Hallo zusammen,
die Tätigkeit als OBC kann sich durchaus lohnen. Ich bin selbstständig in der Medienbranche für öffentlich-rechtliche und private Fernsehsender sowie diverse Agenturen tätig. Hier bin ich mehrere Tage pro Monate im Einsatz, es ergeben sich aber auch immer wieder unregelmäßige Lücken (unter der Woche und am Wochenende).
Im Grunde genommen kann ich von meiner Medienarbeit gut leben. Aber es ist nicht unattraktiv, als OBC zu fliegen. Wenn eh mehrere Tage als "Lücke" entstehen, schreibe ich meine Auftraggeber als OBC an und sage, dass ich verfügbar bin. OBC-Firmen gibt es viele und es stellt auch kein Problem dar, für mehrere Auftraggeber zu arbeiten. Meistens kommt dann auch ein Auftrag bei rum, es ist nur eine Frage des eigenen Engagements (wie überall). Wenn ein Auftrag kommt, nutze ich die Zeit im Flugzeug um Rechnungen zu schreiben und andere Verwaltungsarbeit zu erledigen. Ansonsten schreibe ich die Rechnungen halt zuhause....
Im Endeffekt ist für mich die Tätigkeit als OBC somit Bestandteil meine selbstständigen Tätigkeit. Je nach Auftraggeber kann man auch gut verdienen. Wenn man sowieso selbstständig ist, bietet es sich daher auch an, als OBC zu arbeiten. Eine Auftragsgarantie hat man als Unternehmer ohnehin nur in den seltensten Fällen. Daher ist es auch wichtig, für viele Auftraggeber zu arbeiten.
Theoretisch ist es auch möglich, hauptberuflich als selbstständiger OBC zu arbeiten, wobei das schon hart ist. Ich kenne jemand der das ne Weile gemacht hat. Freunde und Bekannte kann man dann aber vergessen, wenn man immer auf Achse ist. Und "reich" wird man auch nicht. Als Selbstständiger in Kombination mit anderen (besser bezahlten) Aufträgen lohnt es sich aber auf jeden Fall, einen OBC-Service anzubieten. Betriebswirtschaftlich macht das ebenfalls Sinn: Als OBC lassen sich dann positive Deckungsbeiträge erwirtschaften, wenn freie Kapazität vorhanden ist. Darüber hinaus kann man die Zeit im Flieger (und am Zielort, wenn man sich nicht die Stadt anschauen möchte) optimal nutzen.
Einen festangestellten Job aufgeben, um als OBC zu arbeiten, ist hingegen nur begrenzt sinnvoll. Allenfalls kann man ggf. auf Teilzeit reduzieren, um nebenbei als OBC zu arbeiten. Allerdings hat man dann nicht den Vorteil wie ein Selbstständiger, dass man Auftragslücken nutzt um zu fliegen, sondern man reduziert seine Haupttätigkeit. Das ist bei mir jedoch nicht der Fall, da sich die Auftragslücken ja aus fehlender Nachfrage ergeben (was nicht grundsätzlich negativ ist, weil diese durch die OBC-Tätigkeit aufgefüllt wird)
Liebe Grüße