Überraschend bei der Diskussion finde ich, dass für viele bzw. die meisten hier die Reduzierung der Prämienmeilen schwerwiegender wiegt als die der Statusmeilen.
Ist es für einige nur Gewohnheit, dass sie ihre Urlaubsreise oder Wochenendtrips mit Meilen aus fremdbezahlten Reisen begleichen können? Ist es wichtig, sich ein neues Lautsprechersystem oder Kopfhörer, einen Koffer mit dämlichen Kranich-branding im WS zu "kaufen", weil man in EUR aus eigener Tasche dazu zu geizig wäre?
Für mich zählt in erster Linie der Status und die damit verbundenen Zusatzleistungen, die ggf. auch das eines C-Tickets übertreffen, weil es mir etwas Zeit spart und Komfort bietet. Die Statusmeilen sind dagegen ein Zubrot, über das ich mich freue, aber nicht drauf angewiesen bin, weil ich es irgendwie als Geschenk (meines Arbeitgebers) sehe und nicht als Gegenleistung für das gebuchte Ticket.
Ein netter Aspekt ist das Sammeln, wer viel unterwegs ist (vielleicht 150 nights per year) und viel Zeit in Flugzeiten, Airports, Autovermietungen und Hotels verbringt, für den ist es ein netter Zeitvertreib, über den man sich ggf. auch mit Kollegen oder wie hier mit Gleichgestörten austauschen kann.
Führt dieses Sammeln dazu, dass ich noch eine Zusatzleistung oder etwas Gratis bekomme, gerne - falls nicht, auch kein Problem. Ich ärgere mich auch manchmal wenn ich Punkte-Gutscheine für´s Tanken sehe, da dies mit Flottenkarte nicht geht, aber wenn ich am Wochenende meinen Wagen volltanke, um ins Sauerland, ins Gebirge, ins Holiday Inn Express nach Magdeburg oder sonst wohin zu fahren - freue ich mich, dafür nichts bezahlen zu müssen. So wie ich mich über ein kleines Frühstück, eine Dusche, ein Bier oder Champagner in der Lounge freue, statt dafür bezahlen zu müssen.
Ich kann es aber nachvollziehen, wenn jemand der seit 10 oder 20 Jahren unterwegs ist, sich durch diverse Reduzierungen gedrückt oder gar betrogen vorkommt, jedoch kann nicht innerhalb eines Konzerns überall gespart werden, Bereiche ausgegliedert und Niederlassungen geschlossen werden und anderseits einigen Dinosauriern munter weiter der Hintern gepudert werden, ohne dass es irgendeinen effektiven Nutzen (Gewinn) für die Firma hat.
Dafür hätten sicher weder die Mitarbeiter noch die betroffenen Vielflieger Verständnis: "LH schließt nach Verwaltung in Köln, auch die Technik und entlässt 1/4 des Kabinenpersonals, dieser Schritt sei nötig so eine Konzernsprecherin, um die Änderungen (Erhöhung der Meilenwerte, Prämienflugverfügbarkeit und Wegfall der Gebühren, Anmerk. die Redaktion) zu finanzieren. Sollte es in der ersten Zeit zu Komplikationen oder Engpässen kommen, bittet die Lufthansa-Sprecherin jetzt schon um Verständnis, die Betroffenen erhalten dafür bis zu 25.000 Prämienmeilen je nach Strecke." Trotzdem sind die 25% für ex-Europa-Strecken für das Produkt und die Preise, die LH zumeist aufruft, eine Unverschämtheit (egal ob Prämie- oder Statusmeile), dann könnten sie genauso gut ihren Kram im WS 30% teurer machen, Otto und Ottilie Normalverbraucher erreichen mit ihrem Flugverhalten selbst mit der M&MCC nur schwer genug Meilen, um sich irgendwas von wert auszusuchen.
Einen für das eigene Flugverhalten brauchbaren Status bei M&M erreicht man IMHO immer noch relativ einfach, 30 Flüge FTL (das schafft selbst die Freundin aus Hamburg, die ihre Ibiza-Liebe 15 Mal in Stuttgart oder München besucht) das ist zwar noch lange kein Vielfliegen und dennoch hat sie ggf. nützliche Statusvorteile. Wer viel C und das auch nach USA oder Asien fliegt schafft immer noch recht easy den SEN oder HON und hat auch noch genug Meilen, um sich dafür irgendwelche Prämien auszusuchen.