Offtopic:
Mir persönlich kommt es so vor (ohne statistischen Beleg), dass in den letzten Jahren die
"Enroute / Cruise" Phase der Flüge zusehends "kritischer" wird - das gilt insbesondere
für die Regionen der Welt an der ITC (~Äquator) in denen sich das Wetter, im Gegensatz
zu den nördlicheren und südlicheren Gefilden, in der gesamten Atmosphäre abspielt.
Die Weiterntwicklung der Technologie an Bord hat die Phase des "Reiseflugs" m.A. bisher am
wenigstens "beeinflusst". Natürlich sind Flugzeuge heute so sicher und vorallem zuverlässig
wie niemals zuvor - die Technologie ist derart ausgereift und bewährt, dass vermutlich viele
"potentielle" Gefährdung z.B. in der kritischen Landephase durch die Automatisierung
minimiert werden. Sicher spielen hier auch die "harten" Limitierungen der heutigen Autoflight
Systeme eine Rolle - über die sich eine Crew selten hinweg setzen wird.
Das Flugzeugsystem kann dabei Crews "auf den Holzweg" führen, denn es scheint nahezu
unfehlbar (wie bei AI geschult wurde, "hands off - let the plane find a solution").
Gerade in schlechtem Wetter wie an der ITC stößt der Computer aber an seine Grenzen -
denn hier geht es nicht um die schnelle Kombination verschiedener Faktoren, sondern um
Entscheidungen und Flugwegtaktik in Unsicherheit.
Warum Unsicherheit?
Weil das heute üblichen Detektionssystem für Wettervorkommnisse (Wetter Radar) zwar ausgereift -
aber auf einer sehr alten Technologie basiert, deren Systematik einige imanente Fehlerquellen
und Unzulänglichkeiten aufweist.
Diese muss die Crew kennen - und Entscheidungen treffen.
Beim konventionellen Radar (egal ob Schiff oder Flugzeug) wird durch das Radarbild der Eindruck
einer dritten Dimension erweckt - die faktisch aber nur (sehr) eingeschränkt gegeben ist.
Gerade in der Zeit von Smartphones und anderer Displaydarstellungen neigen wir aber dazu
"immer und überall" 3 Dimensionen zu "sehen" - auch wenn diese nicht da sind. Wenn man also
ein "Radarbild" ansieht muss man "umdenken".
Überspitzt ausgedrückt: Jeder Smartphone Besitzer mit einer "actual" Weather App hat potentiell
einen besseren Überblick über das Wettergeschehen voraus, als es die Crews von modernen
Verkehrsflugzeugen auf Basis des bordeigenen Radars haben kann.
Für den Einen oder Anderen vielleicht ein ganz spannender Einblick:
Airbus Weather Radar Presentation
How radar onboard works?
Radarstrahl (Beam) Wirkungsweise
Warum hat das früher keine Rolle gespielt - und heute schon? My guess: Die WX related diversions
oder enroute Umfliegungen hat mutmaßlich in den letzten 25 Jahre um 7X % abgenommen, das würde
heißen: Crews trauen sich und ihrem Material mehr zu. Was im "Mittel" ja auch aufzugehen scheint.