaß jemanden nicht mit. Sie kann falsch oder richtig liegen, aber grundlos jemanden zurücklassen, entspricht nicht dem Geschäftsmodell.
Bei Deiner Freundin geht es darum, ob die Reisevorschriften erfüllt waren. Bei VFTF scheint das die Transit- und die Weiterreisevorschriften zu umfassen.
Manchmal zahlt die LH auch aus Versehen oder aus Überlastung. Wenn das nicht eintrifft, dann wird ein Richter entscheiden. Und der wird sich genau mit den drei Fragen beschäftigen:
1) Geht es nur um die VFTF-Vorschriften von SIN oder auch um die Weiterreisevorschriften nach China?
2) Hat die Passagierin zum Zeitpunkt des Abflugs in Europa den Vorschriften entsprochen?
3) Sofern die Passagierin den Vorschriften zum Zeitpunkt des Abflugs nicht entsprochen hat, war das eine ausreichende Rechtfertigung für die Airline, die Passagierin nicht mitzunehmen?
Das 1) muss jemand bewerten, der sich die Vorschriften im Detail und das geltende Recht insgesamt anschaut. Meine Sicht ist, dass es um beides geht. Kann aber auch anders sein.
Das 2) ergibt sich aus 1). Wenn nur VTFT betrachtet wird, wurden die Reisevorschriften sicher erfüllte. Gilt auch die Weiterreise nach China, wurden die Reisevorschriften sicher nicht erfüllt.
Das 3) ist relevant, weil die Umstände der Regelungen für die Weiterreise nach China - der Passagier hält sich in SIN bis zu 4 Tage auf, um genau diese Weitereisevorschriften zu erfüllen - nahe legen könnten, dass es der Airline zumutbar gewesen wäre, die Passagierin dennoch mitzunehmen und auf ein Erfüllen der Weiterreisevorschriften zu vertrauen.
Da kann jeder seine Tendenz oder Meinung haben. Eine sichere Sache ist und bleibt es für mich nicht.
Für mich bleibt es ohne Frage ein Beispiel für sehr schlechten Service der LH. Ein IDB bei einer solchen Reise hat harte Auswirkungen auf den Passagier. Da hat die LH ihre Sicht der Lage im Detail darzustellen und zu begründen. Alles andere vermittelt einen Eindruck eines willkürlichen Verhaltens und willkürlich darf eine solche Entscheidung nicht sein. Gerade, wenn die LH ein paar mal mit dieser Konstellation Probleme hatte, soll sie sich die Mühe machen, ein Handout zu erstellen “Unsere Gründe, warum wir Sie heute nicht mitgenommen haben”.