Zur monatlichen Rate kommt dann auch noch Mietwagengebühr dazu? Geld ist sowieso knapp, Zeit um an der Ladesäule zu stehen "ist nicht da"
an der Stelle sind Vernunft und "Gefühl", wie so oft im Leben, unterschiedlich.
Das BEV kann (muss nicht in jedem Fall, aber darum geht's gerade nicht) so viel günstiger sein, dass sich der Mietwagen für den Urlaub alle zwei Jahre trotzdem lohnt. (Insbesondere auch durch den Komfortgewinn, weil ich dann für die Urlaubsfahrt eine größere Fahrzeugkategorie wählen kann). Und das BEV kann bei sinnvollem Lade-Alltag das ganze Jahr über sehr viel Zeit sparen, die man früher an Tankstellen verbracht hat, so dass die wenigen "ich muss jetzt extra einen Ladestop einplanen und irgendwo warten"-Vorgänge gegengerechnet trotzdem noch für das E-Auto sprechen. Aber in dem Moment kommt einem das alles nervig vor.
Ich hatte vor 20 Jahren oder so mal eine Zeitlang kein Auto, sondern habe CarSharing genutzt. Hat total super funktioniert und hat auf's Jahr gesehen ordentlich Geld gespart gegenüber einem vernünftigen (das waren die beim CarSharing zur Verfügung stehenden Fahrzeuge auch) eigenen Auto. Und trotzdem verbindet man die Einzelkosten (meinen Opa zum Geburtstag besuchen fahren = 70 Euro) mit "das ist viel zu teuer, das lohnt sich nicht". Der Mensch ist halt so
Ich gehe aber wie andere User hier mangels eigener Erfahrung davon aus, dass ich eine deutliche Reduktion der Reichweite hinnehmen muss, wenn ich Klima, Radio etc laufen lasse
Das Unwissen und die Legenden, die da im Umlauf sind, sind leider ein größeres Problem. Ich habe in viereinhalb Jahren E-Auto noch nie (ernsthaft. Am Anfang mal "aus Anfänger-Angst") auf irgend einen Verbraucher verzichtet, das ist Blödsinn.
Klimaanlage ist unkritisch. Laut einem
ADAC-Test, den ich spontan gefunden habe, waren das 8km Reichweite pro Stunde. Bei einer auf 20 Grad eingestellten Klimaanlage und simulierten 35 Grad Außentemperatur, wobei bei der Außentemperatur dann aber auch der Verbrauch generell wieder geringer ist. Also bei eingestellten 22 Grad würde selbst im Stau in der knallen Sonne stehen wohl realistisch unter 5km Reichtweitenverlust pro Stunde sein.
Radio dürfte nicht messbar sein.
Heizung haut sicherlich rein. Aber das ist in den merklich höheren Verbräuchen, die jeder E-Auto-Fahrer ja schon kennt und berichtet, ja eingepreist. Frieren tut keiner. (Im Gegenteil, vorgeheiztes Auto ist nicht nur komfortabler, sondern wohl - Achtung, Halbwissen - auch für den Verbrauch am Ende sinnvoll, weil das Vorheizen weniger Strom kostet, als man später im Verbrauch wieder einspart, weil der Akku vortemperiert ist.
wie den Weg zum Flughafen bewältigen kann, ohne dass ich mir Gedanken machen muss, dass ich mein Auto laden muss. In meinen Fall beträgt der Weg etwas über 200 km, je nach Route
Das wird gut funktionieren, wenn Du am Flughafen Laden+Parken-Möglichkeiten nutzen kannst. 200km hin, Auto mehr oder weniger leer abstellen und nach der Rückkehr mit vollem Auto wieder fahren.
Wenn es das nicht gibt, dann wird das nicht funktionieren. Und wenn Du das dann (trotzdem) öfter brauchst und es keine sinnvolle Alternative gibt, dann wäre das ein KO-Kriterium. (Aber nicht die Reichweite, sondern die fehlende Lademöglichkeit am Ziel ist das Problem. Das werden nicht die Autohersteller durch unnötig große Akkus, sondern die Flughafen-Parkanbieter lösen müssen).
Und an der Stelle hakt das Thema Ladeinfrastruktur leider noch etwas.
"Normale" öffentliche Ladesäulen an einem Flughafen-Parkplatz lohnen sich nicht. Für den Anbieter nicht (eine solche öffentliche Ladesäule muss teils unnötig aufgeblähte Vorgaben erfüllen, die rechnet sich nur bei entsprechender Nutzung. Bei einem 14-Tage-Urlaub wird die Säule aber nur einen halben Tag genutzt und wird dann 13,5 Tage zugeparkt). Und für den Kunden nicht, denn die meisten Ladekarten haben Blockiergebühren, die nachher teurer sind als das Parken.
Also wird der Parkhaus-Anbieter aktuell wohl am ehesten den Strom verschenken und in die Parkgebühr einpreisen. Damit taucht er aber in Lade-Apps, Auto-Navis usw. gar nicht auf und wird von den Kunden nicht gesehen. (Okay, Langzeitparken an einem Flughafen ist ja in den meisten Fällen etwas, wo man vorher recherchiert, wo man wie günstig parken kann, vermutlich kein großes Thema).
Beim BEV musst du die beste Leistungsklasse nehmen, um die Reichweite zu kriegen. Für den Verbrenner weiss ich nicht, ob mir nicht auch eine etwas schwächere Motorisierung reichen würde (..)
Ich habe mir Spasseshalber mal einen ID 3 konfiguriert und würde beim ca. 54'000 Listenpreis landen. Defnintiv mehr als ich für einen Neuwagen bereit bin zu zahlen
Ja klar, bei der Modellauswahl gibt es genug für und wider für beide Technologien. Die Frage ist auch, ob wirklich der kleinste 80 PS-Einsteigermotor (beim Polo) ernsthaft von Leuten gekauft wird, die sich gezielt für ein Auto entscheiden (oder ob das dann typische Pflegedienst-etc-Flottenfahrzeuge sind, wo die eigentlichen Fahrer eh nicht gefragt werden)? Und ich würde unabhängig von der Motorisierung auf jeden Fall "gescheite" Technik (Assistenzsysteme, Entertainment, Komfort) haben wollen, die hat das E-Auto dann oft serienmäßig, beim Verbrenner kann man zwischen "spartanisch ausgestattet = günstiger Einstieg" bis "kann das, was ich beim E auch habe. Ist dann aber erheblich teurer" ja fast alles auswählen.
Ich wäre ja eher im Bereich MG4 oder KIA EV3 oder so statt einem ID3.
Ich gehe davon aus, dass ich den Wagen am Airport laden muss, das ist Oneway. So Spässe, wie ich setzte nur jemanden am Airport ab, ist dabei nicht eingeplant
To be fair: Bei 200km oneway-Entfernung zu Deinem Flughafen ist das so, als wenn ich jemanden von Köln aus mal eben nach Frankfurt oder nach Brüssel fahren würde. Da bin ich mehr als einen halben Tag unterwegs, und dann ist eine Ladepause auch wieder kein Drama.
Was ich nicht machen möchte, dass ich wegen des besten Ladeanschlusses vor dem Obi oder in einem Industriegebiet stzen muss um mein Auto zu "tanken"
wobei das zumindest während der Öffnungszeiten gar nicht so schlecht ist. Du bleibst ja nicht drin sitzen, aber gegenüber dem Angebot von Tank&Rast kann ein Bauhaus mit einer Currywurst-Bude davor und einer guten Bäckerei innendrin durchaus eine bessere Option sein
wobei ich auch hier mangels eigener Erfahrung nicht beurteilen kann, ob das wirklich so problemlos ist
wenn man es kann, ist es problemlos.
Wenn man es kann: Es ist nicht schwer. Aber es ist anders als Tanken.
Und beim Tanken ist auch keiner zur Welt gekommen und wusste bereits im Säuglingsalter die Unterschiede zwischen Diesel, Benzin und V-Power/ultimate vs. günstigerem "normalen" Sprit. Wie weit man mit gelber Reservelampe noch fahren kann, dass man ab und zu noch AdBlue tanken muss, und dass es teurere und günstigere Tankstellen gibt, all das hat man über die Zeit gelernt. Und wenn oft genug nur Kassenhäuschen oder Bezahlautomat genutzt hat, wird man trotzdem nicht nervös, wenn in einem anderen Land auf einmal die Zapfsäule erst nach Bar-Vorkasse freigeschaltet wird oder man nach dem Tanken erst ins Auto steigen und zu einer DriveThru-Kasse weiterfahren muss.
Und im Prinzip das gleiche "man muss es ein paar Mal gemacht haben, und dann kann man" gilt für das öffentliche Laden auch.