Naja... Schaut für mich aus wie ein klassischer unglücklicher Fall des Swiss-Cheese-Modell.
Und noch was, bevor die Türen geschlossen werden, da werden doch die pax gezählt, deswegen ist mir alles komisch
Nö, längst nicht mehr alle Airlines führen Headcounts durch, bei der Mehrheit der europäischen Carrier ist es inzwischen Policy, dass allein die Gate Agents verantwortlich für die korrekte Anzahl Passagiere an Bord sind. Das hängt auch damit zusammen, dass Head Counts meiner Erfahrung nach genauso oft richtig wie falsch liegen, und viele Purser daher dazu übergegangen sind, bei einer kleinen Differenz (+1/-1) sowieso auf die von der Rampe/dem Gate kommunizierte Zahl zu korrigieren, um sich keinen Crew-Delay einzufangen. Dadurch wird das ganze System eh ad absurdum geführt. (In diesem Zusammenhang kann man auch gerne noch mal an den Briten erinnern, der sich bei EW auf CGN-LAS als blinder Passagier geschlichen hat.)
Da taucht ein UM auf, der nicht auf der Liste steht, und es ist ein Passagier zu viel im Flieger - da ist auf jeden Fall die Crew auch ganz vorn mit dabei, wenn man nach den Schuldigen fragt.
Ich denke, ein Grund, warum diese Situation so tricky und ungünstig verlaufen ist, dürfte sein, dass eben nur für den ersten Leg und für den Transit in EWR der UM-Service zugebucht wurde. Warum sollte es UA kümmern, ob der Bub jetzt auf EWR-ARN einen UM-Service erhält, den seine Eltern (aus offensichtlichen und guten Gründen) nicht einmal buchen wollten. Das dürfte auch der Grund sein, warum der EWR-ARN ohne ihn losgeflogen ist, denn normalerweise wäre beim Abfertigerer schon Panik, wenn ein eingechecktes UM nicht auftaucht bzw. als nicht geboardet im System angezeigt wird.
Aus dem gleichen Grund dürfte er auch die EW-Crew herzlich wenig interessiert haben, denn die haben wsl. nie kommuniziert bekommen, dass da ein UM auf dem Flug sitzt. (Und selbst wenn: Oftmals werden die Key Facts über den Flug nur mündlich zwischen Gate/Rampe und Crew kommuniziert, und die Liste kommt erst ganz zum Schluss nach Boarding completed und ihr wird eher rudimentäre Aufmerksamkeit geschenkt, quasi einmal überflogen und sofort wieder vergessen.)
Die einzig wirklich interessante Frage ist, wie er es durchs Gate geschafft hat. Spätestens hier hätten den Gate Agents alle Alarmglocken klingeln müssen, wenn vor ihnen ein Staff Member mit einem UM steht, sie aber kein UM auf diesem Flug haben, und sich die Bordkarte nicht scannen lässt. In meinem Kopf bilden sich ein paar Möglichkeiten, wie dieser F*ck-Up zustande kommen konnte, aber keine davon lässt die Gate Agents besonders gut dastehen.