Der Agent hat mit mehreren Stellen - u.a. in Toronto gesprochen (hier soll die Verständigung schlecht gewesen sein, da der Agent nicht so flüssig englisch sprach und die Gegenseite sich weigerte mit +1 von meinem Freund zu sprechen).
Fazit:
Das LH System konnte keine Bordkarte ausgeben (oder der Agent war dazu nicht in der Lage) und LH 470 startete ohne die beide. Empfehlung war noch die beiden sollten sich ein eTA beschaffen.
Für mich hört sich das so an, als hätte der betreffende Airline-Mitarbeiter Visum und ETA verwechselt. Bei einer ETA muss diese für exakt die Passnummer beantragt werden, mit der man fliegt - ansonsten lässt das System das Boarding nicht zu.
Mit Visum sieht das anders aus.
Das ist ohnehin eine Ausrede. Er muss nur einen Haken bei "Dokumente überprüft und vollständig" o.ä. machen. - Dann kommt die Bordkarte raus.
Bei den USA gibt es dann noch den Doc Check vor/am Gate. Das sind allerdings normalerweise keine Airline MA. Die kennen sich sehr gut aus. Keine Ahnung, ob es das bei den Flügen nach Kanada auch gibt.
Das ist so nicht richtig. Es gibt Länder - und dazu gehören die USA und Kanada - bei denen die Airlines einem Beförderungsverbot unterliegen, wenn ETA/ESTA bzw. Visum nicht systemseitig validiert werden können. Dort kann der Airline-Mitarbeiter im Gegensatz zu Deiner laienhaften Meinung nicht einfach einen Haken setzen, um die systemseitigen Checks zu umgehen. Hier gibt es Echtzeit-Schnittstellen mit den Behörden, die letztlich ein "ok to board" geben - oder eben nicht.
Zudem wurden den meisten "normalen" Mitarbeitern die technischen Möglichkeiten genommen, hier einfach einen Haken zu setzen. Selbst mehrfach die leidvolle Erfahrung gemacht - so konnte ich als HON nicht nur einmal erst in allerletzter Minute vor dem Abflug nach SIN die Bordkarte im FCT asugehändigt bekommen, alles nur, weil ich mit einem One-Way-Ticket bzw. einem Weiterflug auf einem anderen Ticket unterwegs war. Das LH-System war der Meinung, ich bräuchte ein Visum (was Quatsch war aufgrund des vorhandenen Weiterflugs) - alle "normalen" Mitarbeiter konnten aber den DOC Check im System nicht einfach übergehen.
Da insbesondere in Richtung Nordamerika harte Konventionalstrafen für jeden fälschlicherweise geboardeten Passagier im Raum stehen (10.000$ pro Passagier sind hier der Regelsatz), können die Systeme nicht wirklich umgangen werden.
Hätte sich im hier vorliegenden Fall wahrscheinlich sehr einfach lösen lassen, indem man Visum statt ETA korrekt im System hinterlegt hätte und die Visa-Daten sauber validiert hätte. Und ja, dort gibt es auch in Toronto eine Hotline bei CBSA, die bei Validierungs-Problemen dann zuständig sind.